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TV-Bildschirme bald aus dem Inkjet-Drucker?

Kombination von Technologien der deutschen Merck KGaA mit denen von Seiko Epson soll die Massenproduktion großflächiger OLED-Displays ermöglichen
 

Organische lichtemittierende Dioden – kurz OLEDs – zählen zu den Zukunftstechnologien. Die Suche nach neuen und beständigen Materialien, die zudem eine hohe Lebensdauer haben, findet bei Merck in Darmstadt unter einem Dach statt: Im neuen Material Research Center (MRC). Thorsten Schenk arbeitet im Reinraum an einer „Glove-Box“ (hermetisch und gasdicht abgeschlossene Handschuhbox) über fest installierte Handschuhe an neuen OLEDs, da die gesamte Fertigung in geschlossenen Prozesskammern stattfindet (Bild: Merck KGaA).

Die Unterzeichnung einer Kooperations- und Lizenzvereinbarung für Inkjet-Drucktinten zur Verwendung bei der Herstellung von Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED) ist jetzt von der Merck KGaA, Darmstadt, und der Seiko Epson Corporation bekannt gegeben worden. Gemäß der Vereinbarung erhält Merck von Epson Tintentechnologie, mit der sich die OLED-Materialien von Merck auflösen lassen sollen. So sollen sie für die Herstellung druckbarer Displays verwendet werden können, die in OLED-Fernsehbildschirmen zum Einsatz kommen. Über finanzielle Details der Vereinbarung wurden keine Angaben gemacht.

Zum schnellen und präzisen Drucken der OLED-Materialien erfordert die Verwendung der Inkjet-Technologie eine Kombination von langlebigen OLED-Materialien und abgestimmter Tintentechnologie. Die Partnerschaft soll nun die Fähigkeiten von Merck im Hinblick auf hochwertige und langlebige OLED-Materialien für die Inkjet-Herstellung mit der Expertise von Epson in Bezug auf die Technologie zur Umwandlung von OLED-Materialien in Drucktinten, die mit Inkjet-Drucksystemen aufgebracht werden können, verbinden.

Laut Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck, lassen sich „mit unseren druckbaren OLED-Materialien die Herstellungskosten deutlich senken. Die Kombination unserer Technologien mit denen von Epson wird die Massenproduktion großflächiger OLED-Displays ermöglichen, was sich bisher mit aktuellen Technologien als finanziell und technisch schwierig erwiesen hat.“

„Der Inkjet-Druck großer OLED-Displays löst viele der Produktivitätsprobleme herkömmlicher Aufdampfverfahren“, ist Minoru Usui, President von Epson, überzeugt. Im Rahmen dieser Kooperations- und Lizenzvereinbarung soll die Mikro-Piezo-Inkjet-Technologie genutzt werden, um herkömmliche Produktionsprozesse zu optimieren.

Zudem wollen Merck und Epson ihre enge Zusammenarbeit fortsetzen, um die Formulierung von Drucktinten für die kommerzielle Nutzung durch Merck zu schaffen und um den aktuellen und künftigen Anforderungen der OLED-TV-Industrie gerecht zu werden, wie es heißt. Hierzu gehört auch die Entwicklung von standardisierten Drucktinten für die Herstellung von OLED-Fernsehern mittels Inkjet-Technologie.

Durch diese Zusammenarbeit mit Epson ist Merck nach eigenen Angaben jetzt in allen relevanten aktuellen und künftigen TV-Technologien aktiv. Die Sparte Performance Materials von Merck ist der weltgrößte Anbieter von Flüssigkristallen für die Display-Industrie und produziert auch OLED-Materialien. Marktuntersuchungen (Quelle: DisplaySearch, 2012/Q3) zeigen, dass OLED-Fernseher die zweitgrößte TV-Technologie nach Flüssigkristalldisplay-(LCD)-Fernsehgeräten werden. Nach den Prognosen werden LCD-Fernseher bis 2017 einen Marktanteil von 93% aller verkauften TV-Geräte haben, während die restlichen 7% auf OLED-Fernseher entfallen. Danach soll der Marktanteil von OLED-Fernsehern aber weiter steigen.

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