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Adobe stellt die Creative Suite 6 vor

Auf dem Weg in die Abo-Cloud
 

Die Adobe Creative Suite 6 ist vor allem gekennzeichnet von weitreichenden Neuerungen und Alternativen im Vertriebsmodell.

Die zuletzt von Adobe veröffentlichte Creative Suite 5.5 war eine eilig dazwischen geschobene Version, um den rasanten Entwicklungen im iPad-Publishing-Markt Rechnung zu tragen. Nun hat Adobe „noch für das 1. Halbjahr 2012“ die reguläre, neue Version CS6 angekündigt.

Neben Verbesserungen und Erweiterungen in allen Programmen (inzwischen handelt es sich hier um 14 Produkte, die einzeln und in vier Creative Suites verfügbar sind) ändert der Hersteller mit der Creative Suite 6 sukzessive auch das Anbietermodell in Richtung Cloud. Adobe nennt das bereits im letzten Jahr angelaufene Konzept „Creative Cloud“ und bietet dem Anwender hiermit künftig eine Mischung aus Mitgliedschaft in einer kreativen Community inklusive Support und Training, der Möglichkeit, Software zu mieten, sowie die Adobe Touch Apps, die Tablet-Geräte zu einem integralen Bestandteil im kreativen Gestaltungsprozess machen sollen.

Die Software lässt sich optional zur bisherigen Verkaufsweise jahres- oder auch monatsweise abonnieren – dann immer als komplette Suite. Der Jahrespreis liegt bei etwa 600 Euro; bezahlt wird im Voraus für ein volles Jahr. Ein einzeln gebuchter Monatsbeitrag wird von Adobe mit 75 Euro veranschlagt. Diese kurzfristigen Abonnements sind gerade für Firmen interessant, die projektbasiert zusätzliche Lizenzen benötigen. Eine Einzellizenz gilt immer für ein stationäres und ein mobiles Gerät eines Anwenders; es sind zudem Abonnements für Teams möglich.
Die Adobe Creative Suite 6-Anwendungen sowie die Adobe Creative Cloud sind voraussichtlich innerhalb der nächsten 30 Tagen verfügbar und können ab heute (23.4.) vorbestellt werden. Adobe bietet wie gesagt weiterhin 14 Einzelprodukte wie auch die Suiten Adobe Creative Suite 6 Design & Web Premium (2.199 Euro zzgl. MwSt.), Adobe Creative Suite 6 Design Standard (1.499 Euro zzgl. MwSt.), Adobe Creative Suite 6 Production Premium (2.199 Euro zzgl. MwSt.) und Adobe Creative Suite 6 Master Collection (2.999 Euro zzgl. MwSt.) zum Kauf an. Upgrade-Preise für berechtigte Kunden werden ebenfalls angeboten. 

Die nach und nach auf den Markt kommenden Services der Creative Cloud umfassen Synchronisationsmöglichkeiten zwischen stationärem Rechner und Mobilgeräten, Speicherplatz in der Cloud (20 GB, eigens für die Arbeitsdateien), einen cloud-basierten Dienst für Web-Schriften namens Typekit, eine Digital Publishing Suite Single Edition (für das iPad-Publishing) sowie – später in diesem Jahr – die Online-Geschäfts­lösung „Business Catalyst“.

Die Softwarepakete werden in nächster Zeit jedoch noch in der Box an den Kunden geliefert und die Software ist auch auf dem Kundenrechner installiert und befindet sich nicht in der Wolke. Die Creative Suite 6 aus der Cloud soll künftig gleichermaßen für Windows als auch für das Mac-Betriebssystem geeignet sein und wird die Anwendungen in 23 Sprachen bieten. Updates sollen in Zukunft automatisch über das Internet durchgeführt werden können, sodass der Anwender immer die aktuelle Version im Zugriff hat. Was dies dann aber für Dienstleister bedeutet, die stets auch ältere Programmausgaben für Kundendaten vorhalten müssen, ist noch nicht klar. Nicht jede Branche dürfte ein „Zwangsupdate“ begrüßen.

Die Programme für den Design-Bereich.
Erneut hat der Hersteller die Benutzeroberfläche der einzelnen Programme besser aufeinander abgestimmt. Insgesamt ist die Oberfläche zurückhaltender und dunkler und lässt sich vom Benutzer individuell einstellen. Mehr Arbeitsgeschwindigkeit soll die 64-Bit-Unterstützung und die GPU-Beschleunigung, genannt Mercury Performance System, bringen.

Illustrator CS6 verfügt nun über eine verbesserte Technologie für das interaktive Nachzeichnen, die genauere Ergebnisse bei der Umwandlung von Pixelvorlagen in Vektorobjekte verspricht. Eine weitere interessante Neuerung betrifft das Textildesign. Mit der Funktion zur Mustererstellung lassen sich in wenigen Schritten aus Objekten Vorlagen für die nahtlose Mustergenerierung produzieren. Neu sind auch Verläufe, die entlang an Pinselstrichen laufen. So kann der Anwender plastisch wirkende Designs mit wenigen Pinselstrichen erzeugen.

Indesign schreitet voran auf dem Weg zur Produktionssoftware für Tablettrechner-Publikationen. Die Funktion Layoutanpassung wurde weiter aufgebohrt, um Layouts möglichst effizient im Hoch- oder Querformat an verschiedene Ausgabebildschirme anzupassen. Dafür gibt es nun spezielle Hilfslinien namens „Liquid Page Rules“. Eine völlig andere Zielgruppe betreffen die neuen Möglichkeiten zum Erstellen interaktiver, barrierefreier Formulare in Indesign, die dann direkt über den PDF-Export ausgegeben werden.

Das Bildbearbeitungswerkzeug der CS-Familie, Photoshop, bringt neue und verbesserte Funktionen für inhaltsbewahrende Bildretuschen. So lassen sich – bei geeigneter Bildvorlage – Objekte oder Personen mit wenig Aufwand auf dem Bildhintergrund verschieben. Bei der Filtergalerie sind die Weichzeichneroptionen unter anderem um eine „Tilt-Shift“-Funktion erweitert worden. Im 3-D-Bereich legt Photoshop CS6 nochmals nach – allerdings nur in der Photoshop-Extended-Version. Eine weitere, eher artfremde Erweiterung ist die Möglichkeit, aus Standbildern Videos zu produzieren.

Erstes Fazit.
Insgesamt stehen bei der Creative Suite weitreichende Neuerungen und Alternativen im Vertriebsmodell an. Die Verbesserungen der Programme betreffen vor allem die darunterliegende Technologieebene (Hardware/Be­triebssystem), die Benutzeroberfläche und aus praktischer Sicht immer häufiger Funktionen, die aus dem Bereich „Very Special Interest“ kommen.

Sobald Adobe die CS6 freigibt, wird Deutscher Drucker  das neue Softwarepaket unter Praxis­aspekten kritisch unter die Lupe nehmen. Mit dem Testbericht dürfte im Sommer/Spätsommer zu rechnen sein. (aoe)

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