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Verdi: Zum Boykott der »Sächsischen Zeitung« aufgefordert

Chefredakteur weist Vorwurf der unseriösen Berichterstattung zurück

Dresden (Reuters) - Wegen angeblich
unseriöser Berichterstattung in der
anstehenden Tarifrunde des öffentlichen
Dienstes hat die Vereinte
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in
Sachsen ihre Mitglieder zum Boykott der
»Sächsischen Zeitung« aufgefordert. Die rund
160.000 Mitglieder sollten die Zeitung nicht
mehr kaufen und bestehende Abonnements
kündigen, forderte Landesbezirksleiter
Wolfgang Anschütz am Donnerstag in
Dresden. Der Gewerkschaftsfunktionär warf
der im Raum Dresden auflagenstärksten
Tageszeitung vor, wiederholt unseriös über
die Tarifsituation im öffentlichen Dienst des
Landes berichtet zu haben. Die Zeitung wies
dies als abwegig zurück. Hintergrund war ein
Kommentar in der »Sächsischen Zeitung«, in
dem die Forderung von SPD und CDU, die
Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst bis
2007 anzugleichen, als plumpes
Wahlversprechen gewertet worden war. Verdi
sah darin die Absicht, die bestehenden Lohn-
und Gehaltsunterschiede zwischen Ost- und
Westdeutschland möglichst lange
aufrechtzuerhalten. Mit einer tendenziösen
Berichterstattung über die anstehende
Tarifrunde seien die Grenzen des fairen
Journalismus überschritten worden. Der
Chefredakteur der »Sächsischen Zeitung«,
Peter Christ, sagte Reuters, er sei irritiert über
den Boykott-Aufruf, zumal die Gewerkschaft
auch Journalisten vertrete. Das Vorgehen
zeuge zudem von einem gestörten Verhältnis
zur Pressefreiheit.

Vereinte Dienstleistungsgesellschaften http://www.verdi.de

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