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Buchhersteller Kösel investiert in eine KBA Rotajet 76

Inkjet-Rotation wird zusammen mit einer Inline-Weiterverarbeitung von GEP in Betrieb gehen
 

Rechts: KBA-Vorstand für den Geschäftsbereich Rollendruckmaschinen Christoph Müller (li.) und Kösels Geschäftsführender Gesellschafter Erik Kurtz. Links zu sehen ist die Inkjet-Rotation KBA Rotajet 76.

Bei der Kösel GmbH & Co. KG im bayerischen Altusried-Krugzell wird ab August eine KBA Rotajet 76 installiert. Mit der Investition in die Inkjet-Rotation der Koenig & Bauer AG soll bei dem Buchhersteller ein "neues Kapitel" im digitalen Bücherdruck aufgeschlagen werden. Die KBA Rotajet 76 wird in Verbindung mit einer Inline-Weiterverarbeitung von GEP in Betrieb gehen. Die Produktionsanlage, die von Kösel den Namen "Jura-Jet" erhalten hat, ist speziell für den Dünndruck ausgelegt. 

Mit der Jura-Jet könne Kösel nun Bücher mit Inhaltspapieren produzieren, die eine Grammatur von bis hinunter zu 33 g/m² besitzen. Um dieses Ziel mit dem Inkjet-Rollendrucksystem zu erreichen, hatten der Buchhersteller und KBA eine Entwicklungspartnerschaft geschlossen. Durch eine spezielle Vorbehandlung sollen sich Standard-Offsetpapiere, Werkdruckpapiere und Dünndruckpapiere verarbeiten lassen. Gedruckt wird ein-, zwei- oder vierfarbig in Offsetqualität. Dabei sei das sonst im Inkjet-Digitaldruck oft auftretende Durchscheinen des Druckbildes auf die Rückseite nicht stärker als im konventionellen Offsetdruck.

Die Digitaldruckanlage wird inline mit einer Weiterverarbeitung von GEP Germany (Global-Ehret Processing) Technology produzieren. Mit dieser sollen sich sowohl Loseblattwerke als auch Bücher in Klebebindung und Fadenheftung produzieren und diese für weitere Prozessschritte vorbereiten lassen. So sollen Kunden nun auch im Digitaldruck von der hauseigenen Weiterverarbeitung profitieren können.

Der digitale Dünndruck ist nach Aussage von Kösel besonders für juristische, theologische und Lehrmittelverlage interessant. Dies gelte insbesondere für umfangreiche Werke in kleiner bis mittlerer Auflage. Aber auch für Buchreihen in der Belletristik sollen sich im mittleren Auflagenbereich ganz neue Möglichkeiten ergeben.

Die Implementierung der Jura-Jet soll im August 2015 starten. Ab Herbst können dann, so Kösel, Aufträge mit allen Verarbeitungsmöglichkeiten abgewickelt werden. Angesichts sinkender Auflagen und veränderter Kundenbedürfnisse sieht der Buchhersteller in dem Rollen-Inkjetdrucksystem eine profitable Lösung, um Auflagenrisiko, Vorfinanzierungen und Lagerkosten auf Kundenseite reduzieren zu können.

Erste Installation im Bereich des Bücherdrucks

KBA hatte die Inkjet-Rotation "Rotajet 76" erstmals im Jahr 2012 vorgestellt, im Oktober 2014 folgte die Präsentation der breiteren "L-Versionen". Im Mai 2015 wurde eine Rotajet 168 für den industriellen Druck von Holz-, Stein- und Kreativdekoren auf Dekorpapieren bei Interprint in Arnsberg (Sauerland) installiert. Mit der Investition beim Buchhersteller Kösel konnte KBA nun die erste Installation seiner Inkjet-Rotation im Bereich des Bücherdrucks verzeichnen.

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