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KBA: Erstmals mit High-Volume-Inkjet-Rollendruckmaschine auf der Drupa 2012

Maximale Bahnbreite: 762 mm, minimal 203 mm bei variabler Drucklänge, Bahngeschwindigkeit im beidseitigen 4c-Druck: 150 m/min

KBA-Marketingdirektor Klaus Schmidt; KBA-Maschinen-Anwender Wilfried Grieger, Technischer Geschäftsleiter der Walter Grieger Offsetdruck in Nettetal; sowie Jürgen Veil, KBA Marketingleiter Bogenoffsetmaschinen, auf dem Druckforum 2012 in Stuttgart (v.r.). 

Drei Monate vor Messebeginn informierten KBA-Marketingdirektor Klaus Schmidt und Jürgen Veil, Leiter Marketing Bogenoffsetmaschinen, auf dem Druckforum 2012 in Stuttgart vor allem über einige der Neuheiten, die Koenig & Bauer auf der Drupa 2012 vorstellen möchte.

Koenig & Bauer plant zur Drupa 2012 den Einstieg in den Digitaldruck und die Nutzung digitaler Technologien und Prozesse in Kombination mit dem analogen Offsetdruck. Der Hersteller wird auf der Drupa wie vor vier und acht Jahren wieder in Halle 16 am gleichen Platz zu finden sein (Stand Nr. 16C47). Auch die Ausstellungsfläche ist mit rund 3.500 qm unverändert geblieben.

Die zum ersten Mal präsentierte High-Volume-Inkjet-Rollenmaschine für den individuellen Druck von Büchern, Akzidenzen und Zeitschriften aus eigener Produktion arbeitet mit wasserlöslichen Farben und Druckköpfen von Kyocera. Sie produziert 4/4-farbig individualisiert oder in Kleinauflagen. Die max. Bahnbreite beträgt 762 mm, die minimale 203 mm bei variabler Drucklänge. Im beidseitigen 4c-Druck soll die Bahngeschwindigkeit etwa 150 m oder 500 ft/min betragen. 

Im Bogenoffset kündigte Marketingdirektor Klaus Schmidt insbesondere drei Neuheiten an: So wird die weiterentwickelte Rapida 106 auf der Messe als Achtfarbenmaschine für den Vier-über-vier-Druck mit Inline-Lackierung für die Bogenvorder- und -rückseite zu sehen sein. Zu den weiteren Neuheiten gehören u. a. ein neuer Lackturm mit simultanem Lackformwechsel und automatischem Rasterwalzen-Loader, sowie neue Module im Bereich der Inline-Qualitätsüberwachung und -regelung.

Am Beispiel einer hoch automatisierten Rapida 145 für den Verpackungsdruck will KBA auf der Drupa seine neue Großformat-Generation vorstellen, bei der viele Neuentwicklungen von der Rapida 106 übernommen wurden. Die ebenfalls neue Mittelformat-Baureihe Rapida 105 war bereits im November 2011 anlässlich der Messe All in Print im chinesischen Shanghai vorgestellt worden. Sie basiert auf der Plattform der Rapida 106 und unterscheidet sich vom Vorgängermodell durch mehr Automatisierungsoptionen und die auf 16.000 Bogen/h gesteigerte Druckleistung (16.500 Bogen/h als Option). Die neue Rapida 105 richtet sich an Druckbetriebe, die für ihr Auftragsspektrum nicht unbedingt eine teurere High-End-Anlage benötigen. Auf der Drupa soll die Rapida 105 als Hybrid-Anlage Offset/Inkjet mit einem neuartigen Eindruckwerk präsentiert werden. 

