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Olympus und Kodak: Standard für digitale Spiegelreflexkameras initiiert

Photokina 2002

Olympus und Kodak haben sich darauf geeinigt, einen neuen Standard für die nächste Generation digitaler Spiegelreflexkameras ins Leben zu rufen. Mit dem 4/3-System sollen zukünftig die Anschlüsse für Wechselobjektive herstellerübergreifend standardisiert werden und in diesem Zug Kamerasysteme plus neu zu entwickelnde Objektive an die Bildaufnahmetechnik eines digitalen Sensors angepasst werden. Fujifilm hat laut Olympus angekündigt, sich der Initiative anzuschließen, aber noch keine nähere Stellungnahme dazu abgegeben.
Die Neuentwicklung berücksichtigt die speziellen optischen Anforderungen digitaler SLR-Kameras: Das sogenannte Four Thirds System nutzt einen 4/3-Zoll großen Bildsensor, etwa einen CCD- oder CMOS-Chip. Diese Chip-Baugröße soll erlauben, kleinere, leichtere und lichtempfindlichere Wechseloptiken zu bauen als bei bisherigen Objektiven analoger Systeme möglich ist. So sollen sich mit einem 300-Millimeter Teleobjektiv einer 4/3-Zoll-Sensor-Kamera die gleichen Zoomwerte erreichen lassen wie mit einem herkömmlichen 600-Millimeter-Objektiv einer 35-Millimeter-SLR - für den gleichen Blickwinkel sind also nur noch halb so lange Objektive erforderlich. Die Fassungen an den Objektivanschlüssen sollen dabei standardisiert werden und so Objektive verschiedener Hersteller an einer SLR-Kamera kombinierbar sein. Bei digitalen SLR-Kameras mit Optiken von 35-Millimeter-Systemen ist dies bisher nicht möglich. Durch die definierte Abbildungs- (Bildkreis)-Diagonale sowie die CCD-Größe sind der Scharfstellbereich und das Auflagemaß verbindlich festgelegt - das ist der Abstand der letzten Linse eines Objektives zur Abbildungsebene der Kamera.
Hintergrund: Aktuell erhältliche digitale SLR-Kameras mit Wechselobjektiv basieren auf Systemen für 35-Millimeter-Kameras. Daher benötigen sie Bildsensoren mit Kleinbildmaßen - Aufnahmeflächen von 35 Millimeter- und APS-Kameras. Diese CCDs haben zudem andere Aufzeichnungscharakteristika als analoge Filmmaterialien, etwa beim Lichteinfall: Ein Film reagiert ohne Qualitätsverlust, wenn Licht in einem hohen Einfallswinkel auf seine Oberfläche tritt. Bei einer CCD kommt es jedoch vor, dass in solchen Fällen nicht genug Licht auf die Sensoren am Rand trifft. Das führt besonders bei Weitwinkelobjektiven zu geringeren Farbwerten und lässt sich bisher nur durch größeren und schwereren Objektiven mit entsprechenden Linsenauflösungen erreichen.

Olympus http://www.olympus.de

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