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KBA präsentiert zahlreiche Neuentwicklungen für Bogen-, Rollenoffset- und Digitaldruck

Ältester Druckmaschinenhersteller steigt auch in den rotativen Inkjetdruck ein
 

Mit der im Werk Würzburg hergestellten High-Volume-Anlage Rota-Jet 76 ist KBA nun auch im Wachstumsmarkt Inkjet-Digitaldruck präsent.

200 Jahre nach der Vorstellung der weltweit ersten Zylinderdruckmaschine durch die beiden Firmengründer der heutigen Koenig & Bauer AG steigt KBA mit der Rotation KBA Rota-Jet 76 in den industriellen Digitaldruck ein. Doch ist dies nicht die einzige Drupa-Neuentwicklung des Herstellers.

Die von den Offsetspezialisten in Kooperation mit einem amerikanischen Druckereikonzern (R.R. Donnelley) entwickelte und im KBA-Stammwerk in Würzburg gebaute Rollen-Inkjet-Druckmaschine Rota-Jet 76 „ist die einzige in Deutschland hergestellte Rotationsanlage für den industriellen Digitaldruck“, wie KBA-Marketingchef Klaus Schmidt auf der KBA-Drupa-Pressekonferenz unterstrich. Die 150 m/min (500 fpm) schnelle Anlage mit einer Papierbahnbreite von 781 mm kann bis zu 3.000 DIN-A4-Seiten pro Minute (etwa 85 Mio. A4-Seiten pro Monat) voll vierfarbig drucken. Mit neuester Piezo-Inkjet-Technologie versehen, soll sie laut Projektmanager Oliver Baar ein industrielles Produktionsmittel für Kleinauflagen und den individualisierten Druck sein. 

Mit der Rota-Jet zielt KBA in der ersten Phase auf die Marktsegmente Bücher, Broschüren, Akzidenzen, Mailings und Zeitschriften. Weitere Segmente wie der Verpackungs- oder Zeitungsdruck sollen später folgen. Weniger im Visier hat man dagegen auch wegen der mittelfristig eher unsicheren Perspektiven das schon von diversen Anbietern besetzte Feld des Transaktionsdrucks. Die beiden für Reinigungs- und Wartungszwecke verschiebbaren Druckkopfarrays mit jeweils 56 Inkjet-Köpfen für den beidseitigen Vierfarbendruck sind bogenförmig über großen Zentralzylindern angeordnet. Die Druckköpfe werden automatisch ausgerichtet (Stitching) und gereinigt. Die Druckauflösung liegt bei 600 dpi nativ. Variable Tröpfchengrößen sollen ein zusätzliches Qualitätsplus bringen. Die Kommunikation innerhalb der Maschine und mit Fremdsystemen erfolgt nach dem auch im Offset heute üblichen JDF-Standard. Auf der Drupa produziert die neue KBA-Digitaldruckrolle sammelgeheftete Zeitschriften und Werbebroschüren inline mit dem Weiterverarbeitungssystem Sigma-Line von Müller Martini.

Auch im klassischen Bogenoffset-Segment gibt es von KBA Neues zu vermelden. Mit der neuen Rapida-145-Großformatgeneration will KBA „neue Benchmarks im Hinblick auf Jobwechselzeiten, Produktivität und Inline-Qualitätsregelung setzen“, so Schmidt weiter. Die maximale Produktionsgeschwindigkeit der Rapida 145 (Format: 106 x 145 cm) liegt im Schöndruck mit High-Speed-Paket bei 17.000 Bogen/h und im Schön- und Widerdruck aufgrund der neuen Dreitrommel-Wendung bei 15.000 Bogen/h. 

