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Bundesverband Druck und Medien kritisiert E-Invoicing

BVDM hat in einem Schreiben das Bestreben der EU kritisiert, die Elektronische Rechnungsstellung bis zum Jahre 2020 als Standard zu etablieren.

Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) hat in einem Schreiben an deutsche EU-Abgeordnete die Förderung von E-Invoicing kritisiert, das von der EU-Kommission als künftiger alleiniger Rechnungsstandard favorisiert wird.

Das Bestreben der EU, die Elektronische Rechnungsstellung bis zum Jahre 2020 als aus­schließlichen Standard zu etablieren, benachteilige ganze Industriezweige, deren Beschäftigte und weite Teile der Endverbraucher, so der BVDM. Daher hat der Bundesverband das EU-Parlament um eine differenzierte und neutrale Betrachtung eines Themas gebeten, das Wirtschaftszweige, wie die IT-Industrie, einseitig fördere und Branchen wie die Druck- und Medienindustrie ausgrenze und massiv schädige. Der BVDM stellt sich damit hinter die von Intergraf, der europäischen Dachvereinigung der Druck- und Medienverbände, sowie den europäischen Partnerverbänden aus Papier-, Medien-, Werbe- sowie Versandin­dustrie vorgestellten Kritik an der bisherigen Argumentation der EU-Kommission.

Die Argumentation der EU-Kommission zur umweltfreundlicheren und kostengünstigeren Online-Rechnung im Gegensatz zur papiergebundenen Rechnung greift laut BVDM zu kurz. Neben den direkten Produktions- und Energiekosten müssten die indirekten Aufwendungen für den Betrieb der digitalen Netze und das Vorhalten der digitalen Rechnung mit in Betracht gezogen werden. In der Praxis werde das Gros der elektronischen Rechnungen bei Unternehmen und Endverbrauchern nach wie vor ausgedruckt. Der beschworene Umweltschutzaspekt komme also nicht zum Tragen. Die Kosten würden lediglich auf den Verbraucher bzw. die Kunden abgewälzt.

Der Bundesverband verurteilte in seinem Schreiben zudem jegliche Stigmatisierung von Printprodukten. "Print gehört auch im Zieljahr der Digital Agenda 2020 zu einem gesunden ausbalancierten Medienmix. Druckprodukte – auch in der Geschäftskommunikation – haben einen hohen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wert. Diesen muss die EU-Kommission wahren", fordert BVDM-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel im Schreiben an die Parlamentarier. Die Frage, in welcher Form Unternehmen Rechnungen verschicken, sei eine originär unternehmerische Entscheidung. Der Bundesverband sehe keinen Handlungsbedarf der EU, in diese unternehmerische Freiheit einzugreifen und marktverzerrende Vorgaben zu machen. Stattdessen dürften die Interessen der Beschäftigten der Druck- und Medienbranche, der Werbeindustrie und der Logistikkette, sowie die Nutzungs­gewohnheiten der Endverbraucher bei den Maßnahmen der EU nicht vernachlässigt werden, forderte der BVDM.

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