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Weilburger Graphics GmbH: Neue Effektlackierungsvariante „Chip-Off“

Zwei-Komponenten-Lackveredelung, die auch über Einfachlackmaschinen mit UV-Trocknung zu applizieren sein soll

Testform Chip-Off-Effektlacke mit Farbwechsel-Interferenz-Pigment auf schwarzem Untergrund.

Die Druck- und Verpackungsindustrie ist stets auf der Suche nach neuen Veredelungsverfahren, -materialien und -effekten. Eben ein solch neues Verfahren stellt nun die im fränkischen Gerhardshofen ansässige Weilburger Graphics GmbH in Zusammenarbeit mit der Merck KGaA und der Model Kramp GmbH unter der Bezeichnung „Chip-Off“-Effektlackierung vor.

Hierbei handelt es sich um eine Zwei-Komponenten-Lackveredelung, die auch über Einfachlackmaschinen mit UV-Trocknung zu applizieren sein soll, so Weilburger Graphics. Der neuartige Effekt von „Chip Off“ (Chip-Off = Abstoßen, Abplatzen) basiert auf unterschiedlichen Oberflächenspannungen der beiden Lackkomponenten und erzeugt hierüber eine optisch und haptisch zu erfassende 3D-Struktur. Diese inhomogene Struktur ist bei vollflächiger Applikation beider Lackkomponenten am ehesten als „getrockneter Schaum“ zu beschreiben, so Weilburger Graphics. Durch Variationen der beiden Lackformen lassen sich jedoch auch Effekte erzeugen, die an Oberflächenstrukturen von oxidierten Metallen, Polystyrolen oder Schaumstoffen erinnern. Durch Zugabe von Effektpigmenten kann der Effekt hier noch optisch verstärkt werden.

Das Besondere an der Anwendung mit eingearbeiteten Pigmenten ist die durch das Aufreißen der Lackoberfläche im zweiten Gang erzeugte scharfe Kantenbildung im obersten Lack. Diese verursachte während des Trocknungsprozesses eine räumliche Neuausrichtung der im Lack befindlichen Effektpigmente, wodurch die Pigmente im Randbereich des obersten Lackes eine andere Interferenz erzeugen als im homogen ausgerichteten Innenbereich. Eine Kombination aus unterschiedlichen Pigmenten im ersten und zweiten Lack ist hier ebenso möglich wie eine Kombination aus zwei verschiedenen Pigmenten im finalen Oberlack, so der Hersteller.

Appliziert wird dieser Effekt bei Drucksystemen mit voller UV-Ausstattung mittels zwei Maschinendurchläufen. Grund für den zweiten Maschinendurchlauf ist, dass die erste Lackkomponente vor Applikation des zweiten Lackes komplett ausgehärtet sein muss. Die Anwendung des Effektes in Kombination mit konventionellen Farben und Hybridfarben oder über Offline-Lackiermaschinen ist ebenfalls möglich. Wichtig hierbei ist jedoch immer, dass die zweite Lackkomponente erst nach vollständigem Aushärten der Druckfarben und der bereits applizierten ersten Lackkomponente aufgebracht werden kann.
Als Anwendungsgebiete für diesen neuartigen Chip-Off-Effekt sind vor allem Kosmetik-, Elektronik- und Lifestyleverpackungen, hochwertige Akzidenzen wie Businesspläne, Geschäftsberichte und Prospekte, aber auch Druckprodukte im Etiketten-, POS- und Eventbereich zu nennen. Über Anwendungen im Bereich des Markenschutzes wird derzeit nachgedacht, eine Rezeptur auf Basis migrationsarmer Komponenten ist ebenfalls bereits im Entwicklungsstadium und würde die Anwendung des Effektes im Bereich der Pharma- und Lebensmittelverpackung sowie in der Zigarettenindustrie ermöglichen. 

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