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Thieme: Folientastaturen im kombinierten Inkjet- und Siebdruckprozess bedrucken

Teninger Drucksystemspezialist nutzt für beide Prozesse dieselbe Maschinenplattform
 

Bei der Herstellung von Folientastaturen werden sowohl Digital- als auch Siebdruck eingesetzt. Für beide Prozesse nutzt Thieme dieselbe Maschinenplattform.

Vor allem in industriellen und medizinischen Anwendungen sind Folientastaturen weit verbreitet, denn im Unterschied zu üblichen PC-Tastaturen widerstehen sie Staub, Feuchtigkeit und Chemikalien. Die oberste Folienschicht der Tastatur – die sogenannte Dekorfolie – ist einerseits Designelement und wird zusätzlich durch Tastenhübe dynamischen Wechsellasten ausgesetzt. Gemeinsam mit Industriepartnern hat der südbadische Drucksystemspezialist Thieme ein Digitaldrucksystem entwickelt, das für beliebige Foliendesigns und Druckformate geeignet sein soll, wie Thieme aktuell meldet. Dabei biete die Druckschicht eine hohe Verschleißfestigkeit.

Der Druckprozess gilt als ein wesentlicher Schlüssel zur Absicherung aller Qualitätskriterien. Hier wird heute oft der Siebdruck genutzt. Um zusätzlich auch kleine Losgrößen wirtschaftlich abbilden zu können, schnellen Lieferzeiten gerecht zu werden und außerdem Individualisierungs-Möglichkeiten zu bieten, sollen die Folientastaturen zukünftig verstärkt im Digitaldruck gefertigt werden, so Thieme weiter.

Durch einen neuen, von Thieme zusammen mit seinen Partnern Mankiewicz und Folex entwickelten und standardisierten, kombinierten Inkjet- und Siebdruckprozess, soll sich der komplette Schichtaufbau industriell abbilden lassen, wie Thieme weiter ausführt. Der Prozess bestehe aus einer geprüften Kombination spezieller Folien, Digitaldrucktinten, Siebdruckfarben und – als „Herzstück“ – einer eigens entwickelten Maschinentechnologie. Der Prozess ermögliche eine Million Tastenhübe und mehr ohne sichtbaren Verschleiß der Druckschicht, ist Thieme überzeugt.

Der digitale Druckprozess eröffnet vielfältige Gestaltungsoptionen für anspruchsvolle, kundenspezifische Dekors, zum Beispiel mit Farbverläufen. Die Dekorfolie wird vor der Weiterverarbeitung von der Innenseite bedruckt, die aufgebrachte Farbschicht muss also die beim späteren Prägevorgang entstehenden Spannungen rissfrei überstehen. Hinzu kommt die ständige Bewegung erhabener Tasten bei jeder Berührung, die ebenfalls nicht zu vorzeitigem Verschleiß führen darf. Die Dekorschicht wird zusätzlich mit Weiß sowie einer Sperrschicht auf UV- oder Lösemittelbasis hinterdruckt. Diese Schichten werden weiterhin im Siebdruckverfahren aufgebracht, das hohe Schichtdicken und eine gute Kontaktfähigkeit zum Kleber ermöglicht, mit dem schließlich die verchiedenen Folien der Tastatur in einem Laminierprozess verbunden werden.

Da bei der Herstellung von Folientastaturen sowohl Digital- als auch Siebdruck zum Einsatz kommen, nutzt Thieme für beide dieselbe Maschinenplattform. Das Materialhandling (zum Beispiel fahrbarer Drucktisch, Anlegepunkte, flexible Vakuumzonen) sowie Zusatzausrüstungen zur Druckoptimierung (zum Beispiel Integration von Reinigungs- und Ionisationsanlagen) sind somit bei beiden Druckverfahren identisch, wodurch sich der Druckablauf effizient gestalten lasse, so Götz.

Zum Einsatz kommt die Thieme 3020 mit dem Druckformat 750 x 1050 mm2 , die sowohl als Siebdruck- als auch als Digitalstation erhältlich ist. 

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