Jürgen Veil stellte das Zusammenspiel von digitalem und konventionellem Druck, wie KBA ihn mit der Rapida 105 auf der Drupa zeigen will, dar. Dabei ging es um die Integration der Inkjet-Technologie in den Bogenoffset. Bisher scheiterte diese meist an der zu großen Distanz zum Bedruckstoff, die durch die in Bogenmaschinen üblichen Greifersysteme vorgegeben war. Bei dem künftig für Rapida-Maschinen als Option erhältlichen neuen Bogenführungskonzept soll der Bogen ohne Korridore und Niederhalter auf dem Zylinder fixiert werden und am Bogenende nicht mehr abheben. Damit lassen sich laut Veil Inkjet-Systeme in einer Distanz von nur 1 mm zum Druckbogen installieren und eine ganze Palette weiterer neuer Inline-Prozesse erschließen. UV-LED-Trockner im Anschluss an die Inkjet-Köpfe sorgen für die schnelle Trocknung der Tinte. 

Die Anwendungsmöglichkeiten für Inkjet-Systeme in Bogenmaschinen sind vielfältig. Sie reichen von der Bogenmarkierung für die Qualitätsüberwachung bis hin zu Codierungen für den Markenschutz (Strich-, QR-, Zahlencodes oder Kombinationen) und andere Einsatzfelder. Das können Sicherheitsdrucke ebenso sein wie Verpackungen, Etiketten, Lotteriescheine oder die industrielle Produktkennzeichnung. So können zum Beispiel bis zu acht UV-Inkjetköpfe von Atlantic Zeiser in einem Druckwerk der Rapida 105 oder 106 untergebracht werden. Diese High-Speed-Graustufendrucker eignen sich auch für lackierte, laminierte, glänzende und nichtsaugende Materialien. Ein Mini-Controller ermöglicht das Systemhandling für Kennzeichnungs-, Inspektions- und Qualitätssicherungsprozesse. Für die Verifizierung variabler Daten und die Qualitätskontrolle steht ein Hochgeschwindigkeits-Kamerasystem zur Verfügung. 

Eine weitere Anwendung ist auch die Nutzenmarkierung bei der Inline-Bogeninspektion mit KBA Qualitronic Mark-Plus. Hierfür kommen die Alphajet-Tempo-Werke von KBA-Metronic zum Einsatz. Sie sollen laut Hersteller einen präzisen Tintenstrahl ohne Overspray erzeugen können und auch bei voller Produktionsgeschwindigkeit von 18.000 Bogen/h gute Ergebnisse ohne Zeilenverzerrung liefern können. Die einzelnen Köpfe lassen sich beim Auftragswechsel automatisch positionieren. Kontrollsensoren verifizieren die Markierung unmittelbar hinter den Inkjet-Köpfen. Durch diese Inline-Nutzenmarkierung lassen sich als fehlerhaft inspizierte Nutzen auf einem Druckbogen zum Beispiel in der Faltschachtelklebemaschine vollautomatisch ausschleusen.

Die von KBA für die Drupa angekündigte optionale neue Bogenfixierung soll auch den Verpackungsdruckern wirtschaftliche Vorteile bringen, so Veil weiter. So können Messstrips, die bisher an der Bogenvorderkante positioniert waren, damit sie automatisch lesbar sind, nun wieder an der Hinterkante eingesetzt werden. Daraus ergeben sich bis zu 5 mm Papierersparnis in der Bogenlänge. 

Die Verkettung von digitalen mit konventionellen Druckverfahren ist nicht die einzige Bogenoffset-Entwicklung von KBA zur Drupa. So kündigte Jürgen Veil die ziehmarkenfreie Anlage Drivetronic SIS nun auch für die neuen Großformat-Rapidas an. Diese sollen zudem die von den Mittelformatmaschinen bekannte Dreitrommel-Bogenwendung erhalten. Das simultane Waschen von Walzen-, Gummi- und Druckzylinder mit Cleantronic synchro und der simultane Druckplattenwechsel mit Drivetronic-SPC-Plattenzylinder-Direktantrieben seien weitere Merkmale an den neuen Rapida-Jumbos. Die für die Nettoproduktivität entscheidenden simultanen Rüstprozesse sollen künftig ebenfalls den Lackturm einschließen. Der Rasterwalzenwechsel im Lackturm könne jetzt auch vollautomatisch vonstatten gehen, was eine schnelle Umstellung der Lackdosierung erlaube, so Veil.

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