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WKM kämpft weiter gegen die geplante VG-Wort-Betreiberabgabe

Nicht nur Copy-Shops, auch Digitaldruckdienstleister sind betroffen
 

Der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V. kämpft weiter gegen die VG-Wort-Betreiberabgabe, die um 456 % erhöht werden soll.

Gegen das jüngste Verhandlungsangebot der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), das eine 456%-Erhöhung der Urheberrechts-Betreiberabgabe auf Kopiersysteme vorsieht, wehrt sich der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V. Der 200 Mitglieder starke Verband inhabergeführter Digitaldruck- und Scan-Dienstleistungs-Betriebe hatte im September auf seiner Jahrestagung in Potsdam über die Pläne der VG Wort informiert. Danach soll die Betreiberabgabe für Kleinformat-Digitaldrucksysteme u.a. von Xerox, Ricoh, Océ-Canon, Konica-Minolta und HP dramatisch steigen. WKM-Verhandlungsführer Wilfried Engel (Reprocourier Berlin) stellte die Situation als bedrohlich dar, sollte VG Wort mit seinen Tarifvorstellungen durchkommen.

Auf einer Protestveranstaltung während der WKM-Jahrestagung in Potsdam berichteten betroffene Druck-Unternehmer über ihre Rechtsstreitigkeiten mit der VG Wort. Der Verband habe ihnen breite Unterstützung zugesagt. Hatte VG Wort noch vor einigen Wochen die Betreiberverbände in den Verhandlungen mit der Forderung nach einer Erhöhung um 637% konfrontiert, so lautet die neueste Forderung immer noch 456%. "Für jeden Kaufmann stellt dieser Sprung eine Unverschämtheit dar, damit werden viele Betriebe an den Rand des Ruins getrieben“, so WKM-Geschäftsführer Rechtsanwalt Achim Carius. Um die Abwehrstrategie des Verbandes zu optimieren, hat der WKM nach eigener Aussage mittlerweile hochkarätige Urheberrechtsanwälte als Berater verpflichtet.
 
Auch die Gema als Schwesterorganisation der VG Wort sorgt mit ähnlichen Erhöhungsforderungen seit Wochen für negative Schlagzeilen in der Tagespresse. Einen ähnlichen Proteststurm wollen jetzt auch die betroffenen WKM-Dienstleister entfachen.

 
Vorstandswahl bestätigt Verbandsspitze

Die Führungsspitze des 99 Jahre alten Verbandes wurde auf der Mitgliederversammlung erneut für drei weitere Jahre bestätigt. Dazu gehören Vorsitzender Karl-Heinz Neumann vom Medientechnik-Dienstleister Scharlau in Hamburg, der stellvertretende Vorsitzende Heiko Schmalfuß vom Unternehmen Chemnitzer Kopierzentrum und Finanzvorstand Annette Hebbeler von Exakt Osnabrück. Die drei bilden den geschäftsführenden Vorstand. Neu im Gesamtvorstand als Beisitzer ist Sabine Berking-Pipoh aus Düsseldorf, die für den ausgeschiedenen Andreas Haltmeyer aus Wien gewählt wurde.

 

Aufnahmekriterien verschärft
 

Der Verband hat sich in seiner neuen Satzung von zentral gesteuerten überregionalen Billig-Kopierketten abgesetzt. Das Bild vom inhabergeführten Einzelunternehmen, häufig in der Form eines Familienbetriebes, soll das Verbandsleben beherrschen. Filialsysteme mit ferngesteuerten Niederlassungsleitern passen nicht zum Unternehmerverband WKM, so die neue Satzung. An das Bild vom ehrbahren Kaufmann will man anknüpfen. Dies sei nicht überholt oder verstaubt, so Achim Carius, sondern „ein Leitbild, das unsere freie und soziale Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg erst stark gemacht hat.“ Neue Mitglieder sucht der Verband dort, wo moderne Medien-Dienstleister sich einem Netzwerk von Gleichgesinnten anschließen wollen.
 

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