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Manroland Sheetfed: "Wir sind wieder da"

Die neue Bogensparte der alten Manroland AG, die Manroland Sheetfed GmbH, präsentierte auf der Drupa ihre technischen Entwicklungen
 

Bei der Manroland-Sheetfed-Drupa-2012-Pressekonferenz (v.l.): Alfred Rothländer (Vorstandschef/President) und Rafael Penuela Torres (Manroland-Vorstand/Board Member).

100 Tage nach der Übernahme durch die britische Langley Holdings gab Rafael Penuela Torres (Manroland-Vorstand) ein kurzes Resümee darüber, was sich in den gut drei Monaten getan hat. Wichtigste Botschaften: Entgegen erster Andeutungen des neuen Managements sei nun doch das gesamte Portfolio, also von der Roland 50 bis zur Roland 900 XXL verfügbar, so Penuela, sowie das gesamte Service- und Printcom-Consumables-Portfolio. Auch gibt es im Hinblick auf den Vertrieb und den Support keine größeren Veränderungen. Die Marktorganisationen bleiben bis auf Indien und Australasien in den Händen der Sheetfed GmbH. Die beiden erwähnten sind in die Hände des Rollenbereichs (Possehl) übergegangen. Hier operiert Manroland Sheetfed aber mit Händlern. Laut Penuela sei Manroland wieder zurück am Markt.

Manroland Sheetfed stellt seine Roland 700 in den Mittelpunkt der Besucherpräsentation. Die auf der Drupa ausgestellte Achtfarben Roland 700 Hiprint mit Lackwerk und verlängerter Auslage verfügt über verschiedene Komponenten zum Erzielen einer hohen Produktivität in Verpackungsumgebungen, für die Inline-Produktion zur Erzielung feinster Druckeffekte und für alle weiteren Aspekte des "Value Added Printings", also des Druckens mit zusätzlichem Nutzwert.So verringert der neue indizierte Inline-Foiler bei der Roland 700 den Verbrauch von Metallfolie um bis zu 50 %, wie Manroland betont. Die standardmäßige Höchstgeschwindigkeit der Hiprint-Druckmaschine wurde von 16.000 auf 17.000 Bogen pro Stunde verbessert. Mit dem APL erfolgt der Plattenwechsel vollautomatisch ohne Bedienereingriffe. Inline-Color-Pilot D+F, das System zur Messung und Steuerung der Druckqualität, arbeitet auf Basis der Densitometrie und der Farbmessung. Dieser Inline-Color-Pilot ist auch mit dem neuen Inline-Register-System, einschließlich ISO/PSO-Dokumentation, beim Press-Monitor, ausgestattet.

Die neue Version von Inline-Inspector 2.0 verfügt über PDF-Prüffunktionen bis zu einer Textgröße von nur 4 Punkt. Die Maschine verfügt über einen höheren Sockel (Höhe von 550 mm) und ein spezielles Kartonpaket. Die gesamte Druckmaschine und die Lackiereinheit mit verlängertem Ausleger sind mit einem UV-Zwischendeck und einem Endtrocknungssystem der neuesten Generation ausgestattet. An- und Ausleger verfügen über Nonstop-Systeme für unterbrechungsfreien Druckbetrieb.

Zur Erzielung einer noch höheren Produktivität und Druckgeschwindigkeit von 18.000 Bogen pro Stunde verfügt die Roland 700 Hiprint HS (High Speed) über ein anderes Anleger- und Auslegersystem als die Hiprint-Standarddruckmaschine. Diese Systeme wurden von der Roland 700 Direct-Drive übernommen, dem dritten Modell in der Serie Roland 700. Der Direktantrieb der Plattenzylinder ermöglicht das gleichzeitige Wechseln der Druckplatten und Waschen der Gummitücher. Dadurch wird die Rüstzeit deutlich verringert und die Rentabilität für den Kleinauflagendruck erhöht. Ein anderes herausragendes Merkmal der Roland 700 Direct-Drive ist die Drucklängenkorrektur während der Produktion.

