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Blauer Engel für "grüne" Druckprodukte

Darauf kommt es bei der Zertifizierung an
 

Mit Anzeigen wie dieser wirbt der Blaue Engel für den Einsatz von Recyclingpapier. Die Vorgaben für den Blauen Engel für Druckerzeugnisse gehen allerdings weit über den reinen Papiereinsatz hinaus.

Der Blaue Engel gilt als das vertrauenswürdigste Umweltlabel und genießt darüber hinaus die höchste Bekanntheit beim Endverbraucher. Jeder Einkäufer weiß, wo der Blaue Engel drauf ist, ist Ökologie drin. Inzwischen können auch ganze Druckprodukte nach dem Blauen Engel zertifiziert werden – für Druckereien ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Es gibt einiges zu beachten, da bei jedem Produkt die gesamte Prozesskette berücksichtigt werden muss.

Ziel:
Das Umweltzeichen „Blauer Engel für Druckerzeugnisse“ soll dem Nutzer signalisieren, dass das Produkt dem vorbeugenden Umwelt- und Gesundheitsschutz besser Rechnung trägt als andere Produkte.

Geltungsbereich:
Das Umweltzeichen gilt für grafische Druckprodukte, die überwiegend aus Papier und Karton bestehen und nicht als Verpackung dienen, also für Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Kataloge, Prospekte usw.

Beantragung:
Die Beantragung des „Blauen Engels“ erfolgt entweder für definierte Produktgruppen (auch bei wiederkehrend erscheinenden Produkten), bei der die Prüfung anhand eines „worst case“ Musterproduktes erfolgt. Hierbei müssen neben maximaler Seitenzahl und maximalem Format alle möglichen zur Verwendung kommenden Bestandteile gemeldet werden. Bei definierten Einzelprodukten, die nur einmalig gedruckt werden (zum Beispiel Jahresberichte), erfolgt die Prüfung hingegen direkt am beantragten Produkt.
Anforderungen

  • Allgemein:  Um mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet zu werden, wird Wert auf einen hohen Altpapieranteil und die Verwendung geeigneter Farben, Lacke und Klebstoffe gelegt, die eine möglichst einfache Wiederverwertung der enthaltenen Papierfasern ermöglichen. Chemikalien und andere umwelt- bzw. gesundheitsbelastende Materialien und Einsatzstoffe sollen vermieden werden. Außerdem sollten die Produkte durch Prozessoptimierung im Druckvorgang mit vermindertem Energieeinsatz, wenig Abfall und unter geringem Emissionsausstoß hergestellt werden. Die genauen Richtlinien umfassen eine Fülle an Anforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen, alle nachzulesen in der Vergabegrundlage für Umweltzeichen des RAL.
  • Materialien:  Der Anteil an Papier und Karton sowie Druck und Lack muss im Endprodukt bei über 90 Prozent liegen. Einige Materialien, wie PVC, verchromtes Metall und bestimmte Klebstoffe sind von der Verwendung ausgeschlossen. Die Druckerzeugnisse müssen deinkbar sein, das heißt, die Druckfarbe muss vom bedruckten Altpapier entfernt werden können. Als nachweislich deinkbar gelten Produkte, die nach Anwendung von Ingede-Prüfmethoden die Richtwerte der „Deinkability Scorecard“ (bei Klebstoffapplikationen die „Removability Scorecard“ des Europäischen Altpapierrates (ERPC) einhalten.
    Im gesamten Druckprozess und auch in der Reinigung dürfen keine Stoffe eingesetzt werden, die gemäß der EG-Verordnung 1272/2008 (oder Richtlinie 67/548/EWG) als toxisch, krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft werden.
    Eingesetzte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen dürfen nicht aus genetisch veränderten Pflanzen und nicht aus Regenwaldabholzung stammen.
  • Papierabfall: Wird die maximal genehmigte Papierabfallmenge überschritten, müssen die Gründe hierfür jährlich analysiert und begründet werden. Die vorgeschriebene Minderung der Abfallmenge umfasst verschiedene Maßnahmen, unter anderem Verbesserung der Papierausnutzung, Minderung der Makulatur sowie die Minderung fehlerhafter Drucke.

Welche Rolle der Blaue Engel für Druckerzeugnisse in der Praxis einer Druckerei spielen kann und ob sich der Aufwand der Zertifizierung lohnen kann, darüber spricht Martin Lind, Geschäftsführer des Druckhauses Berlin-Mitte in der aktuellen Ausgabe von Deutscher Drucker. Die Berliner Druckerei war übrigens die erste, die die Zertifizierung nach der neuen Richtlinie erreicht hat. Das Heft lässt sich hier bestellen. 

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