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Ringier Print Adligenswil AG stellt Produktion auf Libra-VP-Druckplatte von Kodak um

Belichtung der neuen Druckplatten soll den Wasser- und Chemieverbrauch senken
 

Bei der Schweizer Zeitungsdruckerei Ringier Print Adligenswil AG wird seit Mai dieses Jahres mit der violettempfindlichen Libra-VP-Druckplatte von Kodak produziert. Im Bild: Walter Furrer, Leiter Digital Service bei Ringier Print in Adligenswil, mit einigen Druckplatten an einem Druckturm.

Nach der Einführung der violettempfindlichen Libra-VP-Platte von Kodak hat die Ringier Print Adligenswil AG (Adligenswil, Schweiz) ihre Produktion auf die neue Druckform umgestellt. Die Libra VP, die speziell für den Zeitungs- und Semicommercial-Druck entwickelt wurde und eine umweltfreundlichere Plattenverarbeitung bieten soll, ersetzt bei Ringier Print seit Mai die bisher verwendete Violet-News-Gold-Platte. Statt Plattenentwickler und Regenerat erfolgt die Verarbeitung der Libra VP mit einer Auswaschlösung mit niedrigem pH-Wert.

Dabei kann der Anwender, so Kodak, zwischen einem reinen Einbad-Entschichtungsprozess oder der vereinfachten konventionellen Verarbeitung in der Auswaschlösung, gefolgt von einem Spül- und Gummierschritt, wählen.

Spezialgebiet Zeitungen und zeitungsähnliche Produkte

Die Zeitungsdruckerei Ringier Print beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und druckt bis zu 3 Millionen Zeitungsexemplare pro Tag. 40 verschiedene Zeitungsobjekte stehen auf dem Produktionsprogramm. Darunter sind verlagseigene nationale Tageszeitungen wie "Blick" (Auflage 180.000) und der im Tabloidformat mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren erscheinende "SonntagsBlick", weitere Zeitungstitel sowie wöchentliche Werbezeitungen großer Einzelhandelsketten.

Für die Druckproduktion stehen insgesamt fünf Zeitungsoffsetrotationen zur Verfügung. Diese verteilen sich auf zwei Rotationsanlagen: eine im Frühsommer 2009 offiziell in Betrieb genommene Wifag Evolution 371 mit acht Drucktürmen und drei Falzausgängen und eine 19 Jahre alte Wifag OF 370 mit zwei Falzausgängen. Letztere ist Eigentum der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und auf dieser Rotation druckt Ringier Print im Auftrag der NZZ Produkte wie die "Neue Luzerner Zeitung" (Auflage 100.000) und deren Sonntagsausgabe "Zentralschweiz am Sonntag" (Auflage ca. 90.000).

Wechsel von der Violet-News-Gold- zur Libra-VP-Platte

Pro Tag benötigt die Zeitungsdruckerei rund 2.000 Einzelplatten, für deren Belichtung drei Violettplattenbelichter mit angeschlossenen Verarbeitungsanlagen im Einsatz sind. Aufgrund geringfügig abweichender Plattenformate der beiden Wifag-Rotationslinien läuft über eine der CTP-Anlagen die Druckformherstellung für die NZZ-Rotation. Auf dieser CTP-Linie kommt seit kurzem die negativ arbeitende Kodak Libra VP Platte zum Einsatz. Der Wechsel von der zuvor verwendeten Violet-News-Gold-Platte auf die Libra VP sei reibungslos verlaufen, wie Walter Furrer, Leiter Digital Service, erklärt. Bei der Libra VP handelt es sich um eine relativ hoch auflösende Platte, die sich für die Belichtung mit AM-Rasterweiten bis 60/cm und Hybridrastern bis 70/cm eigne.

Was die Verarbeitung der Libra VP zur druckfertigen Platte betrifft, wendet die Zeitungsdruckerei die vereinfachte konventionelle Methode ohne den Vorspülschritt an. „Wir haben im Prozessor den Vorspülgang deaktiviert und führen die Platten direkt in die Auswaschlösung. Anschließend wird noch gespült und endgummiert“, erklärt Walter Furrer.

Wie Kodak erklärt, erreicht die neue, so behandelte Violettplatte eine nominale Auflagenleistung von 350.000 Drucken. An diese Leistung komme die Produktion in Adligenswil mit der Libra VP nicht annähernd heran. „Wir haben mit der neuen Kodak-Platte auf unserer OF 370 bisher Auflagen von maximal 200.000 Exemplaren gedruckt und das ohne Vorkommnisse“, berichtet Walter Furrer. Die Libra VP sei eine stabile Platte, was die internen Messergebnisse beweisen – bei Ringier Print werde täglich vor der Produktion eine Testplatte belichtet und ausgemessen. Bemerkbar habe sich zudem bereits gemacht, dass bei der Verarbeitung der neuen Platte weniger Wasser ge- und bedingt durch die Ergiebigkeit der Kodak-Libra-Auswaschlösung weniger Chemie verbraucht werde.

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