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Den „Waschbretteffekt“ messen und unter Kontrolle bringen

Corrcheck – Corrugated Checker – ein neues Messverfahren für Wellpappe
 

Der Corrcheck im Einsatz.

Mit einem kamerabasierten, optischen und berührungslosen Messverfahren namens Corrcheck – Corrugated Checker – will der Südtiroler Messtechnik-Spezialist Peret aus Vahrn bei Bozen es Wellpappe-Anwendern ermöglichen, den störenden „Waschbretteffekt“ auszumessen und bereits rechtzeitig zu entscheiden, ob eine Wellpappe bedruckt oder besser gleich wieder dem Recyclingprozess zugeführt werden soll.

Wellpappe als Rohstoff ist robust und gleichzeitig leicht. Es gibt aber auch Einschränkungen wie den sogenannten „Waschbretteffekt“ und die damit verbundene Streifigkeit im Druck. Der „Waschbretteffekt“ entsteht ungewollt bei der Herstellung der Wellpappe und äußert sich in Form von Höhenunterschieden an der Oberfläche der Deckpapiere zwischen Wellenberg und Wellental. Er ist auf unbedruckter wie auf bedruckter Wellpappe sichtbar. Farbannahmeverhalten, Tonwertänderungen, Wegschlagen der Farbe und Glanzeffekte verstärken den Eindruck von Streifen und können zu inakzeptablen Druckfehlern führen. Bei der Fertigung von Wellpappe werden vereinfacht dargestellt verschiedene Papiere, glatt bzw. zur Welle geformt, miteinander verklebt. Dabei wird auf dem Wellenberg Kleber aufgebracht, der sich während der Trocknung zusammenzieht. Dadurch wird das Deckpapier an der Klebestelle an die Welle herangezogen, wodurch eine Absenkung der Oberfläche über dem Wellental entsteht.

Die Luftfeuchtigkeit, die Feuchtigkeit in den Papieren und der Wassergehalt im Kleber haben einen großen Einfluss auf das Endprodukt und es gilt hier ein optimales Zusammenspiel der Parameter anzustreben. Ist die Feuchtigkeit im Papier hoch, quillt dieses an und es wird weniger Kleber aufgetragen. Der Waschbretteffekt fällt geringer aus.

Da sich alle Produktionsmaschinen voneinander unterscheiden, muss für jede Maschine die optimale Einstellung gefunden, kontinuierlich geprüft und konstant gehalten werden.

Um Kosten durch Makulatur, vergeudete Maschinenstunden, Diskussionen mit den Kunden und damit verbundenen Zusatzrabatten oder gar Imageverlust zu vermeiden, wäre nun eine Kennzahl für den Waschbretteffekt wünschenswert, mit der dieser Effekt objektiv und wiederholbar quantifiziert werden kann. Damit könnte man bereits rechtzeitig entscheiden, ob eine Wellpappe bedruckt oder besser gleich wieder dem Recyclingprozess zugeführt werden soll.

Das soll jetzt mit dem vom Südtiroler Messgerätehersteller Peret (www.peret.it) entwickelten kamerabasierten, optischen und berührungslosen Messverfahren Corrcheck möglich sein. Wie Geschäftsführer Lukas Pescoller berichtet, können so geringe Höhenunterschiede der Oberfläche des Deckpapiers zwischen darunterliegendem Wellenberg und Wellental schnell, einfach und wiederholbar ausgemessen werden. Diese Höhenunterschiede werden als WBE-Kennzahl ausgegeben.

Innerhalb weniger Sekunden soll das Corrcheck ein 4 cm breites Oberflächenprofil mit einer Tiefenauflösung von 1 µm aufnehmen. Aus den über 6.000 Höhenmessungen eines einzigen Messvorganges wird der mittlere Höhenunterschied errechnet und als WBE in Mikrometern ausgegeben. Das System erlaubt es, direkt in der Produktion auf den Originalzuschnitten den Waschbretteffekt zu messen, ohne dafür einen signifikanten Mehraufwand für die Vorbereitung von Messmustern in Kauf nehmen zu müssen, wie Pescoller weiter ausführt.

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