Viele Merkmale der Rapida 106 hat KBA in das neue Großformat übertragen. So produziert die Rapida 145 auf der Drupa mit der ziehmarkenfreien Anlage Drivetronic SIS und mit Drivetronic-SPC-Einzelantriebstechnik. Diese ermöglicht den simultanen Plattenwechsel an allen Druckwerken gleichzeitig innerhalb einer guten Minute, wie der Hersteller berichtet. Das parallel zum Plattenwechsel mögliche simultane Waschen von Walzen-, Gummi- und Druckzylinder mit Cleantronic Synchro (zwei Waschbalken), das neue Programm Cleantronic Re-Ink für sehr schnelles Farbwerk-Waschen und weitere simultane Prozessabläufe beschleunigen den Jobwechsel gegenüber der Vorgänger-Baureihe um über 50 %.

Eines der vielen Merkmale der Rapida 145 ist der neue Lackturm mit simultanem Lackformwechsel (Drivetronic SFC) und den angesichts ihres geringen Gewichts von nur einem Bediener schnell zu wechselnden Rasterwalzen-Sleeves (Ani-Sleeve). Eine komfortable Bedienerführung soll der neue Ergotronic-Leitstand mit „Wallscreen“, Bild-in-Bild-Funktion und integrierter Mess- und Regeltechnik Qualitronic Color-Control für die Qualitätsüberwachung ermöglichen.

Die Rapida 106 erreicht nun in Verbindung mit einem High-Speed-Paket eine maximale Fortdruckleistung von 20.000 Bogen/h im Schöndruck und 18.000 Bogen/h im SW-Druck. Zu den vielen Neuerungen an der weitgehend automatisierten Maschine gehören der simultane Lackformwechsel (Drivetronic SFC), der automatische Rasterwalzen-Wechsel (Anilox-Loader), die für hohe Geschwindigkeiten optimierte Airtronic-Auslage sowie ein völlig neuer Ergotronic-Leitstand mit einem bedienerorientierten Wallscreen und einer Reihe neuer Module für die Online- und Inline-Qualitätsmessung und -regelung. So erlaubt das in Kooperation mit System Brunner entwickelte Modul Qualitronic PSO-Match als Weltneuheit die automatisierte Überwachung der Produktion nach Prozess-Standard Offsetdruck. 
Auf dem KBA-Messestand produziert eine 12-Werke-Anlage mit Plattenzylinder-Direktantrieben Drivetronic SPC im 4/4-farbigen Schön- und Widerdruck mit Lack auf beiden Bogenseiten, mit fliegendem Wechsel zwischen vierfarbigen Schöndruck-Aufträgen mit KBA Flying Job-Change.

Mit der Rapida 105 zeigt KBA auch im Mittelformat eine komplett neue Baureihe. Die Highline-Auslage der ausgestellten Fünffarbenmaschine mit einem Lack- und einem Inkjet-Werk lässt sofort die enge Verwandtschaft zur Rapida 106 erkennen. KBA hat sich hier an der Plattform-Strategie der Automobilindustrie orientiert. Gegenüber dem Vorgängermodell hat die neue Rapida 105 mehr Automatisierungsoptionen. Die maximale Druckgeschwindigkeit mit HS-Paket liegt bei 17.000 Bogen/h (Standard: 16.000 Bogen/h). Die neue Rapida 105 ist auch als Wendemaschine für den 4-über-4- und 5-über-5-Druck erhältlich. Die Dreitrommel-Bogenwendung basiert auf der modernen Technik der Rapida 106.Die Offsetmaschine ist mit einer Inkjet-Druckeinheit, in die zwei Delta-105iUV-Systeme von Atlantic Zeiser und UV-LED-Trockner für personalisierte Eindrucke und Codierungen integriert sind, ausgestattet. Möglich wird dies durch die sogenannte Airtronic Drum. Dabei fixiert ein Saugzylinder mit versenkten Greifern den Bogen ohne Korridore und Niederhalter so, dass das Bogenende nicht abhebt und Inkjet-Systeme mit einer Distanz von nur 1 mm zum Druckbogen installiert werden können.

