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Lume-Jet: „Druckt“ mit Licht statt Tinte

Britisches Technologie-Unternehmen propagiert das digitale „Drucken“ ohne Tinte auf lichtempfindlichem Fotomaterial
 

Die Grafik zeigt den „Strahlengang“ von Licht auf fotosensitive Medien bei Lume-Jet (links) und die Ejektion von Inkjettinte auf Digitaldruckpapier im Vergleich.

Erstmalig präsentiert sich Lume-Jet mit seiner Technologie für tintenfreies „Drucken“ in hoher Qualität auf der Ipex 2014 (24. – 29. März, Excel, London, Halle S2, Stand F175) sowie der Inprint 2014 (8. – 10. April 2014, Hannover, Stand C10). 

Der „Inkless Digital Print Head“ (DPH) hat sich in wenigen Jahren von einem universitären Konzept zu einer Drucktechnologie entwickelt, die eine Alternative zu den bekannten Inkjet-Drucksystemen bieten soll, sind die Entwickler der britischen Firma Lume-Jet überzeugt. Die sogenannte „Lume-Jet“-Technologie wurde von Grund auf neu entwickelt, um die Qualität des Silber-Halogenid(AgX)-Mediums im Hinblick auf echte kontinuierliche Farbverläufe und einen erweiterten RGB-Farbraum zu nutzen. Das Ergebnis sind dynamische, ausgeglichene und farbgenaue Bilder, wie Lume-Jet weiter ausführt. Gleichzeitig nutzt die Technologie die feinkörnige Auflösung des Mediums, um extrem scharfe Schriften und Grafiken darzustellen.

Wie funktioniert Lume-Jet nun eigentlich? Zur Anwendung kommt ein an einen normalen Inkjet-Druckkopf erinnernder digitaler RGB-„Druckkopf“ (DPH) mit 288 Leuchtdioden (LEDs), davon 96 x Rot, 96 x Grün, 96 x Blau – die Leuchtelemente sind Teil sogenannter „Lume Chips“. Der „Druckkopf“ sendet statt Tintenstrahlen Lichtstrahlen aus, die durch eine konisch geformte Lichtstrahl-Bündeloptik und Sammellinsen hindurchtreten und auf fotosensitivem Substrat landen. Das Substrat besitzt eine Trägerschicht und ist dreilagig mit lichtempfindlichen Schichten versehen, eine für Rot, eine für Grün und eine für Blau. Die drei Farbschichten bilden eine Art Gelatine-Mix, der eine Körnung (Silberhalogenide) aufweist, ähnlich wie bei normalen Fotopapieren. Die Silberhalogenide reagieren jeweils mit den entsprechenden Lichtwellenlängen. 

Genau wie bei Inkjet-Druckköpfen kann sich der DPH entweder traversierend über das fotosensitive Papier hin- und herbewegen oder aber das Substrat bewegt sich unter dem Kopf bzw. mehreren arretierten Druckköpfen hin und her (Lumebar). Beim Belichten wird das Papier von Kante zu Kante in etwa 6 mm breiten „Schneisen“ überquert. Der Lume-Jet S200 nutzt eine Zweikopf-Konfiguration, wodurch die „Druckschneise“ auf etwa 12 mm Breite vergrößert wird.

Lume-Jet wurde im Jahr 2010 gegründet und forscht und entwickelt im Auftrag der englischen Universität Warwick. Ziel ist es, kommerzielle Möglichkeiten für interessante neue Lichttechnologien zu erforschen und zu entwickeln. Neben den vorgestellten Anwendungen arbeiten die Ingenieure bei Lume-Jet auch am tintenfreien Drucken für Etiketten und Verpackungen, zum Beispiel direkt beschreibbare Etiketten für Flaschen und Dosen, Printelektronik, für flexible Displays, Dünnschichttechnik, Oleds, Solarzellen etc.

Altaimage in Großbritannien ist nun das weltweit erste Unternehmen, das in den Lume-Jet S200 Printer – das erste Produkt mit Lume-Jet-DPH-Technologie – investiert hat. Mit dem Printer wird Fotopapier (Rollenware, 305 mm breit) zu Bögen in maximal doppelseitigem A3-Querformat, durchgängig und einschließlich Beschnittzugabe (bis max. 1000 mm x 305 mm) verarbeitet – was zum Beispiel für Layflat-Bücher sehr geeignet erscheint. Aufgrund des verwendeten RGB-Farbraums und der ICC-Profilierung soll eine erstaunlich genaue Farbwiedergabe erreicht werden können, wie Lume-Jet betont. Das gilt auch für schwer zu druckende Pantone-Volltonfarben, wie Reflex Blue, Neonfarben, Metallicfarben und Pastellfarben.

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