Nach der Drupa 2012 sollen weitere Optionen für die Produktfamilie Roland 700 verfügbar sein, u. a.: 

– ein neues vollautomatisches Nonstop-System für den Anleger der Hiprint HS und Direct-Drive 

– Gleichzeitiges Wechseln der Gummitücher in der Lackiereinheit, Wechseln der Platten und Waschen der Walzen zur Einsparung wertvoller Rüstzeit beim DirectDrive-Modell

– Neue Erweiterungen des Inline-Color-Pilot, des Systems zur Messung und Steuerung der Druckqualität, das dann auch die Registergenauigkeit automatisch steuern und einstellen und auch Qualitätsberichte auf Basis der Farbmessung (Lab-Werte) erstellen kann.

– Zwei Versionen des Inline-Inspector 2.0, wahlweise mit ein oder vier Kameras, der das Druckbild jedes einzelnen Bogens prüfen und einen PDF-Abgleich mit einer Genauigkeit von 200 dpi bzw. 4 Punkt bei Text vornehmen kann.

– die Software Quick-Change-Color Self Learn 2.0 für die intelligente Farbzonenvoreinstellung zur Verringerung der Makulatur

– eine neue bedienerfreundlichere Druckmaschinenkonsole und neue Benutzeroberfläche, die weniger Bedienereingriffe erfordert und als neues Designmodell im Konzept auf der Drupa 2012 vorgestellt wird

Messebesucher, die während der Drupa 2012 an weiteren Informationen über die Technologie der Roland 700 interessiert sind, können an organisierten Fahrten zum  Print Technology Center von Manroland Sheetfed in Offenbach oder an Druckereibesuchen teilnehmen. Dort werden sie vier weitere Roland-Druckmaschinen in allen Formaten bis hin zum XXL-Format sehen können, einschließlich einer 10-Farben-Schön- und Widerdruckmaschine Roland 700 Direct-Drive und einer 6-Farben-Roland 700 Hiprint HS (High Speed).

Die Offsetqualität und die Geschwindigkeit des Vollfarbdrucks werden durch Funktionen für den variablen Inkjet-Datendruck ergänzt. Beim so genannten „Hybriddruck“ geht es darum, von den geringen Kosten der Offsetproduktion und dem hohen Wert des Digitaldrucks zu profitieren. Zu diesem Zweck hat Manroland ein neues Applikationsmodul mit einem patentierten Vakuumzylinder entwickelt und die Greifer an den sehr geringen Abstand (<1 mm) zwischen den Inkjet-Druckköpfen und dem Substrat angepasst. In dieses Modul können ein oder mehrere Druckköpfe jedes Hersteller (z. B. Atlantic Zeiser) integriert werden, die bisher schon getestet wurden. Laut Rafael Penuela soll das Projekt noch in diesem Jahr realisiert werden, wohingegen das mit Benny Landa vereinbarte Nanographic-Printing-Konzept wohl noch einen längeren Zeithorizont erforderlich mache. Landa sprach auf der Drupa in diesem Zusammenhang davon, bis zur zweiten Jahreshälfte 2013 verkaufsfähige Maschinen bieten zu können.

Die soeben angesprochenen Druckköpfe werden an einer Druckstange über der gesamten bedruckbaren Fläche der Bogen angebracht und haben im Monochrom-Modus eine Auflösung von 600 dpi bei 7.000 Bogen pro Stunde bzw. von 300 dpi bei bis zu 14.000 Bogen pro Stunde. Darüber hinaus gibt es keine Einschränkungen in Bezug auf die unterstützten Formate und Substrate. Kommen UV-Tinten zum Einsatz, kann das System jedes Substrat mit beschichteter oder unbeschichteter und hochglänzender oder seidig glänzender Oberfläche, Ökomaterial oder sogar Kunststoffe bedrucken, da das Applikationsmodul mit dem notwendigen LED-UV-Trocknersystem ausgestattet ist. Dabei entspricht der Wirkungsbereich der Emission der Druckbreite und die Registrierung der Drucklänge. Diese energieeffiziente Lösung von Eltosch/Hönle arbeitet bei niedrigen Temperaturen. Derzeit werden die gleichen Druckköpfe für wasserbasierte Farben entwickelt, wodurch diese Hybridtechnologie dann für den Einsatz im Lebensmittel-Verpackungsdruck geeignet ist.

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