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Neu von Heidelberg: Performance Plus und Remote Monitoring

Beratungskonzept und Analysefunktion als Performance-Tools – Saphira-Programm an Verbrauchsmaterialien wird erweitert
 

Heidelberg-Vorstandsmitglied Harald Weimer (l.) und Roland Makulla, Umweltbeauftragter und Projektmanager bei der Oeding Print GmbH in Braunschweig.

In vielen industriellen Druckereien besteht ein erhebliches Potenzial, die Wirtschaftlichkeit deutlich zu verbessern. In der Regel gibt es mehrere, jedoch manchmal nicht leicht zu erkennende, Schwachstellen, an denen ein Verbesserungsprozess ansetzen muss. Entscheidend für die ganzheitliche Performancesteigerung eines Unternehmens ist das Zusammenwirken von Mitarbeitern, Abläufen, Maschinen und Verbrauchsmaterialien im Betrieb. Genau hier setzt Heidelberg mit dem neuen Beratungskonzept Performance Plus an. 

Performance Plus basiert auf dem Beratungs-Know-how des Druckmaschinen-Herstellers und lässt sich auf Wunsch mit den bestehenden Analysemodulen aus dem Heidelberg Produktportfolio verbinden. „Mit diesem neuen Service gibt Heidelberg ein ambitioniertes Leistungsversprechen. Am Ende teilen sich Kunde und Heidelberg dabei partnerschaftlich den Gewinn“, wie Heidelberg-Vorstandsmitglied Harald Weimer (verantwortlich für Vertrieb und Heidelberg Services) gegenüber der Fachpresse ausführte.

Vor dem Hintergrund, „dass viele Druckereien bei einer Gesamteffizienz (die sogenannte Gesamtanlageneffektivität) von weniger als 30 Prozent liegen“, wie Analysen gezeigt hätten, so Weimer weiter, ein erfogversprechender Geschäftsfeldansatz. Die Gesamtanlageneffektivität misst dabei die komplette Wertschöpfungskette.

Mit diesem neuen Beratungsansatz soll beim Kunden ein Veränderungsprozess mit dem Ziel in Gang gesetzt werden, die Performance durch eine Gesamtbetrachtung des Unternehmens zu steigern, ergänzt Weimer. Dabei analysieren die Beratungsexperten von Heidelberg zusammen mit dem Kunden das aktuelle Produktivitätsniveau einer Druckerei auf Basis der Betriebs- und Finanzkennzahlen. Im nächsten Schritt werden mit den Mitarbeitern der verschiedenen Abteilungen des Kunden die Schwachstellen analysiert, Ziele formuliert und das Verbesserungspotenzial ermittelt. Daraus entsteht ein Projektplan mit Maßnahmen. Mit Hilfe von Lean-Management-Methoden begleitet Heidelberg dann den Kunden bei der Implementierung seines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses und will „ein nachhaltiges Erreichen der Ziele sicherstellen.“ 

Je nach Anforderung fallen die Optimierungsmaßnahmen durch Performance Plus unterschiedlich aus: Beim Pilotkunden Contemporary Graphic Solutions in den USA zum Beispiel lagen sie beispielsweise in optimierten Schichtmodellen und standardisierten Produktionsprozessen, Mitarbeiterschulungen und dem Einsatz von Remote Monitoring für eine höhere Maschinenverfügbarkeit. Mit Performance Plus erzielte Contemporary Graphic Solutions eine um 40 Prozent höhere Performance und über 1.000 Stunden eingesparte Produktionszeit. Bei rund 250 Dollar Maschinenstundensatz kamen so in den zwölf Monaten Projektlaufzeit zirka 250.000 Dollar Gesamteinsparungen zustande.

Remote Monitoring soll hohe Maschinenverfügbarkeit und mehr Planungssicherheit bringen

Remote Monitoring ist die jüngste Ausbaustufe der Remote-Service-Technologie von Heidelberg. Der Einsatz der erstmals auf der Drupa 2012 gezeigten und jetzt als optionaler Bestandteil eines Systemservice-Vertrages verfügbaren Funktion ermöglicht das frühzeitige Erkennen von sich anbahnenden Maschinenstörungen. Erkennt das System potenzielle Störungsmuster, wird automatisch eine Aufgabenliste zu deren Behebung erstellt. Diese wird dann im Rahmen eines geplanten Serviceeinsatzes bearbeitet, bevor es überhaupt  zu einem ungeplanten Maschinenstillstand kommt. „Durch das intelligente Zusammenführen aller im Rahmen eines Serviceeinsatzes anstehenden Aufgaben, können die Maßnahmen komplett während eines geplanten Einsatzes durchgeführt werden“, wie Weimer betont. 

