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Herma: Erstmals Recycling von silikonisiertem Unterlagenpapier

Herma-Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner.

Aus altem Unterlagenpapier wird neues Unterlagenpapier: Als erster Haftmaterial-Hersteller der Welt führt Herma nicht mehr benötigtes silikonisiertes Unterlagenpapier einem Recyclingprozess zu – und will seine Kunden animieren, daran mitzuwirken.

Das Unternehmen aus Filderstadt arbeitet dazu eng mit Cycle 4 Green zusammen, das 2009 ein spezielles Verfahren entwickelt hat, um das Silikon abzuscheiden. Der österreichische Papierhersteller Lenzing, der große Erfahrung im Papier-Recycling hat, stellt daraus unter anderem Fein- und Spezialpapiere her. Ihre Qualität unterscheidet sich laut Anbieterr nicht von den Produkten auf Zellstoff-Basis. Aus dem ehemaligen Unterlagenpapier wird Etikettenpapier – oder erneut Unterlagenpapier. „Wir kommen damit dem ‚Cradle to Cradle‘-Prinzip schon recht nahe, also einem mehr oder weniger geschlossenen Stoffkreislauf“, betont Herma-Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner. Das bislang vorherrschende Recycling bei Papier oder Kunststoff sei oftmals eigentlich eher ein Down-Cycling, da die neuen Produkte meist von deutlich minderer Qualität seien als das Ausgangsmaterial. Und gerade für silikonisierte Papiere habe es bislang überhaupt keine Wiederaufbereitung gegeben.

Pro Jahr führt Herma etwa 100 Tonnen silikonisiertes Papier diesem Recycling-Prozess wieder zu. In ganz Europa fallen nach Angaben von Cycle 4 Green rund 250.000 Tonnen Abfall an silikonisiertem Papier an. Der weitaus größte Teil davon naturgemäß bei Etikettendruckereien und, vor allem, bei den Endverwendern der Etiketten. Cycle 4 Green holt das Material ab einer Mindestmenge von fünf Tonnen europaweit überall dort ab, wo es anfällt, ohne dass Kosten entstehen. Voraussetzung ist lediglich eine sortenreine Trennung des Abfalls. „Wir sind von diesem Ansatz sehr überzeugt, weil er ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, um wertvolle Ressourcen zu schonen und eine beträchtliche Menge an Müll zu vermeiden. Und je mehr Unternehmen daran teilnehmen, desto größer werden die Vorteile“, erläutert Dr. Baumgärtner. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir deshalb, auch unsere Kunden zum Mitmachen zu bewegen.“

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