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Nanografie: Benny Landa stellt seine neue Produktfamilie vor

Bogen- und Rollendrucksysteme sollen im zweiten Halbjahr 2013 verfügbar sein
 

Benny Landa, Gründer der israelischen Landa Corporation, hat einen Tag vor dem offiziellen Drupa-Start weitere Details über seine nanografischen Druckmaschinen präsentiert.

Einen Tag vor dem offiziellen Start der Drupa in Düsseldorf hat Benny Landa, Gründer der Landa Corporation, weitere Details zu seiner neuen, als Nanografie bezeichneten Drucktechnologie verkündet. Insgesamt sechs Druckmaschinen, drei Bogen- und drei Rollensysteme, präsentiert der israelische Hersteller auf der weltgrößten Fachmesse. Verfügbar sollen sie frühestens im zweiten Halbjahr 2013 sein.

Die Nanografie werde der "nächste Standard in der Druckindustrie" werden, ist sich Benny Landa sicher. Nachdem seiner Aussage zufolge bisher nur rund 2 Prozent des weltweiten Druckaufkommens digital produziert werden, gehe es nun darum "dass Digitaldruck zum Mainstream" werde und auch die restlichen 98 Prozent des Druckvolumens – zumindest in Teilen – für sich gewinne. Um mit dem "bisherigen Mainstream" Offsetdruck aber mithalten zu können, müsse der Digitaldruck sowohl leistungstechnisch als auch qualitativ besser werden. Dieses Ziel habe sich Landa bei der Entwicklung des nanografischen Druckverfahrens gesetzt: Die neuen Druckmaschinen benötigen eine geringere Stellfläche, liefern laut Hersteller auf Grund der Nano-Ink eine bessere Druckqualität als bisherige Inkjet-Drucksysteme, erreichen ungefähr das Leistungsniveau von Offsetdruckmaschinen und sind dabei noch umweltfreundlicher. Das beziehe sich nicht nur auf die wasserbasierenden Tinten an sich; auch die Tintenkartuschen sollen sich zu 100 Prozent recyceln lassen.

 
 

Benny Landa hält keinen Frisbee in der Hand, sondern eine leere Tintenkartusche seiner Nano-Ink. Diese werde mit niedriger werdender Tonermenge zusammengefaltet und soll am Ende vollständig recycelter sein.

Nanografie im Bogendruck

Drei Druckmaschinen stellt Landa für den Bogendruck vor: Die S5 Nanographic Printing Press stellt das Einstiegsmodell im B3-Format dar und erreicht (aus dem Offsetdruck bekannte) Geschwindigkeiten von bis zu 11.000 Bg/h. Verarbeitet werden können mit der S5 alle handelsüblichen Bedruckstoffe mit einer Grammatur zwischen 60 und 350 g/m2. 

Im B2-Formatbereich ist hingegen die S7 Nanographic Printing Press angesiedelt. Sie kann sowohl einseitig als auch doppelseitig drucken und erreicht dabei eine Leistung von bis zu 12.000 Bg/h. Auch hier lassen sich Medien mit 60 bis 350 g/m2 einsetzen. 

Das Flaggschiff von Landas neuer Druckmaschinenfamilie bildet allerdings die S10 Nanographic Printing Press, die – so Benny Landa – die erste B1-Digitaldruckmaschine im Markt ist und bis zu 13.000 einseitig oder zweiseitig bedruckte Bogen pro Stunde liefert. Die eingesetzten Substrate dürfen zwischen 60 und 400 g/m2 schwer sein. Ein (Simples-)Modell der S10 für die Faltschachtelproduktion verarbeitet bei 6.500 Bg/h Karton-, metallisierte Medien mit einer Stärke von 200 bis 1.000 Micron sowie Plastikfolien.

Alle drei neuen Bogendruckmaschinen können mit vier bis acht Farben ausgestattet werden und liefern eine Auflösung von 600 x 600 und 1.200 x 600 dpi. 

Landas Nanografie-Rollendruckmaschinen

Für den Rollendruck hält Landa die drei Druckmaschinen W5, W10 und W50 bereit. Die W5 besitzt eine Bahnbreite von 560 mm, eine Leistung von bis zu 200 m/min und verarbeitet sowohl Plastikfilme und Shrink-Sleeves mit einer Stärke von 12 bis 250 Micron als auch Etiketten-, Aluminiumfolien und Papier mit 50 bis 300 Micron.

Die W10 besitzt die gleichen Leistungsmerkmale wie die W5, verfügt aber über eine Bahnbreite von 1.020 mm und dürfte durch die angestrebte FDA-Zulassung auch für Hersteller von Lebensmittelverpackungen interessant sein.

Im High-Volume-Bereich ist die W50 mit einer Bahnbreite von 560 mm und einer Leistung von bis zu 200 m/min angesiedelt. Sie kann im Gegensatz zu den beiden anderen Rollenmaschinen doppelseitig auf gestrichenen und unterstrichenen Materialien mit einer Grammatur von 40 bis 300 g/m2 drucken. Die W50 eignet sich daher, so der Hersteller, unter anderem zur Produktion von Büchern, Magazinen, Periodika, Handbüchern oder Direct Mailings.

Die Auflösung der Rollendrucksysteme liegt ebenso wie bei den Bogenmaschinen bei 600 x 600 bzw. 1.200 x 600 dpi. Lediglich bei der W50 beträgt die Auflösung 600 x 600 dpi.

