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Im Bogenoffsetdruck produzierte Etiketten: Druckvolumen wächst

Heidelberg Label Days: Von 2010 bis 2016 Wachstum von 65 Prozent prognostiziert – Rotationsstanzmaschine Speedmaster XL 106-D kann die Folienbogen weiterverarbeiten
 

Die Rotationsstanzmaschine Speedmaster XL 106-D bietet bei Inmould-Etiketten nach Heidelberg-Angaben rund 200 Prozent mehr Durchsatz als eine Flachbettstanze, niedrigere Stanzkosten und Rüstzeiten von nur 15 Minuten.

Im Print Media Center der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) am Standort Wiesloch-Walldorf informierten sich rund 80 Vertreter von Etikettenherstellern aus aller Welt über neue Packaging-Lösungen in der industriellen Etikettenproduktion.

Nach Schätzungen haben Etiketten heute im Segment Verpackungsdruck einen Anteil von rund 20 Prozent am Gesamtvolumen weltweit. Und: der globale Bedarf wächst derzeit mit rund 4,5 Prozent pro Jahr und lag 2012 bei rund 49,2 Mrd. qm. Der Anteil von im Bogenoffset gedruckten Etiketten steigt aktuell sogar stark an: Lag die Wachstumsrate im Zeitraum 2006 bis 2010 bei „nur“ 12 Prozent, so dürfte das Druckvolumen dieser Technologie von 2010 bis 2016 um 65 Prozent wachsen, wie in Heidelberg berichtet wurde. „In diesem Marktsegment liegen für viele Druckereien noch große Potenziale“, sagte Heidelberg-Vorstand Marcel Kiessling zur Eröffnung der Label Days. 

Der thematische Schwerpunkt der Label Days lag auf der Herstellung von Inmould-Etiketten aus Polypropylen (PP) im Bogenoffsetdruck, inklusive Workflow und Weiterverarbeitung. Dieses Marktsegment hat zurzeit einen Anteil von rund 2 Prozent am Gesamtvolumen des Etikettendrucks weltweit, bietet mit 5,6 Prozent durchschnittlichem Marktwachstum bis 2020 aber ein interessantes Potenzial. 

Die Herstellung von Inmould-Etiketten im Bogenoffsetdruck demonstrierte Heidelberg mit einer Speedmaster XL 106-6-P+L mit dem Rollenquerschneider Cutstar. Auf der Maschine wurde ein Druckjob mit einer 60 µm dünnen EUP-Folie des Herstellers Treofan im Schön- und Widerdruck mit einer Geschwindigkeit von 10.000 Bogen pro Stunde produziert. Im Geradeausbetrieb verarbeiteten die Heidelberger transparente, 57 µm dünne ETH-Folie mit einer Druckgeschwindigkeit von 12.000 Bogen pro Stunde. Die Druckjobs wurden mit UV-Farben und einem wasserbasierten Lack gedruckt. Die Trocknung erfolgte mittels UV-Zwischendecktrocknern und einem Drystar-UV-Combination-Trockner in der vierfach verlängerten Auslage. Dabei lassen sich speziell für dieses Segment zusätzlich auch Trocknungslösungen über Trockenwerke nach dem Lackierwerk realisieren.

Für Felix Müller, Leiter Produktmanagement Sheetfed bei Heidelberg, ist „diese Wendemaschine ein absolutes Novum für die Produktion von beidseitig bedruckten Inmould-Etiketten.“ „Aufgrund wachsender Anforderungen an den Informationsgehalt von Verpackungen haben Hersteller damit beispielsweise die Möglichkeit, auf der Rückseite eines Inmould-Etiketts Promotion-Aktionen oder Verbraucherschutzinformationen unterzubringen.“

Für die Weiterverarbeitung der Folienbogen bietet Heidelberg die Rotationsstanzmaschine Speedmaster XL 106-D an. Die Kundenanforderung nach einer wirtschaftlicheren Produktion gegenüber Flachbettstanzen hat Heidelberg bereits 2008 dazu veranlasst, eine neue Lösung zu entwickeln. Mittlerweile sind elf Rotationsstanzmaschinen weltweit installiert. Durch Rüstzeiten von etwa 15 Minuten bei Produktionsgeschwindigkeiten von 6.000 bis 10.000 Bogen pro Stunde, schafft die Speedmaster XL 106-D mehr Jobs pro Tag als eine Flachbettstanze, und zudem sind die Stanzkosten rund ein Drittel niedriger.

Die Herstellung von Nassleimetiketten beispielsweise für Getränkeverpackungen im Bogenoffsetdruck zeigte eine Demo an einer Speedmaster XL 106-LYY-8-LYYL mit dem Kaltfolienmodul Foilstar; „L“ steht dabei für Lackierwerk, „Y“ für Trockenwerk. Durch die beiden Lackierwerke vor und nach den Druckwerken lassen sich zum einen attraktive Matt-/Glanz-Kombinationen erzeugen. Zum anderen ermöglicht das modular einsetzbare Kaltfolienmodul partielle metallische Glanzeffekte – und bietet als Inline-Veredelung verglichen mit Offline-Lösungen und ganzflächig folienkaschierten Substraten zudem Zeit- und Kosteneinsparmöglichkeiten im Gesamtprozess.

Für die Weiterverarbeitung der Nassleimetiketten nach dem Druckprozess steht zum Beispiel die Bogenstanze Heidelberg Dymatrix 106 Pro CSB zur Verfügung. 

Auch wurde der Prinect Packaging Workflow um Funktionen für den Etikettendruck erweitert. Dazu gehören beispielsweise ein grafischer Objekt-Editor für die One-Up-Prüfung und Tools zur Bogenoptimierung inklusive dem Anlegen von Sammelformen. Als „Zentralinstanz“ liefert der Workflow die Farbdaten der Vorstufe als Voreinstelldaten an die Druckmaschine(n). Er soll jederzeit Transparenz über den Produktionsstatus und die Analyse der realen Produktionsdaten zur weiteren Prozessoptimierung ermöglichen. 

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