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Müller Martini stellt in Luzern den Klebebinder Vareo vor

Jede Zange mit eigenem Servoantrieb
 

Beim Vareo verfügt jede einzelne Zange über einen Servomotor. So können unterschiedlich dicke Produkte länger in der Pressstation verbleiben, ohne dass der Produktionsfluss beeinträchtigt wird.

Auf den Hunkeler Innovationdays in Luzern hat Müller Martini als Weltpremiere den neuen Klebebinder Vareo vorgestellt. Die Maschine wurde laut Hersteller für Digital- und Offsetdruck konzipiert. Von den drei Zangen ist jede mit einem eigenen Servomotor ausgestattet und einzeln angetrieben. So kann jeder Bearbeitungsschritt individuell an das Produkt angepasst werden.

Bisher kennt man bei Klebebindern zwei Antriebsphilosophien, die beide darauf basieren, dass eine Anzahl von Klammern an einer Kette über einen Motor angetrieben werden. Beim kontinuierlichen Antrieb läuft der Motor im Betriebszustand immer, und alle Klammern sind in Bewegung. Der Vorteil ist je nach Taktzahl eine hohe Ausbringleistung. Bei einem Klebebinder mit diskontinuierlichem Antrieb kommt es zu sogenannten Lauf- und Stoppzeiten. Die Zangen laufen also nicht permanent. Vorteil: Die Andrückdauer ist individuell festgelegt, womit die Bindequalität direkt beeinflusst werden kann.

Beim neuen Vareo verfügt jede Zange über einen eigenen Servoantrieb. Für die Qualität des Endproduktes sollen die asynchronen Bewegungsabläufe des Vareo bedeuten, dass jeder Bearbeitungsschritt in genau der Zeit erfolgen kann, die für die jeweilige Produktqualität notwendig ist. Damit soll sich die Maschine sowohl für Kleinstauflagen bis hinunter auf ein Exemplar als auch für mittlere Auflagen – gleich ob im Offset oder im Digitadruck hergetsellt – eignen. Die mechanische Leistung des Binders wird mit bis zu 1350 Takten pro Stunde angegeben.

Modularer Aufbau

Der Vareo ist modular konstruiert, so dass die Maschine erweitert und zu einer kompletten Klebebindelinie ausgebaut werden kann – beispielsweise mit einer kundenspezifischen Kühlstrecke, einem Dreischneider oder einer automatischen Buchblockzufuhr. Diese ermöglicht es, den Vareo an Digitaldruckmaschinen anzubinden. Die fertigen Signatur- oder Loseblattstapel werden dann direkt in die Zange des Klebebinders übergeben.

Der Einrichtassistent führt den Maschinenführer beim Einrichten eines neuen Auftrags am zentralen Touchscreen Schritt für Schritt durch den Eingabeprozess. Die Steuerung unterstützt ihn bei der Ausführung von Feinkorrekturen, indem die gewünschten Änderungen direkt auf dem Bildschirm als Vorschau-Animation angezeigt werden. So kann er erkennen, ob der beabsichtigte Effekt erreicht wird, noch bevor tatsächlich ein neues Buch gebunden wird. Die Feineinstellungen können für Wiederholaufträge abgespeichert und anschließend erneut aufgerufen werden.

Zudem verfügt der Klebebinde über eine Buchdicken-Messeinrichtung. Sie soll die Einzelbuchfertigung ohne Makulatur ermöglichen. Optional steht eine Format-Einmessstation zur Verfügung. Damit können Buchblockformate, Umschlagformate und Rillpositionen vermessen und die Eingaben automatisch an die Steuerung übertragen werden. Das Fräswerkzeug kombiniert Staubfräsen, Aufrauen, Kerben und Bürsten und kann Buchdicken bis 60 Millimeter verarbeiten. Die Frästiefe wird automatisch am Touchscreen eingegeben. Für fadengeheftete oder fadengesiegelte Produkte kann die Frässtation standardmässig abgesenkt werden. Speziell für Digitaldruckereien steht eine gekapselte Frässtaubabsaugung zur Verfügung, die auf die Raumluftansprüche von Digitaldruckmaschinen abgestimmt ist.

Hotmelt und PUR – mit vollintegriertem PUR-Düsenauftragssystem

Der Vareo kann sowohl für Hotmelt (Walze) als auch für PUR-Produktion (Walze oder Düse) eingesetzt werden. Während des Einrichtens werden die für den Leimfilm relevanten Parameter eingegeben, die notwendige Leimmenge automatisch berechnet und volumetrisch gefördert. Das Leimauftrags-Kontrollsystem ermöglicht sowohl die Kontrolle der Leimfilmdicke als auch des lückenlosen Leimauftrags über die komplette Breite und Länge des Buchrückens. Die gemessenen Schichtdicken werden entweder als zweidimensionales Schnittbild oder dreidimensionales Profil auf dem Touchscreen dargestellt.

Standardmässig sind die Leimauftrags-Systeme fest eingebaut. Optional ist es aber möglich, die Systeme zum Austauschen auf einen Trolley zu montieren. Das Trolley-System kann für alle Auftragssysteme nachträglich ergänzt werden.

Barcode-Erkennung vermeidet Makulatur

Damit Inhalt und Umschlag korrekt zusammenpassen, kann der Vareo mit einer integrierten Barcode-Erkennung ausgestattet werden. Der Umschlagbarcode wird dabei vor dem Rillen gemessen. Speziell für die Hardcover-Weiterverarbeitung kann ein integrierter Inkjet-Drucker einen zusätzlichen Barcode auf den gebundenen Buchblock aufbringen, der beim anschliessenden Einhängen mit der Buchdecke abgeglichen werden kann.

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