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Flüssigtoner-Drucke verursachen Schaden in Papierfabrik

Die Ingede warnt vor digitaler Drucktechnik, die sich nicht mit dem gängigen Papierrecycling verträgt.

Zum ersten Mal soll eine neue digitale Drucktechnik, die sich nicht mit dem gängigen Papierrecycling verträgt, zu einem erheblichen Produktionsausfall in einer Papierfabrik geführt haben. Dies berichtet die Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik e.V. (Ingede). Schon lange hätten Experten angenommen, dass kleine Schnipsel aus Flüssigtonerfilmen, wie sie bei HP-Indigo-Drucken vorliegen, sich beim Papierrecycling nur schwer entfernen lassen.

Im Jahr 2001 hatte die Ingede die erste Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie auf diese Probleme hinwies. Allerdings hätten die Versuche in Labors und Pilotanlagen bisher nicht ausgereicht, um solche Drucke aus dem Rohstoff der deinkenden Papierfabriken zu verbannen. Man hatte vermutet, dass diese Belastung bei ausreichender Verdünnung zu bewältigen wäre.

Ende August sollen nun rasant ansteigende Messwerte für Schmutzpunkte im fertigen Papier die Ingenieure in einer deutschen Papierfabrik alarmiert haben. Trotz sofortiger intensiver Suche im eingesetzten Altpapier hätten sieben Rollen mit je 20 Tonnen besonders hochwertigen Recyclingpapiers als Ausschuss entsorgt werden müssen, bis die Quelle der Verunreinigungen identifiziert werden konnte: Es habe sich um Flüssigtoner-Druckereiabfälle eines Fotobuch-Herstellers gehandelt, die zusammen mit anderem hochwertigem Altpapier als Sorte "Multidruck" angekauft worden waren. Der Anteil dieser Drucke lag bei weniger als drei Prozent im gesamten Rohstoff. Deshalb musste das verbleibende Material während der folgenden Wochen sorgfältig weiter verdünnt und beobachtet werden, um erneute Schäden zu vermeiden.

Die betroffene Papierfabrik betreibt laut Ingede die aufwändigste Deinkinganlage Europas mit zwei Flotationsstufen und zwei Dispergern, die schon mit hoher Leistungsaufnahme betrieben wurden. Der Papierfabrik soll allein durch den Produktionsausfall ein Schaden von mehr als 100.000 Euro entstanden sein, nicht eingerechnet die weiteren Kosten wie Stillstandzeiten und zusätzliche Tests.
Als Folge würden Flüssigtoner-Drucke nicht mehr mit für das Deinking bestimmtem Altpapier angenommen; sie seien lediglich für die Produktion von Wellpappenrohstoff geeignet. In anderen Papierfabriken, wo weniger technischer Aufwand beispielsweise für die Produktion von Zeitungsdruckpapier betrieben wird, hätte eine vergleichbare Altpapierladung laut Ingede noch höhere Qualitätsprobleme verursachen können. Und auch bei Hygienepapieren sind Schmutzpunkte unerwünscht. Die Ingede und ihre Mitgliedsfirmen wollen nun den Altpapierhandel darauf hinweisen, Druckereiabfälle von Indigo-Druckern nur getrennt von anderer Makulatur anzunehmen und direkt der Wellpappenherstellung zuzuführen.

Die Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik (Ingede) wurde 1989 als ein Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der Ingede ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen und Zeitschriften) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.

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