Die KBA Airtronic Drum soll die Integration weiterer Verfahren im Bereich der Veredelung erlauben. Außerdem zeigt KBA den Brückenschlag zwischen der Rapida 105 und der Rota-Jet. Ein auf der Rapida 105 gedrucktes Cover mit individueller Nummerierung wird in der SigmaLine von Müller Martini mit dem auf der Rota-Jet 76 produzierten Innenteil zu einem variablen 52-seitigen gehefteten Produkt vereinigt.
Im Halbformat 53 x 75 cm bekommt die zur Ipex 2010 neu vorgestellte und in der Zwischenzeit weiter entwickelte Rapida 75 auf der Drupa 2012 Verstärkung durch die neue High-End-Anlage Rapida 76. Die als Fünffarbenmaschine mit Lackturm ausgestellte und mit bis zu zehn Druckwerken lieferbare Rapida 76 leistet im Schöndruck bis zu 18.000 Bogen/h und im SW-Druck 15.000 Bogen/h. Sie verfügt über die meisten Automatisierungsoptionen der Rapida 106.

Auch die kleinste KBA-Bogenoffsetmaschine, die Genius 52UV von KBA-Meprint, bekommt zur Drupa mit dem Irisdruck und dem Kuvert-Anleger zwei neue Ausstattungsoptionen. Wie eine weitere Genius und eine Fünffarbenanlage Rapida 106 mit Lackturm auf dem Nachbarstand des japanischen Partners Toray demonstriert sie auf der Messe im wasserlosen UV-Druck auf Folien und anderen hochwertigen Materialien „Green Printing“.

Die Tochtergesellschaft KBA-MePrint zeigt ebenfalls eine Neuentwicklung für den Wachstumsmarkt flexibler Verpackungen. Die neue Varius 80 ist eine modular aufgebaute, formatvariable Rollenoffsetmaschine. Sie produziert im wasserlosen Offsetverfahren mit Kurzfarbwerken und UV-Trocknung. Diese Kombination ermöglicht auf nicht saugfähigen, flexiblen Materialien eine gute Druckqualität mit geringer Anlaufmakulatur und mit im Vergleich zu den Sleeves im Flexodruck (teurer) deutlich kostengünstigeren Offsetplatten. Die Varius 80 ohne Zonenschrauben produziert bereits nach 100 Metern voll in Farbe – eine Makulatureinsparung von etwa 80 % gegenüber anderen Maschinen sie damit möglich. Bei kleiner werdenden Auflagen und häufig wechselnden Aufträgen zahlt sich dies aus. Die im Vergleich zum Flexoverfahren höhere Qualität des Offsetdrucks kommt den Wünschen vieler Auftraggeber entgegen. Die Umwelt kommt ebenfalls nicht zu kurz. Die Varius 80 benötigt kein Wasser, kein Lösemittel und kein Puder. Mit einer max. Bahnbreite von 800 Millimetern und einer Druckgeschwindigkeit von 400 Metern pro Minute verarbeitet sie Bedruckstoffe von 30 µm bis 800 µm Stärke und ist in der Drucklänge von 21“ bis 34“ variabel. Die Änderung der Formatlänge erfolgt durch den automatisierten Wechsel der Platten- und Gummizylinder. Ein Jobwechsel dauert etwa sechs Minuten.

Im Rollenoffset für den Akzidenz- und Zeitungsdruck zeigte KBA Neuentwicklungen für die heutigen Marktanforderungen. So war zum ersten Mal eine kompakte Druckeinheit der neuen, modular automatisierbaren Zeitungsrotation Commander CL mit halb- und vollautomatischem Plattenwechsel zu sehen, in Verbindung mit einem neuen Ergotronic-Leitstand. Daneben w an einer Druckeinheit der 16-Seiten-Akzidenzrolle KBA C16 der vollautomatische Plattenwechsel innerhalb einer knappen Minute demonstriert. Die C16 ist auf schnelle Jobwechsel und geringe Makulatur bei kleinen und mittleren Auflagen ausgerichtet. Merkmale wie automatisierte Walzenschlösser reduzieren die Wartungsintensität. Dies gilt auch für das neue Aggregat für den 3. Falz bis 65.000 Zyl. U./h und den Leitstand mit neuen Funktionen für das zeit- und makulaturoptimierte Hoch- und Herunterfahren der Anlage.

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