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KBA: Rapida 164 löst die Rapida 162 und 162a ab

Neue Bogenoffset-Druckmaschine im Format VIIb (120,5 x 164 cm) ist um zwei Zentimeter in der Bogenbreite und um einen halben Zentimeter in der Bogenlänge größer als die Rapida 162a
 

Wie die Rapida 145 so ist auch die neue Rapida 164 durchgehend mit Drivetronic-Einzelantriebstechnik erhältlich. Von der Vorgänger-Baureihe unterscheidet sie sich zudem durch die oben liegende Auslage, die höhere Druckleistung sowie kürzeren Rüstzeiten durch parallel ablaufende Prozesse.

Nach der zur Drupa 2012 vorgestellten Rapida 145 im Format VI (106 x 145 cm) ergänzt KBA seine Großformat-Baureihen nun mit der nahezu identisch ausgestatteten und automatisierbaren großen Schwester Rapida 164 im Format VIIb (120,5 x 164 cm). Von der neuen Rapida 145 (bis zu 17.000 Bogen/h) sind inzwischen laut Hersteller fast 40 Maschinen ausgeliefert. Mit High-Speed-Paket kommt die Rapida 164 auf eine maximale Druckleistung von 15.000 Bogen/h. Die neue Rapida 164 löst die besonders im großformatigen Bücher- und Verpackungsdruck eingesetzten Baureihen Rapida 162 und 162a ab. Diese waren seit 1995 auf dem Markt und wurden technisch immer wieder überarbeitet. Mit der Rapida 164 sind fast alle Automatisierungslösungen und technischen Features der kleineren Rapida 106 nun auch im VIIer-Format verfügbar.

So verfügt die Rapida 164 über die gleichen Drivetronic-Komponenten wie die Rapida 106 und Rapida 145. Beim Format hat sie gegenüber der Vorgänger-Baureihe leicht zugelegt: um zwei Zentimeter in der Bogenbreite und um einen halben Zentimeter in der Bogenlänge gegenüber der Rapida 162a.

KBA Drivetronic umfasst als Oberbegriff solche konstruktiven Merkmale wie Einzelantriebstechnik, geringer Bedienaufwand und kurze Rüstzeiten beim Jobwechsel. Das Antriebskonzept der Rapida 164 beginnt mit dem wellenlosen Drivetronic-Anleger mit Einzelantrieben für alle Bewegungsfunktionen. Über Drivetronic Infeed erfolgt die motorische Verstellung der Bogenanlage. Ein Touch-Display mit Schnellwahltasten soll für eine sichere und intuitive Maschinenbedienung sorgen. Hinzu kommt nun auch in dieser Formatklasse die von KBA bekannte ziehmarkenfreie Anlage (Drivetronic SIS).

Neben den Plattenwechsel-Varianten SAPC (Halbautomat, Wechselzeit etwa 1:50 Minuten pro Werk) und FAPC (Vollautomat mit neuem zeitoptimierten Wechselprozess; Wechselzeit für alle Werke 3:00 Minuten) ist die Rapida 164 jetzt auch mit Plattenzylinder-Einzelantrieben für den simultanen Druckplattenwechsel (Drivetronic SPC) lieferbar. Die Plattenwechselzeit reduziert sich in diesem Fall – unabhängig von der Maschinenlänge – auf nur noch 1:50 Minuten.

Bei Ausstattung der Rapida 164 mit Drivetronic SPC kann das Waschen von Gummi- und Druckzylindern parallel zum Plattenwechsel erfolgen. Hierfür verfügt die Maschine über einen zweiten Waschbalken (Cleantronic Synchro). Beide Waschbalken können auch gleichzeitig für das Gummituchwaschen eingesetzt werden, was die Waschzeiten um bis zu 50 Prozent verkürzt, so KBA. Mit der Funktion "Re-Ink" ist das Farbwerkwaschen – normalerweise einer der längsten Rüstprozesse an der Maschine – in 90 Sekunden möglich, wie KBA weiter betont. Cleantronic Multi erlaubt mit einem Mehrmedien-Waschkreislauf die Aufnahme verschiedener Waschmittelsysteme (UV/konventionell) und soll bei wechselndem Farbeinsatz für gute Reinigungsergebnisse ohne manuelles Reinigen sorgen. Mit Cleantronic UV erfolgt das Gummituchwaschen im Stand-by-Betrieb der UV-Strahler. Die Funktion Cleanprint soll bei kleineren Auflagen zeitsparend das Gummituchwaschen durch gezieltes Ablaufen der Restfarbe ersetzen können.

