Weiterempfehlen Drucken

VDMA Druck- und Papiertechnik: In 2013 rückläufiger Umsatz und Auftragseingang

In den Teilbranchen unterschiedliche Marktentwicklung – Nachfrage nach Rollenoffset-Druckmaschinen deutlich gesunken, Bogenoffset stabil
 

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbands Druck- und Papiertechnik im VDMA (links) und der Fachverbandsvorsitzende Kai Büntemeyer.

Wie der Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) meldet, blickt die deutsche Druck- und Papiertechnikindustrie „auf ein schwaches Geschäftsjahr 2013 zurück.“ Die Umsätze der Gesamtbranche sanken gegenüber 2012 um acht Prozent. Der Auftragseingang ging um zehn Prozent zurück.

„Unsere vorsichtig positiven Erwartungen haben sich nicht erfüllt“, so Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbands Druck- und Papiertechnik im VDMA, heute Morgen auf der Jahrespressekonferenz seines Verbandes in Frankfurt/M. Jedoch sei die Marktentwicklung in den Teilbranchen Papiertechnik, Papierverarbeitungsmaschinen und Druckereimaschinen unterschiedlich. Die Umsätze mit Maschinen, Anlagen und Komponenten zur Herstellung von Papier stiegen um 14 Prozent. Dies wird von Dr. Heering als Basiseffekt nach dem deutlichen Umsatzrückgang im Jahr 2012 eingeschätzt. Der Auftragseingang in diesem Bereich sank um 21 Prozent.

Wie der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik weiter meldet, lagen die Umsätze bei den Druckereimaschinen zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch der Auftragseingang gab um neun Prozent nach. Wobei sich die Technologien unterschiedlich entwickelten: Die Nachfrage nach Rollenoffset-Druckmaschinen sank deutlich. Bei Bogenoffset ist die Lage stabil, während die Nachfrage nach Flexo- und Tiefdruckmaschinen stieg.    

Auch bei Papierverarbeitungsmaschinen war der Umsatz 2013 um 14 Prozent rückläufig. Der Auftragseingang gab leicht nach (-4%). Der Globalisierungstrend hielt an. Rückläufigen Exporten in EU-Staaten standen Zuwächse in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Nordafrika und im Nahen Osten gegenüber.

Eine Ursache der schwachen Geschäftsentwicklung ist für Heering vor allem die rückläufige Nachfrage aus den BRIC-Staaten. Der Export nach China sank um 12,5 Prozent, unerwartet stark sank auch der Export nach Indien. Die Ausfuhr von Papiertechnik ging um vier Fünftel zurück. Auch in Brasilien und Russland blieben die Geschäfte größtenteils hinter den Erwartungen zurück.

Wegen der schwachen Nachfrage waren die Produktionskapazitäten 2013 im Mittel nur zu 75 Prozent ausgelastet. Die Marktkonsolidierung hält an. Kapazitäten und Beschäftigung werden vielerorts an die Marktsituation angepasst. Auch in Kundenbranchen hält der Strukturwandel an. Kleinere, nicht spezialisierte Druckereien schließen reihenweise. Für Hersteller von Druck- und Papiertechnik hat das Folgen: Potentielle Neuanlagenkäufer fallen weg. Gebrauchtmaschinen drängen auf den Markt. Zugleich ändern sich Anforderungsprofile an Druckprodukte. Trends zur Individualisierung, Personalisierung und Veredelung erfordern technische Umbrüche. Gleiches gilt im Verpackungsmarkt, dessen Produkt- und Prozesswelten sich stark verändern.

Der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik hat unter dem Motto „Print 2030“ eine Reihe von Strategieworkshops ausgerichtet und dabei unser „Branchenbild der Zukunft“ entwickelt“, berichtete der Fachverbandsvorsitzende Kai Büntemeyer. Die Strategieworkshops unter Beteiligung von Vorständen, Studierenden der Hochschule für Medien Stuttgart und Mitgliedsunternehmen hätten alle Teilnehmer für den technologischen und organisatorischen Handlungsbedarf sensibilisiert. Man habe strategische Handlungsfelder identifiziert und eine Roadmap bis 2030 erarbeitet. Als zentrale Herausforderung haben die Workshops „Konvergenz“ ausgemacht. „Analoge und digitale Welt wachsen zusammen“, erklärte Büntemeyer. Das setze harmonisierte, weitgehend automatisierte Prozessketten mit definierten Schnittstellen voraus. So möchte der Arbeitskreis „Prozesskette“ möglichst schon zur nächsten Drupa im Jahr 2016 ein echtzeitfähiges System für herstellerübergreifende Prozessketten auf die Beine stellen. Ziel ist dabei die Fusion digitaler und analoger Druckverfahren. Das soll der zunehmend industrialisierten Kundenbranche das Individualisieren und Personalisieren von Druckerzeugnissen auf Großanlagen ermöglichen. 

Die Initiative „Print 2030“ habe aber laut Büntemeyer auch gezeigt, dass die Unternehmen sich noch stärker als ohnehin in Zukunftsfeldern wie dem On-Demand-Druck individualisierter Bücher oder Kataloge, sowie „Printed Electronics“ engagieren müssen. Auch die Entwicklungen im 3-D-Druck waren Thema. Dies sei als Querschnittsthema für verschiedenste Branchen im Maschinen- und Anlagenbau hoch relevant, daher hat der VDMA die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing beschlossen. Sie soll künftig Beteiligte aus allen Teilen der Wertschöpfungskette zusammenbringen (www.vdma.org).

Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Markt & Management

RGF vergrößert sein Angebot im digitalen Etikettendruck

Partnerschaft mit dem Labelprint-Lösungsanbieter Uninet soll Geschäftsfelderweiterung bei Mitgliedern und Kunden ermöglichen

Der Ring Grafischer Fachhändler (RGF), europaweit agierendes Händlernetzwerk sowie Interessen-, Einkaufs- und Marketinggemeinschaft für Industriepartner, will seinen Mitgliedsunternehmen (und deren Kunden) künftig verstärkt auch den Markt des digitalen Etikettendrucks eröffnen. Vor diesem Hintergrund ist der RGF nun eine strategische Partnerschaft mit Uninet Imaging Inc. für die DACH-Region eingegangen. Uninet mit Stammsitz in New York und einer US-Niederlassung in Kalifornien ist ein weltweit agierender Hersteller und Anbieter von digitalen Etiketten- und Transferdrucklösungen, der die europäischen Märkte von seiner Niederlassung in Barcelona (Spanien) aus bedient.

» mehr

print.de-News jetzt auch per Whatsapp

Druck&Medien Awards 2017 - die Gewinner

Die besten Events von print.de – Jetzt Tickets ordern!

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Druck&Medien Awards 2017 – Get-together und Dinner

Druck&Medien Awards 2017 – Die Verleihung

Umfrage

Aus Zweifel an den tarif- und arbeitsrechtlichen Bedingungen bei der Herstellung wurden in Dänemark 1.200 Wahlplakate eingestampft. Zurecht?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...