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Wachter in Bönnigheim stellt Insolvenzantrag

Restrukturierungsprozess lief bereits seit 2011
 
Wachter Bönnigheim

Die Bönnigheimer Druckerei Wachter ist in finanzieller Schieflage.

Die Bogen- und Rollenoffsetdruckerei Wachter GmbH & Co. KG (Bönnigheim) hat am 24. April 2013 beim Amtsgericht Heilbronn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Holger Blümle (Kanzlei Schultze & Braun) bestellt.

Die 1952 gegründete Druckerei hat aktuell 85 Mitarbeiter. Ende 2011 waren es 109 gewesen. Im Geschäftsjahr 2011 musste das Unternehmen bei einem Rohergebnis von 8,16 Mio. Euro einen Jahresfehlbetrag von 1,31 Mio. Euro verbuchen. Das Rohergebnis bildet sich aus dem Umsatzerlösen (die laut "Heilbronner Stimme" bei rund 15 Mio. Euro lagen), dem Materialaufwand, Bestandsveränderungen, sonstigen betrieblichen Erträgen und anderen aktivierten Eigenleistungen. Die Verbindlichkeiten lagen Ende 2011 bei knapp 10,5 Mio. Euro und waren damit fast so hoch wie die Bilanzsumme (11,4 Mio. Euro).

Mitte 2011 hatte Wachter ein Restrukturierungsprogramm begonnen um das Unternehmen „wieder in die operative Gewinnzone zu führen“. Für das Jahr 2013 erwartete man einen „Turnaround, da dann spätestens die gesamten Restrukturierungsmaßnahmen halthaltig spürbar sein werden“, heißt es im Lagebericht zum hinterlegten Jahresabschluss.

"Trotz schnell voranschreitender Umsetzung der Maßnahmen hat die Liquidität zuletzt nicht ausgereicht, um eine Insolvenz abzuwenden", kommentiert der vorläufige Insolvenzverwalter nun die Situation. Im Insolvenzverfahren solle die begonnene Restrukturierung in Abstimmung mit den Gläubigern abgeschlossen werden. So sollen gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten eines Insolvenzplans bzw. eines Unternehmensverkaufs geprüft werden. Gespräche mit ersten potentiellen Investoren sind bereits angelaufen.

„Trotz der tiefen Krise in der Druckbranche sehe ich aufgrund der bereits nahezu abgeschlossenen Restrukturierung des Unternehmens in den letzten Jahren und dem guten Kundenstamm die Aussichten auf einen Erhalt des Unternehmens positiv“, erläutert Blümle. Der Geschäftsbetrieb laufe auch nach dem Insolvenzantrag vollumfänglich weiter: „Dies sollte ausreichend Zeit für die nachhaltige Prüfung der Restrukturierungsmöglichkeiten bieten."

Nach dem frühen Tod des geschäftsführenden Gesellschafters Martin Wachter im Jahr 2008 hatten die beiden Mitgeschäftsführer Rupert Schmid und Frank Heltsche das Unternehmen weitergeführt. Schmid musste nun den Gang zum Insolvenzgericht antreten.

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