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VDM: Tarifautonomie ist gefährdet

Druckindustrie in Baden-Württemberg

Der Umsatz der Druckindustrie in Baden-Württemberg ist 2002 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen. Dies teilte der Geschäftsführer des Verbandes Druck und Medien in Baden Württemberg (VDM), Michael Hüffner, zum Abschluss des Stuttgarter Druckforums mit. Die nachlassende Produktionstätigkeit und eine auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gesunkene Kapazitätsauslastung habe zu weiter schrumpfenden Erträgen geführt.
»Dramatisch angestiegen« sei im vergangenen Jahr die Zahl der Insolvenzen. Schon 2001 war die Zahl mit insgesamt 47 sehr hoch. 2002 hatten nochmals 50 Betriebe Insolvenz angemeldet. Dementsprechend sank die Zahl der in der Druckindustrie Beschäftigten um 8,5 Prozent. Ebenfalls zurückgegangen sind die Ausbildungsverhältnisse. Hier spiegele sich die extrem schwierige Situation der Branche wider.
In diesem Zusammenhang nennt Hüffner den 2002 erzielten Tarfifabschluss von 3,4 Prozent als »völlig verfehlt«. »Der größte Kostenblock in der Druckindustrie sind die Personalkosten.« Eine unmittelbar nach dem Abschluss in den Mitgliedbetrieben durchgeführte Umfrage hatte ergeben, dass rund 75 Prozent mit betriebsbedingten Kündigungen reagieren würden. Inzwischen lasse auch die Bereitschaft, sich an Tarifbedingungen zu orientieren deutlich nach. In vielen Fällen, so Hüffner, reagierten auch die Mitarbeiter flexibel, um ihre Stellen zu erhalten. Mit Blick auf die im Frühjahr 2003 anstehenden Lohnverhandlungen meinte Hüffner: »Sollten die Gewerkschaften diese Situation nicht berücksichtigen, sehe ich die Tarifautonomie in der Druckindustrie gefährdet.«

Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg http://www.verband-druck-bw.de

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