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Olympus: Erster Prototyp des digitalen Spiegelreflexkamera-Systems »Four Thirds System«

Offener Standard mit 4/3-Zoll-Sensor auf PMA/Cebit 2003

Olympus präsentierte auf der PMA und auf der Cebit erste Prototypen des digitalen Spiegelreflexkamera-Standards »Four Thirds System«. Gezeigt werden neben einer Kamera verschiedene Objektive sowie Zubehör. Das Four Thirds System ist als offener Standard für digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven angelegt, bei denen ein 4/3 Zoll großer Bildsensor zum Einsatz kommt. Dieser Ansatz soll die Entwicklung von Objektiven vereinfachen, die speziell auf den digitalen Bildsensor zugeschnitten sind und dessen Leistungspotenzial optimal nutzen, ohne systembedingten Einschränkungen konventioneller 35 mm-Optiken zu unterliegen. Weil bei dem Four Thirds System Art und Größe des Bajonett-Anschlusses standardisiert sind, sollen sich in Zukunft auch Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander kombinieren lassen. Die Four Thirds System-Objektive sind zudem kleiner und leichter sein als herkömmliche 35-Millimeter- und APS-Optiken. Die von Olympus selbst entwickelten und produzierten Wechselobjektive sind laut Olympus außergewöhnlich lichtstark und kompakt. Sie ermöglichen Bildqualitäten, die nur mit Optiken erzielbar sind, die speziell für den Einsatz in digitalen Spiegelreflexkameras konzipiert sind. Olympus bietet folgende Wechselobjektive an (Die Werte in den Klammern entsprechen denen von 35-Millimeter-Kameras:
- 300 mm, F2,8 (600 mm)
- 14 bis 54 mm, F2,8 – F3,5 Zoom (28 – 108 mm)
- 50 mm, F2,0 Makro (100 mm)
- 50 bis 200 mm, F2,8 – F3,5 Zoom (100 – 400 mm)
Das aus einer Magnesiumlegierung bestehende Kameragehäuse bietet den Schutz, der auch für Einsätze im Freien oder unter erschwerten Bedingungen erforderlich ist. Durch den als Zubehör erhältlichen Batteriemagazins mit Hochformat-Griff liegt die Kamera auch bei hochformatigen Aufnahmen perfekt und sicher in der Hand. Für den Anschluss eines externen Blitzgeräts steht ein Blitzschuh zur Verfügung. Blende, Verschluss und Schärfe lassen sich wahlweise manuell oder automatisch einstellen. Detailiertere Informationen wird der Hersteller Ende Juni bekannt geben.
Hintergrund:
Im Moment gib es keinen einheitlichen Standard für digitale Spiegelreflexkamerasysteme, d. h. Gehäuse und Objektive unterschiedlicher Hersteller sind oft nicht kompatibel. Denn die meisten Anbieter offerieren bislang nur Lösungen, die auf ihren SLR-Systemen basieren. Um diese Optiken auch für digitale Kameras nutzen zu können, kommen größere Bildsensoren zum Einsatz. Doch auch damit lässt sich nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Anders als beim Film muss das einfallende Licht bei einem elektronischen Bildwandler in einem möglichst großen Einfallswinkel auf die Oberfläche treffen. Ist der Winkel zu klein, trifft auf die an den Rändern befindlichen Sensoren zu wenig Licht, was sich in fehlerhaften Farbwerten äußern kann, besonders bei Weitwinkelaufnahmen. Ein weiterer Nachteil großer Bildsensoren ist, dass voluminösere und schwerere Objektive benötigt werden, um die nur wenige Mikrometer auseinander liegenden Sensoren eines Chips zu treffen. Das 4/3 System soll explizit der digitalen Bildaufzeichnung dienen und eine Lösung für professionelle Digitalfotografie sein. Als offener Standard etabliert, ermöglicht es die wechselseitige Verwendung von Objektiven und Gehäusen unterschiedlicher Hersteller. Durch den Einsatz eines 4/3-Zoll-Sensors konnten auch Größe und Gewicht der Objektive reduziert werden, womit diese noch besser für mobile Einsätze geeignet sind. Der Vorteil macht sich besonders bei Teleobjektiven bemerkbar: So entspricht die Leistung eines 300 Millimeter 4/3-System-Teleobjektives der eines 600-Millimter-Teles bei 35-Millimeter-Kameras.

Olympus http://www.olympus.de

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