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Leuchtet die Verpackung der Zukunft mit Oleds?

Karl Knauer KG stellt leuchtende Verpackung auf Basis organischer Leuchtdioden vor
 

Illuminierte Produktverkleidung: Die neue Oled-Verpackung von Karl Knauer für den Bombay Sapphire Gin.

Die Karl Knauer KG aus dem badischen Biberach sorgt mal wieder für Schlagzeilen. Denn nach der ersten Faltschachtelverpackung mit Elektrolumineszenz-Effekten bei der Bacardi-Spirituose Bombay Sapphire (ein englischer Dry Gin) vor knapp zehn Jahren, hat der badische Verpackungsspezialist jetzt den nächsten Schritt gesetzt: in Kooperation mit der Inuru GmbH aus Berlin wurde genau diese Gin-Verpackung nun mit gedruckten, flexiblen organischen Leuchtdioden (Oleds) auf der Fachpack 2016 in Nürnberg präsentiert.

Was sind Oleds (organic light emitting diodes)? Dabei handelt es sich um wenige Nanometer dünne, selbst strahlende, flächige Lichtquellen, die aus organischen Halbleitern bestehen. Sie können vollständig mit allen elektronischen Komponenten inklusive der Batterien gedruckt werden. Im Vergleich zur Elektrolumineszenz sind Oleds 100 bis 500 mal heller, benötigen aber nur einen Bruchteil an Energie, sind ultradünn, flexibel und kostengünstiger herzustellen. Aufgrund des geringen Energieverbrauchs können Lichtelemente energieautark mit integrierten Batterien über Wochen und Monate betrieben werden. Die Technologie gilt als nachhaltig und recycelbar, wobei sich die Teile gemäß der gesetzlichen Anforderungen entsorgen lassen, wie Martin Glatz, Geschäftsleitungs-Mitglied bei der Karl Knauer KG, zu berichten weiß.

Vielversprechende neue Ansätze für das Produktmarketing

In Zukunft können damit Verpackungen, Displays, POS-Materialien, Werbemittel und selbst Flaschenlabels mit leuchtenden, animierten Bildern, Logos, Texten etc. ausgestattet werden. Ein „Eldorado“ für das Produktmarketing. Selbst die Aktivierung des Lichteffektes kann auf Wunsch nun berührungslos ohne die üblichen Sensoren erfolgen. Der Kunde nähert sich dem Regal und die Verpackung beginnt zu leuchten. „Im ,First Moment of Truth‘, dem Moment der Produktauswahl und der Kaufentscheidung, wird die Marke zum Gewinner“, so Glatz weiter.

Die Karl Knauer KG und die Inuru GmbH bringen jeweils ihre jahrelange Erfahrung und ihr technisches Know-how in die Kooperation rund um das Thema gedruckte Elektronik in Papier und Verpackungen ein. Inuru hat den Druck von Oleds in den letzten Jahren weiterentwickelt und lässt nun die industrielle Anwendung in Großauflagen Schritt für Schritt weiter reifen. Mehrere Patente rund um die Herstellung der Komponenten, deren Verarbeitung für die Herstellung von gedruckten Oleds und deren Anwendungen sind eingereicht. Exklusiv arbeiten beide Partner nun in den Bereichen Verpackungen, POS, Werbemittel, Labels, Ad Specials und bei vielen weiteren Produkten zusammen.

Wie alles begann

Vor fast zehn Jahren begann die Karl Knauer KG mit der gedruckten Elektronik. Die erste leuchtende Verpackung auf Basis von Elektrolumineszenz präsentierte das Unternehmen als Prototyp auf der Interpack in Düsseldorf. Die damals eingesetzte Elektrolumineszenz-Technologie basiert auf stromleitenden Flächen mit phosphorhaltigen Farben, die im Siebdruckverfahren auf die Verpackung gedruckt wurden. Damit wurden mikrolektronische Bauteile herkömmlicher Fertigung für die Energiezufuhr und die programmierte Lichtanimation kombiniert. Im Jahr 2012 war dann die Marktreife erreicht und die leuchtende Verpackung für den Bombay Sapphire von Bacardi konnte in den weltweiten Verkauf gehen. Über 30 nationale, internationale und globale Awards folgten. Für Bacardi als Mutterkonzern stellt die leuchtende Verpackung „Bombay Sapphire“ bis heute die „beste und erfolgreichste Verpackung in der Geschichte der Marke“ dar.

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27.09.2012
» Leuchtendes Beispiel

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