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Alternative Rohstoffe: Eukalyptusfasern im Papier

Folgend auf den Artikel "Gras im Karton" (DD 5/2017) der Serie "Alternative Rohstoffe" hinterfragt Deutscher Drucker nun den Einsatz von Eukalyptusbäumen
 

Eukalyptusbäume werden 30 bis 35 Meter hoch und sind schnell wachsend. (Foto: Pushish Images/Shutterstock)

Wie gut sich ein Holz für die Herstellung von Zellstoff als Grundlage für die Papierproduktion eignet, hängt nicht nur davon ab, ob es von Nadel- oder Laubbäumen stammt, sondern auch von den Eigenschaften der jeweiligen Zellstofffasern. Eucalyptus globulus zum Beispiel, eine in Europa vorwiegend in Portugal kultivierte Baumart, hat besonders dicke Zellwände. Das Papier, das aus diesem Zellstoff hergestellt wird, soll besonders steif und dimensionsstabil sein, eine gute Blattformation sowie eine homogene Oberfläche und ein hohes Volumen besitzen.

Kein Wunder also, dass man in der Papierherstellung auf diesen Rohstoff aufmerksam geworden ist. Dazu zählt auch der Papierhersteller Portucel Soporcel, der seit über einem Jahr unter dem Namen „The Navigator Company“ firmiert. Das portugiesische Unternehmen setzt in seiner gesamten Produktion auf die Verwendung von Fasern des Eucalyptus globulus. Dessen Fasern kommen beispielsweise in den vom Papiergroßhändler Antalis in Deutschland vertriebenen Papiermarken Pioneer, Pioneer Preprint und Print Speed zum Einsatz.

Elena Potsi, Produktmanagerin Office & Print bei der Antalis GmbH kennt diese Papiersorten aus dem Effeff und kann Auskunft über den Einsatz der Eukalyptusfasern geben. Im Interview mit Deutscher Drucker beantwortet die Papierspezialistin auch kritische Fragen. Zum Beispiel nach der Nachhaltigkeit von Eukalyptusbäumen oder auch danach, ob die Monokultur von Eukalyptusbäumen in Form von Plantagen Gefahren für die europäische Flora und Fauna hervorruft.

Aber auch Fragen nach den Eigenschaften der Papiere mit Eukalyptusfasern für Druck und Weiterverarbeitung sowie nach nachhaltiger Forstwirtschaft werden beantwortet. Nicht zuletzt geht die Papierspezialistin darauf ein, ob Druckdienstleister, die auf ihre Ökobilanz achten, diese Papiere ebenfalls bedenkenlos einsetzen können. Noch mehr über dieses Thema lesen Sie in der neuesten Ausgabe 12/2017 von Deutscher Drucker, die ab 1. Juni 2017 als Einzelheft im print.de-Shop erhältlich sein wird, aber bereits jetzt vorbestellbar ist! [875]

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Leserkommentare (1)

Matthias Hauer | Freitag, 23. Juni 2017 12:36:02

Waldbrand in Portugal: Eukalyptus-Misere

Leider verursacht der künstliche und massive Eukalyptus-Anbau durch die portugiesischen Zellstoffhersteller nicht nur eine Reduktion der Artenvielfalt und eine höhere Bodenerosion, sondern fördert traurigerweise auch den aktuellen Waldbrand in Portugal:
"Die EU förderte die Anpflanzung von Pinien und Eukalyptus - ein Fehler?
Ein noch massiverer Vorwurf richtet sich an die Adressen der Regierung in Lissabon und der Europäischen Union in Brüssel: Anstelle von Mischwäldern mit dichtem Baumbestand, in denen es auch im Sommer kühl ist und der Boden feucht bleibt, wurden vor allem schnell wachsende Pinien und Eukalyptusbäume gepflanzt, die EU hat einen Großteil der Finanzierung übernommen.
Dabei wurden Warnungen überhört: Zum einen stehen bei diesen Arten die Bäume weit auseinander, sodass auch der Waldboden im Sommer leicht zundertrocken ist. Zum anderen begünstigt die Monokultur die rasend schnelle Ausbreitung des Feuers, gerade bei Eukalyptus, dessen Holz stark harzhaltig ist. Im portugiesischen Fernsehen sagte ein Experte jetzt: "Es war nur eine Frage der Zeit, dass es zu einer solchen Katastrophe kommen musste."
(aus: SZ.de, 19.6.2017: "Warum die Waldbrände in Portugal so verheerend sind" von Thomas Urban)

Mal schauen, was The Navigator Company nun auf print.de veröffentlichen wird?

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