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Westend Druckereibetriebe verteidigen ihre geplanten Lohnkürzungen

Essener Druckerei will investieren, wenn Mitarbeiter bei weniger Verdienst mehr arbeiten

Sind die geplanten Sparmaßnahmen bei den Westend Druckereibetrieben (Essen) eine »notwendige Massnahme zur Sicherung von 300 Arbeitsplätzen«, wie es die Geschäftsleitung des Rollenoffsetunternehmens darstellt. Oder ist es »ein schamloser Griff in die Taschen der Mitarbeiter«, wie es der örtliche Gewerkschaftsbezirk formuliert?
Die Westend Druckereibetriebe GmbH gehört zu den größeren Rollen-Offset-Druckereien in Deutschland. Zum Maschinenpark zählen unter anderem eine 64-Seiten-Maschine aus dem Jahr 2000 sowie eine 48-Seiten- sowie eine 32-Seiten-Rolle, die in den Jahren 1996 bzw. 2004 installiert worden waren. Im Herbst 2005 war das früher als »Krupp Druckereibetriebe« firmierende Unternehmen im Zuge eines Management-Buy-Outs verkauft worden, den die Hannover-Finanz-Gruppe durch Erwerb von 85 % der Anteile gestützt hatte.
Bei einer Pressekonferenz im Juni 2006 betonte der damalige Sprecher der Geschäftsführung, Knut Eckermann, dass Westend »kontinuierlich schwarze Zahlen schreibt, seine Investitionen in einen modernen Maschinenpark aus eigener Kraft stemmt und in diesem Jahr (2006) nach etwa 7 % Umsatzplus die 100-Mio.-Euro-Marke überspringt«.
Dass das zwischenzeitlich aus dem Arbeitgeberverband ausgetretene Unternehmen ein Jahr später »Verhandlungen über ein Standort- und Beschäftigungssicherungsbündnis geführt und erfolgreich zum Abschluss gebracht hat«, wird mit »einem erbitterten Wettbewerbskampf« begründet. Um diesen »bestehen zu können, sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe erforderlich«. Der Westdeutsche Rundfunk nannte in einer Meldung die Zahl »20 Mio. Euro«, die für eine neue Rotationsmaschine ausgegeben werden sollen.
Die nun mit den Arbeitsnehmervertretern verhandelten Konditionen entsprächen laut Westend-Geschäftsführung »vergleichbaren Bedingungen bei den meisten Wettbewerbern der Westend Druckereibetriebe«. Es handelt sich um die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um zwei Stunden pro Woche ab 1.1.2008 (auf dann 40 Stunden), den Verzicht auf Lohnerhöhungen für drei Jahre, sowie Kürzungen bei Urlaubs-/Weihnachtsgeld im selben Zeitraum. Im Gegenzug wurde eine dreijährige Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen und eine »den Standort sichernde Investition« zugesagt.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) beziffert die Lohneinsparung auf mehr als zwei Mio. Euro pro Jahr. »Das sind millionenschwere Geschenke der Beschäftigten«, sagt Verdi-Sekretär Rainer Sauer. Die genannten Vereinbarungen werden den Mitarbeitern im Zuge von einzelvertraglichen Ergänzungsvereinbarungen zur Unterschrift vorgelegt. In einer Mitteilung vom 8. Juni sprach Verdi davon, dass 60 von 320 Beschäftigten bislang unterschrieben hätten. Die Westend-Geschäftsführung gab am selben Tag bekannt »die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter« habe bis zu diesem Tage dem Bündnis zugestimmt: »Allen Beteiligten ist klar, dass ohne ein solches Beschäftigungsbündnis eine notwendige Neuinvestition am Standort Essen nicht möglich ist«.

Westend Druckereibetriebe GmbH http://www.westenddruck.de

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