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Großformatige digitale Spot-Lackiermaschine vorgestellt

Gemeinschaftsentwicklung von Steinemann Technology, Schmid Rhyner und Druckhaus Mainfranken
 

Die großformatige digitale Lackiermaschine Dmax liefert Spotlackierungen auf max. Bogenformate bis zu 1.080 x 780 mm.

Unter dem Namen „dmax“ (digital maximum) haben die Unternehmen Steinemann Technology AG, St. Gallen, die Schmid Rhyner AG, Adliswil-Zürich (beide Schweiz), und die Druckhaus Mainfranken GmbH, Marktheidenfeld (Deutschland), Anfang Juni 2014 die – laut ihren Aussagen – weltweit erste großformatige digitale Lackiermaschine vorgestellt. Die Hochleistungs-Inkjetdruckmaschine für Spotlackierungen mit einem maximalen Druckformat von 1.060 x 750 mm wurde im Laufe der vergangenen Jahre von den drei Unternehmen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit entwickelt. 

Die Lackiermaschine „dmax“ liefert laut Hersteller bei einem maximalen Durchsatz von 10.000 Bogen pro Stunde bzw. 100 m/min Lackierqualität mit einer Auflösung von 600 dpi. Die Basis hierfür bilden unter anderem zwei von Schmid Rhyner entwickelte Technologien: „diVar“ (Digital Varnishing Technology) und eine spezielle Nachbehandlung des flüssigen Lackfilms (Postprint Enhancement). Beide Technologien sind patentiert.

Das Druckhaus Mainfranken, bei dem die Maschine bereits im Einsatz ist, verdelt mit der Dmax unter anderem Kalender, Visiten- und Postkarten sowie eine Vielzahl anderer Druckerzeugnisse mit haptischen Lackeffekten. So soll die digitale Spot-Lackiermaschine mit ihren überlappend angelegten 20 Inkjet-Druckköpfen flexibel Lackauftragsmengen zwischen 4 g/m2 und 35 g/m2 realisieren können. Ein weiterer wichtiger Zielmarkt der neuen Technologie ist für Schmid Rhyner und Steinemann, neben dem Akzidenzdruck, die Verpackungsherstellung. Mit ihrem großen Format eigne sich die neue digitale Lackiermaschine besonders für die Faltschachtelproduktion.

Ulrich Stetter, Geschäftsführer der Druckhaus Mainfranken GmbH, erläutert: „Wir können kleinste Auflagen bis hin zum einzelnen Exemplar kostengünstig lackieren.“ Schließlich falle bei dem digitalen Verfahren jede Form der Druckvorlagenproduktion weg und somit seien bei der Dmax weder Druck- und Lackplatten noch Siebe erforderlich. Die digitalen Daten werden laut Stetter von der Druckvorstufe übernommen, gerippt und auf die Maschine gespielt. Unmittelbar danach kann die Dmax die Daten auf die durchlaufenden Bogen applizieren. Zukünftig soll es mit dem System möglich sein, jedes einzelne Druckerzeugnis mit Lack zu individualisieren bzw. zu personalisieren.

Da sich mit der neuartigen Inkjet-Technologie beim Durchlauf laut Hersteller gleichzeitig unterschiedliche Schichtdicken/Texturen auf die Bogen auftragen lassen, soll die Maschine in einem Durchgang haptische Effekte unmittelbar neben Glanzflächen realisieren können. Sowohl im Sieb- als auch im Flexodruck war das bislang nur mit großem Aufwand möglich. Diese besondere Funktion soll nicht nur im Akzidenzdruck, sondern vor allem im Verpackungsdruck interessante neue Möglichkeiten eröffnen.

Aufgrund der Entwicklungsarbeit gemeinsam mit dem Druckhaus Mainfranken wartet die Dmax mit Komponenten aus der Praxis auf, die speziell auf den Prozess abgestimmt wurden. Das gilt unter anderem für den Einzelbogenanleger mit Ausrichtung (KBA-Anleger), den Bogenreinigungskalander, den Vakuumbogentransport für reproduzierbare Lackierergebnisse und den Bogenabstapler. Die Bogen werden laut Hersteller vor der Lackierstation seitlich ausgerichtet und in Laufrichtung in ihrer effektiven Position erfasst. Der Inkjet-Kopf wird entsprechend der Position des Druckbildes angesteuert. Die Lacke werden mit einem UV-Trockner gehärtet.

Die Standardausführung der Maschine ist um verschiedene Optionen wie eine Bogenvorstapelung, ein redundantes Inkjet-System oder eine Bogenweiche mit Inspektionstisch erweiterbar. Die Elektronik wurde speziell für die besonderen Anforderungen dieser digitalen Lackiermaschine entwickelt. Produziert wird die Maschine von Steinemann Technology im Werk in St. Gallen in der Schweiz.

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