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Neues Mehrfarbensystem soll größeren Farbraum ermöglichen

Vier Projektpartner entwickeln lizenzfreies „Siebenfarben-MP-System“ für den Schmalbahn-Etiketten- und -Verpackungsdruck
 

Das Siebenfarben-MP-System ermöglicht den Wechsel zwischen konventionellen und digitialen Druckverfahren ohne erkennbare Unterschiede in Sachen Qualität oder Farbton, wie es von Seiten der Projektpartner heißt. 

Eine Gruppe von vier Unternehmen aus der Flexodruckindustrie hat ein Mehrfarbensystem – „Siebenfarben-MP-System“ genannt – entwickelt, das auf den Schmalbahndruck ausgerichtet ist und von Druckereien lizenzfrei eingesetzt werden können soll. Zur Realisierung dieses Projektes hatten sich der Rasterwalzenhersteller Apex Europe B.V., AK Hapert (NL), das Reprounternehmen Athena Graphics NV, Roeselare (B), der Druckmaschinenhersteller MPS Systems B.V., BA Didam (NL) und der deutsche Druckfarbenhersteller Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG, Eislingen, zusammengefunden. 

Das System ist nach Angaben der Projektpartner vor allem für Unternehmen konzipiert, die auf schmalbahnigen UV-Flexo- oder UV-Offsetdruckmaschinen Etiketten, Anhänger oder Verpackungen produzieren. Im Vorfeld der Labelexpo Europe 2013 hatten die Partner gemeinsam das fiktive Produkt „Fruit Berry“ entwickelt. Bei den vier speziell dafür gestalteten Etiketten wurde die Farbigkeit bewusst so gewählt, dass sie nach einem Einsatz von Sonderfarben verlangen. Mit Hilfe des neu konzipierten Siebenfarben-MP-Systems konnten die Etiketten mit den vier verschiedenen Designs (siehe Abbildung) in einem Durchgang im UV-Flexodruck mit nur einem Plattensatz gedruckt werden, wie berichtet wird. Die auf der Labelexpo-Messe gezeigten Druckmuster sollten deutlich machen, dass sich die kritischen Farbtöne mit MP-System auch ohne Verwendung von Sonderfarben erzielen lassen. Nach Angaben der Projektpartner sei die Farbwiedergabe der üblichen Produktionsweise mit Sonderfarben ebenbürtig, wie anhand eines Vergleichsdrucks der gleichen Etiketten im 4c-Druck und mit einer Sonderfarbe pro Motiv ebenfalls zu sehen gewesen sein soll. Für die herkömmliche Herstellung der Etiketten waren vier separate Druckproduktionen erforderlich, bei denen jeweils eine individuelle Sonderfarbe aus dem Pantone Matching System (PMS) zum Einsatz kam.

Mit digitalem Tonerdruck kompatibel

Auf absehbare Zeit werden viele Etikettendruckereien Digitaldrucksysteme und traditionelle Verfahren wie Flexo- und Offsetdruck nebeneinander betreiben, um deren jeweilige Stärken für verschiedene Auflagenhöhen und Anwendungen ausnutzen zu können. Das Siebenfarben-MP-System wurde so konzipiert, dass es mit dem tonerbasierten Digitaldruck kompatibel sein soll. Dies wurde laut Projektpartnern durch eine Anpassung des MP-Systems an die Tonerfarben der im Markt gängigen Digitaldrucksysteme erreicht. Der Druckfarbenhersteller Zeller+Gmelin hat im Rahmen des Projektes dafür eigens eine spezielle Farbserie auf Basis der Uvaflex-Reihe entwickelt, deren Einzelfarben auf die Prozessfarben (CMYK) und die zusätzlichen Farben Orange, Grün und Violett des Digitaldrucks abgestimmt worden sein sollen. Die Farben nutzen als Grundlage das monopigmentierte Mischsystem von Zeller+Gmelin. Sie seien außerdem auch als Low-Migration-Variante verfügbar. 

Mit dem neuen Siebenfarben-MP-System sollen Druckereien bei steigender Auflage spontan vom Digitaldruck in den UV-Flexo- oder UV-Offsetdruck wechseln und so die Eigenschaften der konventionellen Druckverfahren hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Farbstabilität bei größeren Auftragsvolumen nutzen können. Voraussetzung sei laut Projektpartner eine gewisse Standardisierung einzelner Prozessparameter. Als Folge könnten Anwender aufgrund deutlich geringerer Stillstandszeiten profitieren. Da mit Hilfe der drei zusätzlichen Farben individuelle Pantone-Farbtöne bereits während der Reproarbeiten gemischt werden können, entfalle der Einsatz von Sonderfarben einschließlich der damit verbundenen Arbeiten für den Farb- und Rasterwalzenwechsel, wie es weiter heißt. Neben einer deutlichen Zeitersparnis würden auch der Verbrauch von Reinigungschemikalien und die Menge der Restfarben reduziert, wie es heißt.

Neben den UV-Flexodruckfarben sind noch weitere Parameter in der Prozesskette zu standardisieren, um im Produktionsalltag die genaue Farbwiedergabe zu gewährleisten. Hier kommen die Projektpartner aus den Bereichen Druckvorstufe bzw. Repro sowie Maschinentechnik und Rasterwalzen ins Spiel. Die Firma Athena steuerte das Design der Etiketten sowie die Farbseparation bei. Für die Druckmuster wurden Rasterwalzen von Apex verwendet.

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