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Bundesverband Druck und Medien: »Book on Demand«

Erfolgreiche Veranstaltung in Offenbach

Rund 100 Interessierte aus Verlagen und Druckereien trafen sich in Offenbach, um sich über das Thema »Book on Demand: Geschäftsmodelle jenseits des Hypes« zu informieren und auszutauschen. Damit ging das Konzept der Veranstalter, Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (bvdm) und Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels (AKEP), auf, für Druck- und Mediendienstleister sowie Verlage ein Gesprächsforum für Zukunftsthemen anzubieten.
In seinem Vortag machte Prof. Dr. Biesalski deutlich, dass die Nutzungsmöglichkeit von Print on Demand weit über den kurzfristigen Druck kleiner Auflagen hinausgeht. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, so Biesalski, »Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den Kunden und seine Wünsche in den Mittelpunkt stellen«. Gerade die Möglichkeit, personalisierte und individuelle Drucksachen herzustellen, biete Verlagen und Mediendienstleitstern vielfältige Chancen, ihr Produktportfolio in Richtung Kundenorientierung zu erweitern. Was den Digitaldruck als technische Voraussetzung für Print on Demand betrifft, muss sich das Verhältnis von Qualität und Kosten jedoch noch verbessern. Ein Forderung an die Hersteller, die bei der anschließenden Diskussion immer wieder zu hören war.
Helmut von Berg, Bereichsleiter bei der Verlagsgruppe Droemer Weltbild, sprach von seinem Erstaunen, als er, bedingt durch die Übernahme der Gesamtverantwortung für Produktion und Disposition, einen Blick in die vollen Lagerhallen seines Unternehmens warf. Schnell wurde ihm klar, dass die Kostenvorteile der Massenproduktion im Offsetverfahren gegenüber der Herstellung kleiner Auflagen im Digitaldruck schnell verbraucht sein dürften, rechne man die hohen Lagerzeiten- und kosten in die Kalkulation mit ein.
Eine ganz andere Variante stellte Dr. Pascal Zimmer vor. Seine Books on Demand GmbH produziert ausschließlich Books on Demand – und das profitabel. Er stellte als wichtigen Punkt heraus, dass man nicht mit den traditionellen Verlagen konkurriere, da man die typischen Aufgaben eines Verlegers, wie Betreuung durch Lektorat, Vermarktung etc. nicht wahrnehme. Sein Unternehmen sei vielmehr ein Dienstleister, der seine Kunden auch nicht mit Autorenrechte bindet.
Fazit der Veranstaltung: In Zukunft werden Kunden immer mehr nach individuellen Angeboten suchen, die genau auf ihr Bedürfnis zugeschnitten sind. Gleichzeitig bietet Print on Demand viele Möglichkeiten, um in dem klassischen Produktions-Workflow der Verlage die Druck- und Lagerhaltungskosten zu optimieren. Wenn der Digitaldruck auch noch Schwächen gegenüber den konventionellen Verfahren hat, seine Vorteile wie kostengünstige Produktion kleiner Auflagen, Senkung der Lagerkosten, Individualdruck, personalisierter Druck und dezentraler Druck sind so zukunftsweisend, dass man sich diesem neuen Markt nicht verschließen sollte.

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