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Kliewer in Siegburg fertigt digital und mit einer KBA Rapida 75

Im 32-Mitarbeiter-Unternehmen produzieren drei Offsetanlagen und eine Digitaldruckmaschine fast nebeneinander

Seit Herbst 2009 produzierte die Druckerei Kliewer auf ihrer KBA Rapida 75 fast 35 Mio. Bogen. Vor der Maschine (v.l.): Jürgen Fischenich von KBA-Nordwest, Geschäftsführer Miroslaw Eichberger und Thomas Groß aus dem KBA-Vertrieb.

Komplettlösungen aus einer Hand gehören zum Angebotsspektrum der Siegburger Druckerei Kliewer. Man will nicht auf Dritte angewiesen sein und produziert deswegen alles im eigenen Haus, wie Geschäftsführer Miroslaw Eichberger, der das 1980 gegründete Unternehmen im Herbst 2009 übernahm, berichtet. So können Durchlaufzeiten optimiert und auch Schnellschüsse realisiert werden. 

Bei Kliewer produzieren drei Offsetanlagen und eine Digitaldruckmaschine fast nebeneinander. Miroslaw Eichberger führte ursprünglich ein reines Digitaldruck-Unternehmen. Er sah die Chance, dieses in den Offsetbereich hinein zu erweitern, als Klaus-Dieter Kliewer, der immer noch im Unternehmen tätig ist, einen Nachfolger suchte. „Beide Bereiche gehören zusammen“, ist sich Eichberger sicher. „Häufig setzen wir für ein Produkt sowohl den Offset als auch den Digitaldruck ein.“ So können auf der HP Indigo Press 3050 Umschläge personalisiert und die Inhalte auf einer der Halbformatmaschinen produziert werden. „Jeder Job gehorcht seinen eigenen Prinzipien“, weiß der Geschäftsführer. Umfangsabhängig ab etwa 300 Exemplaren sei meist die Produktion im Offset günstiger. Aber die Farbbelegung spielt natürlich auch eine Rolle. Durch die Einführung des einheitlichen Color Managements für alle Maschinen können die Aufträge jederzeit getauscht werden. Das Druckergebnis bleibt identisch.

Seit Herbst 2009 gehört die KBA Rapida 75 zum Maschinenpark der Druckerei Kliewer. Es handelt sich um eine Fünffarbenmaschine mit Lackturm und Auslageverlängerung. Fast 35 Mio. Bogen hatte sie bis Anfang August dieses Jahres bedruckt. In vielen Halbformat-Druckereien produziert eine solche Maschine 7 bis 8 Mio. Bogen pro Jahr. Bei der Druckerei Kliewer wird im Hinblick auf die Rapida 75 mit Druckleistungen von 12000 Bogen/h (Maximalleistung 15000 Bogen/h) kalkuliert. Das sind bis zu 200000 bedruckte Bogen täglich. Die durchschnittlichen Auflagenhöhen schwanken stark und liegen zwischen 1000 und 100000 Bogen. Auf Grund der Automatisierung haben sich die Rüstzeiten an der Maschine deutlich reduziert.

Laut Miroslaw Eichberger kommt die Maschine schnell in Farbe, produziert mit hoher Stabilität und liefert einen punktscharfen Ausdruck. Dementsprechend gehen alle Aufträge mit Vollflächen und hoher Farbbelegung automatisch auf diese Druckmaschine.

Auf dem Lackturm der Rapida 75 laufen fast ausnahmslos vollflächige Mattlackierungen mit Dispersionslack, damit sich die Druckprodukte schnell weiterverarbeiten lassen, wie es heißt. Über die CIP3-Anbindung an die Vorstufe sind neue Auftragsdaten schnell geladen und der Jobwechsel ebenso schnell bewältigt. Die Maschine benötigt relativ wenig Stellfläche. Ihr Stromverbrauch soll um 20 Prozent geringer ausfallen als bei manch anderen vergleichbaren Maschinen. Das kommt dem ökologischen Grundgedanken der Druckerei entgegen, die das Thema Umweltschutz für immer wichtiger hält. Derzeit läuft die FSC/PEFC-Zertifizierung. Eine 100- bis 120-kW-Solaranlage auf den Dächern der Druckerei Kliewer ist in der Projektierungsphase. Die gewonnene Energie wird zwar nicht ausreichen, um den Strombedarf zu decken. Dennoch trägt die Investition zur Ressourcenschonung bei.

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