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Heidelberg: Farbmesssystem Prinect Image Control erweitert

Messen und Regeln ohne Druckkontrollstreifen – Neue Software soll Materialaufwand und Kosten für Druckereien senken
 

Die Funktion „Proof Match“ erkennt identische Nutzen vollautomatisch auf dem Druckbogen, zeigt diese auf dem Monitor an und vergleicht die Färbung des Druckbogens mit der gewünschten Färbung im Muster. 

In der Kostenbilanz zählt für Verpackungsdrucker jeder Millimeter Karton. Hier setzt die neue Softwareversion des Farbmesssystems Prinect Image Control an. Mit diesem System lässt sich die Farbgebung an der Druckmaschine ausschließlich über Volltöne und CMYK-Bilder auf dem Druckbogen regeln. Der Prozess wird durch die Verwendung der CIP4-PPF-Daten (ehemals CIP3) aus der Druckvorstufe stark automatisiert. Dadurch kann in vielen Fällen auf einen konventionellen Druckkontrollstreifen an der Bogenkante verzichtet werden, so der Hersteller. Allein durch den Wegfall von 4 mm Karton, können je nach Auftragsvolumen zwischen 20.000 und 40.000 Euro pro Jahr eingespart werden, wie Berechnungen ergeben haben.

Gezeigt wurde das neue Prinect Image Control während der Packaging Days in Wiesloch-Walldorf. Neben der Ersparnis von Karton durch den Wegfall eines konventionellen Druckkontrollstreifens ermöglicht die Option „Proof Match“ laut Hersteller Konstanz im Nutzen-Druck. Neu ist die Möglichkeit, jetzt auch Digitalproofs als Mustervorlagen einzumessen und mit den Farbinformationen die Druckmaschine einzustellen.

Laut Heidelberg ist die neue Software ab sofort verfügbar und kann an allen Prinect-Image-Control-Systemen der Ipex-Generation 2010 nachgerüstet werden. Seit der Markteinführung im Jahre 1998 sind über 2.000 Systeme installiert worden, wie Heidelberg berichtet.

Prinect Image Control kann an bis zu vier Druckmaschinen angeschlossen werden ­– ­an alle Speedmaster-Druckmaschinen der Baureihen 52, 74, 75, 102 und 106.

Für die Farbmessung bietet Heidelberg neben Prinect Image Control auch das Inline-Farbmess-System Prinect Inpress Control an, das sich besonders für industriell arbeitende Druckereien eignet.

Prinect Image Control kommt gerade dann sinnvoll zum Einsatz, wenn Farbkonstanz in engen Toleranzen – wie beispielsweise bei Haarcolorationen, Etiketten, aber auch bei hohen Auflagen auf minderwertigem Karton, bei dem Papierstaub schnell das Gummituch zusetzt und damit das Druckbild beeinflusst – gefordert ist. Prinect Image Control misst das gesamte Druckbild. Dadurch wird eine Veränderung im Druckbild schnell erkannt und ausgeglichen. 

Viele Layouts im Verpackungsdruck erlauben die Anordnung von Farbkontrollelementen zwischen den einzelnen Nutzen oder auf Klebelaschen. Diese Elemente nutzt Prinect Image Control, zusammen mit den Volltonflächen in den Nutzen, zur Farbregelung der Druckmaschine. Position, Größe und Farbe werden der CIP4-PPF-Datei entnommen. Sobald der Auftrag geladen ist, liegen die notwendigen Informationen vor. Manuelles Zuordnen durch den Drucker entfällt. Die Regelung der Farben basiert auf allen Volltonflächen im Druckbild. Damit kann oft auf einen herkömmlichen Druckkontrollstreifen verzichtet werden. Zusätzlich wird eine Gleichmäßigkeit in der Farbführung erreicht, die über die ausschließliche Nutzung eines Druckkontrollstreifens nicht möglich ist.

Neben den Volltonflächen können auch gelieferte CMYK-Bilder eines Nutzens eingescannt und archiviert werden. Ist der erste Abzug von Prinect Image Control gemessen, lädt der Drucker das Muster aus dem Archiv. Die Funktion „Proof Match“ erkennt identische Nutzen vollautomatisch auf dem Druckbogen, zeigt diese auf dem Monitor an und vergleicht die Färbung des Druckbogens mit der gewünschten Färbung im Muster. Danach werden die entsprechenden Einstellempfehlungen für die Farbzonen der Druckmaschine berechnet. Damit wird sichergestellt, dass alle Nutzen farblich übereinstimmen. Das funktioniert auch mit Nutzen aus einem frisch gedruckten Bogen. Dazu bestimmt der Drucker den Nutzen, dessen Färbung auf alle anderen angewendet werden soll, der Rest wird von Prinect Image Control automatisch . Diese Funktion ist vielen Druckern bereits von der ersten Generation Prinect Image Control bekannt. Neu ist, dass jetzt erstmals digitale Proofs, beispielsweise von einem Tintenstrahldrucker, als Muster verwendet werden können. 

Deckweiß lässt sich auch regeln

Eine große Herausforderung im Verpackungs- und Etikettendruck stellt das gleichmäßige Drucken von Deckweiß in einem Offsetdruckwerk dar. Bisher hing die Qualität der Buntfarben immer davon ab, wie gut der Drucker das Deckweiß darunter visuell einrichtete und konstant hielt. Dazu kann er jetzt auch Prinect Image Control einsetzen, denn es ist in der Lage, Deckweiß nicht nur zu messen und anzuzeigen, sondern auch zu regeln. Das funktioniert sogar in Fällen, in denen Deckweiß in mehreren Werken gedruckt werden muss, wie es beim Folien- und Konterdruck üblich ist. Da das Deckweiß im Druckbild in der Regel vollständig mit Buntfarben überdruckt wird, erfolgt die Messung ausschließlich im Druckkontrollstreifen. Dazu genügt ein Messfeld pro Deckweiß im Druckkontrollstreifen.

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