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Bobst und Radex gründen Digitaldrucktechnik-Joint-Venture Mouvent

Unternehmen soll zum Digitaldruck Competence Center und Lösungsanbieter von Bobst ausgebaut werden – neue Etikettendruck-Lösungen auf der Labelexpo 2017 zu sehen
 

Die neue digitale TextildruckmaschineTX801 von Mouvent druckt mit bis zu acht Farben und obwohl sie nach dem Scan-Prinzip funktioniert, werden bis zu 50 % der Druckaufträge in einem einzigen Durchgang abgeschlossen, wie es bei Bobst heißt.

Heute haben Bobst, Lieferant von Anlagen und Services für Verpackungs- und Etikettenhersteller, und Radex, ein Startup-Unternehmen, die Gründung der Mouvent AG bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um ein Joint-Venture, das zum Digitaldruck Competence Center und Lösungsanbieter von Bobst ausgebaut werden soll. Radex ist auf den digitalen DOD-Inkjetdruck spezialisiert. Mouvent beschäftigt in der Schweiz 80 Mitarbeiter und will sich darauf konzentrieren, „die Zukunft des Digitaldrucks zu erfinden und zu liefern“, so Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group SA, heute bei der Vorstellung der Neugründung in Wetzikon bei Zürich.

Zentraler Baustein bei Mouvent ist eine von Radex entwickelte Digitaldrucktechnologie, die auf einem hochgradig integrierten Cluster basiert. Aufgrund des kompakten Designs ist diese Technologie das Herzstück der neuen Druckmaschinen, die Mouvent für ein breites Anwendungsspektrum, darunter für Textilien, Etiketten, Wellpappe, flexible Verpackungen und Faltschachteln, entwickelt wurden.

„Aktuelle Branchentrends, wie die starke Nachfrage nach Digitalisierung, Kleinauflagen, kurzen Lieferfristen, Werbung und Versionierung, personalisierten und saisonalen Produkten, sowie ein wachsendes Kosten- und Umweltbewusstsein, lassen den Bedarf an qualitativ hochwertigen und erschwinglichen Digitaldruckmaschinen steigen. Mit Mouvent möchten wir […] dem Markt letztlich das zur Verfügung stellen, was er am dringendsten benötigt, nämlich zuverlässige und industrietaugliche Druckmaschinen, die verschiedene Substrate zu konkurrenzfähigen Preisen verarbeiten“, wie Jean-Pascal Bobst wörtlich ausführt.

So entwickelt, konstruiert und testet das Unternehmen auf Grundlage seines Mouvent-Clusters Digitaldruckmaschinen für den industriellen Einsatz. Mouvent schreibt die Software für die Druckmaschinen, entwickelt Tinten und Beschichtungen für verschiedene Bedruckstoffe und macht ein Full-Service-Angebot. Das Unternehmen will bei der Inkjet-Produktion von Etiketten eigenen Angaben zufolge bei Kosten, Qualität, Tintenpreisen, Lebensdauer und Qualität der Druckköpfe sowie bei der Maschinenleistung punkten. Das erste Produkt, das Mouvent auf den Markt gebracht hat, ist eine Digitaldruckmaschine für Textilien, TX801, die bis zu acht Farben einsetzt. Daneben befindet sich laut Mouvent eine ganze Produktlinie bereits in der Entwicklung. Die TX801 ermöglicht eine optische Auflösung von max. 2.000 dpi bei einer Druckleistung von max. 200 m2 /h bzw. 120 m/h. Als Druckköpfe kommen Samba-Köpfe von Fujifilm zum Einsatz. Verarbeitet wird Material mit einer Breite von max. 1.800 mm und einem Rollendurchmesser von max. 400 mm.

Neuentwicklungen auf der Labelexpo Europe 2017

Auf der Labelexpo Europe 2017 in Brüssel (Stand A60 in Halle 3) will Mouvent seine ersten Etikettendrucklösungen vorstellen. Dazu gehören die beiden neuen 7-Farben-UV-Inkjet-Hochgeschwindigkeits-Druckmaschinen LB701-UV und LB702-UV sowie eine neuartige digitale Inkjet-Etikettendruckmaschine für Schmalbahnanwendungen.

Die Rollendruckmaschinen verarbeiten verschiedene Substrate, darunter Papier, Selbstklebeetiketten und flexible Materialien, mit einer Breite bis zu 170 mm bzw. 340 mm. Dabei wird laut Hersteller eine Produktionsgeschwindigkeit von max. 100 m/min mit einer nativen Auflösung von 1.200 x 1.200 dpi und einer optischen Auflösung von 2.000 dpi erreicht.

Was steckt hinter dem „Cluster-Design“?

Alle bereits vorhandenen sowie die noch zu entwickelnden Systeme basieren auf einem neuartigen „Cluster-Design“. Das bedeutet, dass es einen Basis-Cluster gibt, der in einer modularen und skalierbaren Matrix angeordnet ist. „Daher müssen wir bei unterschiedlichen Anwendungen und Druckbreiten nicht mehr mit verschiedenen Druckbalken arbeiten“, erläutert Piero Pierantozzi, Mitgründer von Mouvent. „Das Mouvent Cluster ist die Schlüsseltechnologie hinter unseren Maschinen." Es erlaube eine hohe optische Auflösung, die gestochen scharfe und farbenfrohe Bilder in einer hohen Druckqualität erzielen soll. Gleichzeitig ermögliche der Cluster eine hohe Flexibilität und neue Möglichkeiten in der Maschinenentwicklung.

Die Produkte von Mouvent sind nach Aussage des Unternehmens die kleinsten Digitaldruckmaschinen ihrer Klasse und erinnern eher an Schreibtischdrucker als beispielsweise an konventionelle analoge Flexodruckmaschinen. Sie sind kompakt, bedienerfreundlich und besitzen ein geringes Gewicht, so Mouvent. Zudem soll das modulare System die Konfiguration erleichtern und den Rüstaufwand durch weniger Feineinstellungen verringern, was die Produktivität erhöht. Wie das neue Joint-Venture erklärt, ermöglicht das kompakte Design eine kleinere Stellfläche, schnellere Umrüstungen bei Auftragswechsel, eine einfache Installation und niedrige Kosten.

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