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Bonifatius Druckerei produziert mit klimaneutral gefertigter Maschine

Performance und Klimaschonung müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen
 

Reinhard Gleichmar, Controller Bonifatius; Ralf Engels, Vertrieb Steuber; Rolf Pitsch, Geschäftsführer Bonifatius; Stephan Steuber, Geschäftsführer Steuber; und Wolfgang Hettlage, Betriebsleiter Bonifatius, vor der umweltfreundlichen Rapida-Anlage (v.l.).

In der 1869 gegründeten Paderborner Bonifatius Druckerei produziert eine klimaneutral hergestellte KBA-Fünffarben-Rapida 106 mit Lackturm, Auslageverlängerung und umfangreicher Automatisierung. Die Anlage ermöglicht dem Druckbetrieb eine „wirtschaftliche Produktion mit hoher Stundenleistung und kurzen Rüstzeiten“ und bietet Potential zur Makulatur- und Energieeinsparung und damit zur Verbesserung der Ökobilanz, wie die Koenig & Bauer AG aktuell berichtet.

Die von der KBA-Vertretung Heinrich Steuber aus Mönchengladbach gelieferte Druckmaschine verfügt neben Kartondruck- und Antistatikpaketen auch über den simultanen Druckplattenwechsel (Drivetronic SPC) mit Platten-Identifizierung und automatischem Vorregister (Plate Ident), mit parallelen Waschprozessen (Cleantronic Synchro) und simultanen Lackformwechseln (Drivetronic SFC), Ausstattung für den alkoholfreien Druck und energiesparende Varidry-Blue-Trocknungssysteme. Der Anschluss an eine zentrale, vom Ergotronic-Leitstand steuerbare Luftversorgung reduziert zusätzlich den Energieverbrauch und den Lärm im Drucksaal, so KBA weiter. Die Trocknung erfolgt ohne IR-Strahler. Nach den Erfahrungen von Betriebsleiter Wolfgang Hettlage verzögert die IR-Strahlung die Trocknung mineralölfreier Ökofarben, so dass er darauf verzichtet. Als positiven Nebeneffekt sieht er die geringere Stapeltemperatur in der Auslage. 

Die Rapida 106 wurde klimaneutral produziert, d. h. alle bei der Herstellung erzeugten CO2-Emissionen wurden durch die Förderung eines Klimaprojekts in Nordrhein-Westfalen ausgeglichen. Neben dem alkoholfreien Druck mit mineralölfreien Farben kommt Druckpuder auf Stärkebasis zum Einsatz. Die automatisierte Produktion mit Vorregister und Inline-Farbregelung, auskuppelbare Farbwerke und viele weitere Details reduzieren den Papierverbrauch, wie KBA weiter betont. 

Bonifatius bietet interessierten Kunden selbst auch die klimaneutrale Druckproduktion (über Climate Partner) an. Daneben stellt sich das Unternehmen regelmäßig den Zertifizierungen von EMAS, PEFC und FSC, Umwelt- und Abfallzertifizierungen bis hin zu PSO, ISO 14001 und ISO 9001. Jährlich legt Bonifatius eine Umwelterklärung vor, die über die Nutzung aller Ressourcen Rechenschaft ablegt. Zudem produziert das Unternehmen ausschließlich mit Energie aus Wasserkraft. 

Geschäftsführer Rolf Pitsch und sein Team haben vor zwei Jahren mit der Einführung von Content Management Systemen (CMS) ein weiteres Differenzierungsmerkmal geschaffen. Durch diesen zusätzlichen Service konnten Kundenbindung und Auslastung im Druck stabilisiert und die Begleitung von Kunden bei der Nutzung der Inhalte für digitale Ausgabekanäle sichergestellt werden, wie es vonseiten des Kunden Bonifatius heißt. Die Mitarbeiter von Bonifatius entwickeln dazu spezielle Tools, mit denen sich die Workflows in Verlagsunternehmen individueller gestalten lassen. 

Neben der Druckerei mit Rollen-, Bogenoffset- und Digitaldruckmaschinen gehören ein Buchverlag, ein Zeitschriftenverlag, das IT-Beratungsunternehmen Competo Media Service sowie der Buchhandel inklusive des Versenders Borro Medien in Bonn zum Unternehmen. Mit 145 Mitarbeitern (davon 108 in der Druckerei) erwirtschaftet Bonifatius auf knapp 9.000 m2 Produktionsfläche einen Umsatz von 25 Mio. Euro. 

Die Bonifatius Druckerei ist eng mit der Geschichte des katholischen Bonifatiuswerks und der Stadt Paderborn verknüpft. Ende der 1990er-Jahre zog man aus der Innenstadt in ein nahes Gewerbegebiet und stellte den Tiefdruck ein. 

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