Für die Maschine sind zwei verschiedene Lacktürme verfügbar: Standard ist der Lackturm mit Kammerrakelsystem und automatisiertem Lackplattenwechsel (SAPC). Dabei erfolgt die Positionierung des Formzylinders für den Lackformwechsel automatisch – ebenso das Klemmen und Spannen der Lackplatten. Beim Lackturm mit Drivetronic SFC (Simultaneous Forme Change) wird die Lackplatte zeitgleich mit den Druckplatten und dem Waschen der Druckwerke gewechselt. Befindet sich bei einer Doppellackmaschine nur ein Lackturm in Produktion, kann der zweite auch während des Fortdrucks gerüstet werden. Mit den Ani-Sleeve-System ist zusätzlich der Tausch der Rasterwalzen-Sleeves während der Produktion oder parallel zu anderen Rüstprozessen durch nur einen Bediener möglich. So lassen sich Lackauftragsmengen bei unterschiedlichen Produktionen schnell ändern.

Die neue Rapida 164 verfügt über eine voll presetfähige oben liegende Auslage. Die Venturi-Bogenführung soll einen sicheren Bogentransfer bis zur Maximalleistung von 15.000 Bogen/h fördern. In der Auslageverlängerung sind Varidry-Trockner im Einsatz. Dabei können IR-/Thermolufttrockner oder UV-Trockner flexibel für die Zwischen- oder Endtrocknung eingesetzt werden. Varidry Blue gilt als energieeffizientes Trocknersystem. Dabei wird die bereits aufgeheizte Trocknungsluft aus vorgelagerten Modulen wiederverwendet. Bis zu 50 Prozent Energieeinsparung sind so laut Hersteller möglich.

Alle Rapida-Modelle verfügen über den neuen Ergotronic-Leitstand mit Monitoring-Funktion per Großbildschirm. KBA nennt diese Funktion ebenso wie Heidelberg "Wallscreen". Der Leitstand kann mit Online-Systemen zur Qualitätsüberwachung wie dem automatischen Farbmessgerät Ergotronic Color-Control oder den Registermessystemen Ergotronic ACR bzw. ICR ausgestattet werden. Ebenso ist die Online-Anbindung an KBA Densitronic und die Druckvorstufe möglich. Das Live-Bild der Inline-Qualitätskontrolle mit Qualitronic Color-Control oder Professional soll auf dem Wallscreen angezeigt werden können. Der Leitstand der Rapida 164 verfügt über das integrierte Fernwartungsmodul Press-Support 24 Sheetfed mit Internet-Anschluss für Software-Updates.

Die Rapida 164 gibt es in allen im Akzidenz-, Bücher- oder Verpackungsdruck üblichen Konfigurationen mit ein bzw. zwei Lackwerken, Zwischentrockenaggregaten, Höhersetzung, Ausstattung für Dünndruck, Starkkarton und Wellpappe, Piletronic-Stapellogistik, Bogenwendung und vielen weiteren anwendungsspezifischen Features. Das ermöglicht laut Hersteller eine ebenso flexible Produktionsweise wie bei der Vorgänger-Baureihe, allerdings bei deutlich mehr Leistung, kürzeren Rüstprozessen und höherer Wirtschaftlichkeit in der Produktion.

Wie KBA weiter mitteilt, befinden sich erste Anlagen der Rapida 164 bereits seit Längerem in Produktion. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind in die laufende Serie eingeflossen. Nach Angaben des Herstellers sei die Vorgängerbaureihe Rapida 162 ausverkauft. Daher bietet KBA nur noch die neue Rapida 164 an. Bei einer Open-House-Veranstaltung soll die Neue in absehbarer Zeit im Werk Radebeul noch offiziell präsentiert werden.

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