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Gallus: Neue Maschinenplattform für den Wachstumsmarkt Etikettendruck

Labelmaster soll weniger Komplexität und mehr Flexibilität im konventionellen Etikettendruck bieten
 

Weltpremiere bei Gallus mit (v.l.) Klaus Bachstein (CEO Gallus-Gruppe); Ferdinand Rüesch (Gallus Ferd. Rüesch AG) und Stephan Plenz, Vorstand Heidelberg Equipment. Die neue Gallus Labelmaster basiert auf einer speziellen Plattform-Bauweise und wird vom Kunden je nach seinen individuellen Anforderungen konfigurierbar sein.

Noch bis morgen finden die „Gallus Innovation Days“ am Firmenstammsitz der Gallus Gruppe in St.Gallen (Schweiz) statt. Bis zu 1000 Fachbesucher aus aller Welt werden dazu erwartet. Denn sieben Jahre nach Markteinführung der Gallus ECS 340 wird das in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von schmalbahnigen Rollendruckmaschinen mit Ausrichtung auf den Etikettenhersteller tätige Unternehmen ein weiteres Kapitel in seiner Firmengeschichte aufschlagen: Es feiert die Weltpremiere der neuen Maschinengeneration „Labelmaster“, die als Vorserienmodell einer neuen Druckmaschinenplattform für den professionellen Etikettendruck während der Gallus Innovation Days vorgestellt wird. Bei der ECS 340 handelt es sich um das derzeit meistverkaufte konventionelle Gallus-Etikettendrucksystem (400 Maschinen verkauft).

Die Labelmaster ist eine Etikettendruckmaschinenplattform, die für den Etiketten- und Verpackungsmarkt konzipiert ist. Diese Maschine weist eine spezielle Plattform-Bauweise aus und wird vom Kunden je nach seinen individuellen Anforderungen konfigurierbar sein. Mit offenen Schnittstellen und in Verbindung mit dem Know-how der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) in der Plattformentwicklung von Offsetdruckmaschinen sind hier von Gallus und Heidelberg zahlreiche Synergien bei der Entwicklung der neuen Plattformtechnologie für den Etikettenmarkt genutzt worden, weiß Stephan Plenz, Vorstand Heidelberg Equipment, beim Pressetag des Herstellers zu berichten. Gallus ist vollständig in die Heidelberger Druckmaschinen AG integriert.

Die neue Gallus Labelmaster für den Etikettendruck baut auf dem Konstruktionsprinzip der Heidelberg-Speedmaster-Baureihe für den Offsetdruck auf. Modulbauweise und Komplexitätsreduzierung stehen in beiden Segmenten, also im Offsetdruck und im Etikettenmarkt, ganz oben auf der To-Do-Liste. "Die Gallus Labelmaster ergänzt damit das ebenfalls in Zusammenarbeit mit Heidelberg entwickelte Angebot für den digitalen Etikettenruck rund um die Gallus Labelfire 340 um eine Lösung für hochqualitative Anwendungen im Verpackungs- und Labelbereich", so Plenz weiter.

Die ersten Serienmaschinen sollen mit einer Bahnbreite von 440 mm auf den Markt gebracht werden, weitere Bahnbreiten werden mit der Weiterentwicklung dieses Maschinensystems in Zukunft folgen, so Gallus-CEO Klaus Bachstein. Die erste Maschine wird derzeit in einem Feldtestprogramm intensiv von einem Gallus-Kunden getestet, die ersten Serienauslieferungen sind für das zweite Quartal im kommenden Jahr geplant.

Modulbauweise – drei Ausbaustufen erhältlich

Gemäß diesem neuen Plattform-Prinzip, ist die Gallus Labelmaster – fast vergleichbar mit einem Lego-Baukasten – in Modulen aufgebaut, die je zwei Druckeinheiten beinhalten. Diese Module sind in drei unterschiedlichen Varianten erhältlich. Die Grundvariante deckt bereits alle erforderlichen Standards des Etikettendrucks ab. Die Plus-Version ermöglicht eine höhere Flexibilität und die Advanced-Version ist im Automatisierungsgrad nach allen Bedürfnissen konfigurierbar, so Bachstein weiter. Ein Etikettendrucker kann also zum Beispiel mit der Basisversion beginnen und die Maschine nach und nach weiter ausbauen. Das können dann beispielsweise Prozesswechsel sein (im Moment sind nur Flexodruckwerke vorgesehen, in Zukunft sollen auch Siebdruckwerke, Heißfolienprägestationen, Kaltfolienwerke etc. und in einem weiteren Schritt dann möglicherweise auch Offset-Druckwerke integrierbar sein) oder eine höhere Automation auf der einzelnen Ausbaustufe etc.

Gallus hat ja schon immer auf Modulbauweise gesetzt. Im Unterschied zum bisherigen Prinzip war es in den Jahren zuvor so, dass man, um eine gewisse Grundflexibilität erreichen zu können, immer sehr viel Automation einbauen musste, so Bachstein weiter, und hatte damit hohe Fertigungs-Fixkosten. Jetzt sei es aufgrund der neuen Plattform zu Investitionshöhen möglich, „die bisher für Premiumprodukte nicht vorstellbar waren“, wie Bachstein fortfährt. Die Maschine könne auch in solchen Märkten betrieben werden, die über keine klassische Ausbildungsroutine wie in Mitteleuropa verfügen. Denn die Bedienung sei vereinfacht worden. Mit nur wenigen Handgriffen lassen sich die, speziell für diesen Maschinentyp entwickelten, Aluminium-Leichtbau-Druckzylinder wechseln und ermöglichen dem Drucker schnelle Jobwechsel.

Möglich ist dies unter anderem durch ein neu entwickeltes Arretierungssystem, das den Wechsel der Druckwerke einfach und präzise gestalten soll. Die Druckwerke sollen über dieses System exakt auf der Basiseinheit positioniert und arretiert werden können, somit sei die Registerhaltigkeit mit dem Start der Maschine zu 100% gewährleistet, egal welches Substrat gewählt wird, ob Papier, PE, PP oder Folie.

Die Druckgeschwindigkeit wird mit max. 200 m/min angegeben. Ein kurzer Bahnlauf von nur 1,1 m von Druckwerk zu Druckwerk verringert die Makulaturrate. Das neu konzipierte Flexodruckwerk – mit der Erfahrung von Bauprinzipien aus dem Bogenoffsetdruck des Mutterunternehmens Heidelberg – wird über zwei Servomotoren direktangetrieben. Neben der Ausstattung mit Flexodruckwerken ist auch ein neu entwickeltes Siebdruckwerk verfügbar, das die Möglichkeit der High-End-Veredelung bietet. Und ob die Maschine sich im langsamen Einrichtzustand befindet oder auf Endgeschwindigkeit beschleunigt wird – das Druckbild bleibt stets im Register – ohne Nachkorrektur, wie es weiter heißt.

Der Verkaufsstart dieser neuen Maschinenplattform ist für das zweite Quartal 2017 geplant.

Schauen Sie sich die Enthüllung an:

 
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