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Verdi kritisiert BVDM

Arbeitsplatzabbau werde nicht begrenzt

Frank Werneke, Stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)

Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Frank Werneke, kritisiert die Aussagen des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM), die auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch gemacht wurden. Er wirft dem BVDM vor, nichts für die Begrenzung des Arbeitsplatzabbaus in der Druckindustrie tun zu wollen.

„Dass die unternehmerische Freiheit der Druck-Arbeitgeber gegenüber der nationalen und europäischen Politik verteidigt werden muss, überrascht doch etwas", stellte Werneke fest. Der BVDM hatte im Zusammenhang der schlechten wirtschaftlichen Lage der Branche Abstand von einer marktrelevanten Einflussnahme der Politik genommen, und will stattdessen die Unternehmen auf andere Art und Weise unterstützen. "Für den BVDM heißt dies, keine europäische oder staatliche Einflussnahme auf die Märkte, stattdessen Förderung der Branche hin zu zukunftsfähigen Technologien und Geschäftsmodellen," hieß es auf der Pressekonferenz des BVDM.

Werneke teilt weiter mit: „Wir jedenfalls erkennen keine Anzeichen dafür, dass relevante Kräfte in der EU-Kommission oder der Bundesregierung die Verstaatlichung der Druckindustrie planen.“ Die Druckarbeitgeber verweigerten sich laut Werneke vielmehr jedem industriepolitischen Dialog. „Außerordentlich enttäuschend sei daher die schroffe Absage des Arbeitgeberverbandes an alle Initiativen zur Begrenzung des Arbeitsplatzabbaus in der Druckindustrie,“ heißt es in einer Mitteilung von Verdi. Allein in den vergangenen zwölf Monaten seien in der Branche rund 10.000 Arbeitsplätze "vernichtet" worden, das entspräche rund sechs Prozent der Gesamtbeschäftigtenzahl.

„Jetzt einfach auf weitere Insolvenzen zu warten und darüber eine Marktbereinigung zu erhoffen, ist unverantwortlich und zynisch. Wir erwarten stattdessen, dass sich der BVDM seiner sozialpolitischen Verantwortung stellt. In der bevorstehenden Tarifrunde müssen deshalb die tatsächlichen Zukunftsfragen für die Druckindustrie im  Vordergrund stehen: Die Sicherung von Beschäftigung und die Begrenzung von Schmutzkonkurrenz zwischen den Betrieben. Dabei spielt das Unterlaufen von Tarifverträgen durch Leiharbeit eine besondere Rolle", fordert Werneke.
BVDM-Hauptgeschäftsführer Paul-Albert Deimel hatte von einer sich von "alleine vollziehenden Konsolidierung" und einem "notwendigen Abbau von Überkapazitäten" gesprochen, die der BVDM aber durchaus im beidseitigen Sinne der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sozialpolitisch begleiten wolle. Das Problem Leiharbeit will der BVDM beispielsweise durch ein tariflich gesengtes Mindestgehalt für ungelernte Kräfte angehen.

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