Touchscreen soll die Bedienung erleichtern

 
 

Landas Nanografische Druckmaschinen lassen sich über einen überdimensionalen Touchscreen bedienen.

Die nanografischen Druckmaschinen von Landa werden über ein riesigen Touchscreen bedient. Über Icons, die mitunter an die Darstellung von Apps erinnern, lassen sich Druckstatus, die Auftragsliste und sämtliche Einstellungen verwalten. Zudem sollen die Maschinen im "Vital Science Mode" weitestgehend ohne Operator betrieben werden. In diesem Modus werden über den Touchscreen in riesigen Lettern lediglich die wichtigsten Produktionskomponenten angezeigt werden, wie zum Beispiel, wie lange das Drucksystem noch produzieren kann, bis Tinte oder Papier ausgehen oder bis der Auftrag abgeschlossen ist. Diese Daten können für bis zu vier Maschinen auch auf einem mobilen Endgerät angezeigt und gesteuert werden. 

Was ist das Besondere der Nanografie?

Im Kern der neuen Drucktechnologie stehen die wasserbasierenden Nano-Inks, deren Pigmentpartikel so klein sind, dass sie in Nanometern bemessen werden. Die Nano-Inks werden über "Ink-Ejectors" ausgestoßen und härten quasi im Moment des Auftreffens auf dem Druckträger aus. Dieser stellt eine Art Endlos-Gummituch dar. Da das Druckbild von diesem Drucktuch-Band trocken auf das Substrat übertragen wird, dringen die Nano-Inks nicht in die Papierfasern ein, sondern bilden einen 500 nm dünnen Farbfilm auf der Oberfläche des Bedruckstoffes. Durch diese rückstandslose Übertragung des Druckbildes auf das Papier entfällt zudem der Löschprozess des Motivs.

Da das Papier nicht penetriert wird, sollen die einzelnen Druckpunkte schärfer und Farben brillanter dargestellt werden können. Zusammen mit der wasserbasierenden Formulierung der Tinten sollte sich laut Benny Landa auch der Deinking-Prozess von nanografisch bedruckten Druckerzeugnissen deutlich einfacher gestalten. Das Druckbild sei zudem kratz- und scheuerfest und lasse sich auch weiter veredeln.

Landa will kein Monopol – außer bei der Tinte

In den vergangenen Tagen hat die Landa Corp. Kooperationen mit Komori, Manroland und Heidelberg verkündet. Das Ziel dieser Partnerschaften sei es, dass der nanografische Druckprozess auch in den digitalen Druckmaschinen der etablierten Maschinenhersteller integriert werde bzw. die Hersteller neue Drucksysteme auf Basis der Nanografie entwickeln. Das heißt, es werde in Zukunft nanografische Druckmaschinen nicht nur von Landa geben, sondern auch von Komori, Manroland und Heidelberg. Benny Landa möchte mit seiner Nanografie kein Monopol aufbauen, erklärte er in einer Pressekonferenz einen Tag vor Drupa-Start. Schließlich solle der Kunde im Vordergrund stehen. Durch die Kooperationsstrategie erhalte dieser einen breiteren Zugang zu den neuen Technologien und den dadurch entstehenden Möglichkeiten. Bis ins letzte Detail geht die Selbstlosigkeit dann aber doch nicht: Denn die Nano-Tinte werde ausschließlich über Landa hergestellt und vertrieben. Dazu sollen sukzessive Produktionsstätten in den wichtigsten Regionen der Welt eröffnet werden.

Nanografie als Substitut des Offsetdrucks?

Mit der Nanografie will und werde Benny Landa den Offsetdruck nicht vollständig verdrängen. "Die Kunden werden beides brauchen", erklärte er. "Nanografische Druckmaschinen sind kein Ersatz, wenn es um die Produktion von Auflagen im zehn- und hunderttausender Bereich geht, aber wenn die Kunden nach immer niedrigeren Auflagen verlangen, die bisher nicht profitabel im Offset zu produzieren sind." So werde das neue Druckverfahren den Kern der Offsetdruckproduktion nicht ersetzen, sondern ergänzen. 

Die Nanografischen Druckmaschinen von Landa sollen frühestens im zweiten Halbjahr 2013 verfügbar sein. Über den Preis gibt es bisher keine konkreten Angaben – nur die Aussage, dass das Flaggschiff der nanografischen Bogendruckmaschinen in etwa auf dem Preisniveau von Offsetdruckmaschinen der gleichen Leistungsklasse liegen werde.

 
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Leserkommentare (2)

Frank | Mittwoch, 09. Mai 2012 11:56:01

Toller Medienhype

Wenn die Druckergebnisse so aussehen, wie die Ausgestellten, dann kann ich das mit meinem Canon Farbspritzer ohne Düsenreinigung nach 5 Monaten Stillstandszeit genauso gut.
Tolle Inszenierung - sieht irre stylish aus aber wenn ich auf der drupa solche Druckergebnisse sehe, dann passt das nicht zum Anspruch.

m.druckbar | Sonntag, 06. Mai 2012 18:16:02

Druck Qualität Muster ... eigenartige Vorführung

Hat sich jemand mal die Druckmuster angesehen ? Hinter Glas und streifig wie ein Elektrostat ausdruck aus den 80ern ??.... Hat mich nicht überzeugt .. und schon garnicht der "Operator" der in sein Funkgerät spricht damit sich das mega "ipad" öffnet ....

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