Bisher nutzen rund 20 Pilotkunden hauptsächlich in USA und Deutschland die Funktion. In allen Fällen konnte die technische Maschinenverfügbarkeit zwischen drei und fünf Prozentpunkte gesteigert werden, wie betont wird.

Saphira-Programm wird ausgebaut

Ein immer größer werdender Bereich bei Heidelberg ist das Verbrauchsmaterialgeschäft. Vorstandschef Dr. Gerold Linzbach hatte noch vor wenigen Wochen klare Ziele formuliert: Man wolle „durch aktives Portfoliomanagement das margenstarke und konjunkturunabhängigere Geschäft mit Service und Verbrauchsmaterialien ausbauen, um damit einen Konzernumsatzanteil von über 50 Prozent zu realisieren.“ Das erscheint realistisch angesichts der Tatsache, dass es heute schon einen Anteil von rund 45% hat. 

In den letzten Monaten wurde das Portfolio an Saphira-Verbrauchsmaterialien für den Bogenoffsetdruck nochmals erheblich erweitert: Die wichtigsten Neuerungen sind Erweiterungen in der Produktlinie Saphira Eco für die umweltfreundliche Druckproduktion, ein spezifisches Angebot für den LE-UV-Druck, Saphira-Low-Migration-Produkte für die Produktion von Lebensmittel-Verpackungen sowie auf die Druckmaschinentechnologie abgestimmte Verbrauchsmaterialien für die Speedmaster-Anicolor-Maschinen.

Um das Saphira-Portfolio noch stärker durch Produkte aus den eigenen Reihen zu ergänzen, beabsichtigt Heidelberg gezielte Akquisitionen von passenden Zulieferern. Einer der ersten in der Reihe: die Blueprint Products NV. Durch die Übernahme des belgischen Anbieters von Druckchemikalien verspricht sich Heidelberg wichtiges Know-how für die Entwicklung und Herstellung von Verbrauchsmaterialen. Blueprint verfügt über ein vollständiges Portfolio an Feucht- und Waschmitteln für Bogenoffset-Druckmaschinen und einen gut ausgebauten Bereich umweltfreundlicher Produkte.

Oeding Print: 10 Mio. Euro für eine „grüne“ und nachhaltige Produktion

Apropos umweltfreundliche Produkte und ökologisch nachhaltige Produktionsweise im Offsetdruck: Oeding Print in Braunschweig ist ein Beispiel dafür. Das Unternehmen sieht sich selbst als Nullemissionsdruckerei im Plusenergiegebäude, was nicht viele Betriebe unserer Branche von sich behaupten können.

Eine Druckerei als Energieerzeuger? Klingt ungewöhnlich, wurde aber bei der Oeding Print GmbH zu Beginn des Jahres Realität: Seit Ende November 2013 produziert die Oeding Gruppe an ihrem neuen, komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Firmenstandort auf rund 5.500 Quadratmetern in einem Plusenergiegebäude, d.h. es wird mehr Energie selbst erzeugt als verbraucht. So wurde das Equipment rund um Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung dem nachhaltigkeitsorientierten Gesamtkonzept des Unternehmens angepasst: Oeding Print investierte rund 4,5 Mio. Euro in umweltfreundliches Equipment der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg). Mit Gebäude, Grundstück etc. belaufen sich die Investitionskosten auf etwa 10 Mio. Euro. Bei Oeding Print ist Roland Makulla für das Ressort zuständig. „Wir sparen mit unserer Produktionsweise pro Jahr etwa 226.000 kg an CO2  ein und etwa 345.000 kWh (Effizienz und Recycling), produzieren aber rund 320.000 kWh an elektrischer Energie sowie 240.000 kWh an thermaler Energie (durch Blockheizkraftwerk und Photovoltaik).“

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