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Heidelberg: Neue Generation Combistar soll Energieeffizienz um bis zu 50 Prozent steigern

Kombinationsgerät bereitet Feuchtmittel auf und ermöglicht konstante Farbwerktemperierung
 

Heiko Mazur (links), Inhaber und Geschäftsführer der Häuser KG, und sein Druckereileiter Rafael Langer konnten mit der neuen Generation des Combistar 34 Prozent an Energie einsparen.

Ab sofort bietet die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) eine neue Generation des Kombinationsgeräts Combistar an. Es bereitet das Feuchtmittel auf und soll für eine konstante Farbwerktemperierung sorgen. Das System ist nun mit energieeffizienten Pumpen und elektronisch gesteuerten Kompressoren ausgestattet, die die Energiekosten um bis zu 50 Prozent reduzieren sollen, wie Heidelberg aktuell meldet.

Bei den Stromverbrauchern einer Druckmaschine stehen Geräte zur Feuchtmittelaufbereitung und Farbwerktemperierung an dritter Stelle nach dem Hauptmotor und der Luftversorgung, beziehungsweise an vierter Stelle bei Druckmaschinen mit Trocknern. Beim neuen Combistar ist die Farbwerk-Temperierkreispumpe mit einem elektronisch geregelten Antrieb versehen und die Kälteaggregate verfügen nun über einen energieeffizienten „Digital Scroll-Kompressor“. Durch die stufenlose Anpassung der Kälteaggregate an den Kälteleistungsbedarf der Maschine soll der Wirkungsgrad des Systems stark verbessert werden, so Heidelberg weiter. 

Feldtest: Einsparpotenzial von acht Tonnen CO2  pro Jahr

Die Druckerei Häuser KG in Köln, mit dem eigenen Internet-Druckportal Druckdiscount24.de, war Feldtester des neuen Combistar und gehört heute zu den größten Bogenoffsetdruckereien in Nordrhein-Westfalen. Die Anzahl der Mitarbeiter ist von 20 im Jahr 2000 auf heute über 200 gewachsen. Das Internet-basierte Geschäft ist mittlerweile verantwortlich für rund 80 Prozent des Umsatzes. In der vollstufigen Druckerei produzieren unter anderem drei Speedmaster XL 105-8-P mit simultanem Plattenwechsel und Prinect Inpress Control sowie zwei Speedmaster SM 52-Vierfarben Anicolor. Auch in der Weiterverarbeitung steht ein umfangreicher Maschinenpark bereit, wie beispielsweise vier Polar-Schnellschneider 137 XT und zwei Stahlfolder KH 78 KTL. 

Bei der Druckerei konnte die Stromersparnis gut verglichen werden, da alle Speedmaster XL 105-8-P etwa das gleiche Auftragsspektrum mit jeweils zirka 60 Auftragswechseln pro Tag verarbeiten. In einem Combistar-Schrank der Vorgänger-Generation und in einem der energieeffizienten Ausführung der neuen Generation wurden Strommessgeräte installiert und über zehn Monate die Stromverbrauchswerte aufgezeichnet. „Bezogen auf den Stromverbrauch des älteren Combistar hat der energieeffiziente Combistar 34 Prozent Strom eingespart“, berichtet Heiko Mazur, Inhaber und Geschäftsführer der Häuser KG. „Auf das ganze Jahr hochgerechnet ergibt sich eine Stromeinsparung von 15.000 kWh. Auf den Stromverbrauch der gesamten Druckmaschine bezogen, der bei  250.000 kWh lag, beträgt die Stromeinsparung immerhin sechs Prozent.“ Die Druckerei Häuser arbeitet seit Januar 2013 zu 100 Prozent mit Ökostrom. Bei einem Strombezug gemäß dem deutschen Strommix hätte die Druckerei damit bis zu acht Tonnen CO2  pro Jahr eingespart.

Zusätzliche Freikühlung für weitere Energieeinsparung

Bei Häuser sind die wassergekühlten Druckmaschinen an eine zentrale Freikühlanlage angeschlossen. Das bedeutet, dass die niedrige Temperatur der Außenluft direkt zu Kühlung genutzt wird, solange sie nicht wärmer als etwa 20°C ist. Somit muss das Kälteaggregat für die Farbwerktemperierung nur in der warmen Jahreszeit arbeiten. 

Mit dem Combistar Pro bietet Heidelberg die Option an, die Freikühlfunktion direkt in den Geräteschrank zu integrieren. Steigen die Außentemperaturen auf über 15°C an, wird die aktive Kältemaschine anteilig zugeschaltet, ab zirka 20°C wird sie dann zu 100 Prozent eingesetzt. Sinkt die Außentemperatur, wird die aktive Kältemaschine wieder stufenweise abgeschaltet. Die Effizienz dieser Regelung ist also abhängig von der Außentemperatur, der Auslegung des Rückkühlers – je größer desto besser – und von der Temperaturvorgabe im Farbwerk. 

Der Combistar Pro ist außerdem mit der Feindosierungseinheit Digidos für präzisesten Feuchtmittelzusatz sowie mit Leitwertmessung im Prozesswasser ausgestattet. Damit wird die Feuchtmittel- und die Frischwasserqualität beurteilt.

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