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"Ei klaut" und "SOS" – Die "100 besten Plakate 15" stehen fest

Die nächste Station der Ausstellungstour ist Nürnberg
 

Beim Wettbewerb "100 beste Plakate" haben 605 Einreicher über 2.000 Plakate eingereicht.

Hohe Beteiligung, große Vielfalt – die Gewinner im Wettbewerb „100 beste Plakate 15“ sind auf Ausstellungstour: bis 14. Juli im Museum Folkwang in Essen, danach in Nürnberg, Seoul, La Chaux-de-Fonds, Luzern, Wien und Dornbirn.

Ausgekocht: ein maskiertes Frühstücksei stiehlt sich auf dünnen Beinchen mit einem Sack voller Daten davon. Dieses Motiv in Schwarz/Weiß von Elisabeth Articus trägt den schönen Titel „Ei klaut Daten“. Es gehörte schon beim Plakatfestival „Mut zur Wut“ zu den Gewinnern und ist nun auch eines der „100 besten Plakate 15“. Politische Statements sind hier in der Unterzahl, den Schwerpunkt bilden beim Wettbewerb „100 beste Plakate“ Poster aus dem kulturellen Umfeld. Sie werben für Ausstellungen, für Musik und Theater.

2049 Einreichungen gab es diesmal – mehr als jemals zuvor. Nach der Online-Vorselektion gelangten 964 Plakate in die Endrunde. Hinsichtlich Qualität und Ideenreichtum erweist sich die Schweiz einmal mehr als unschlagbar: Die international besetzte fünfköpfige Jury kürte 50 Arbeiten aus der Schweiz (145 Einreicher), 48 Arbeiten aus Deutschland (396) und zwei aus Österreich (64). 69 Auftragsarbeiten sind darunter, 20 studentische Projekte sowie elf Eigenaufträge.

Glasklar Pointiertes findet sich vor allem bei den politischen Motiven, wenn etwa auf der griechischen Flagge oben rechts das Logo der Deutschen Bank erscheint oder wenn aus dem oberen Zipfel des türkischen Halbmondes ein Kampfjet startet – zwei besonders starke grafische Lösungen. Reduktion mittels Foto zeigt das „Lampedusa“ betitelte Plakat: Wasser, Himmel, nichts als Blau, und hinten am Horizont das SOS-Morsezeichen als Hilferuf und Hoffnungsträger gleichermaßen. Im wahrsten Wortsinn plakativ ist auch der überdimensionierte, gemalte Kronkorken, der zu Henry Purcells Oper King Arthur einlädt.

Insgesamt ist die stilistische Vielfalt enorm. Neben Reduktion findet sich opulent Verspieltes, Geschichtetes, Collagiertes; es gibt Schrift oder Farbe pur und auch Illustratives. Diesmal dominant: Lösungen in Schwarz/Weiß.

100 beste Plakate – Atlas 15

Das Jahrbuch, als Atlas konzipiert vom Luzerner Grafikbüro C2F, ist erstmals im Eigenverlag erschienen und über den Shop auf www.100-beste-plakate.de erhältlich. Der Veranstalter übernahm auch den Restbestand an Vorgängerbänden aus dem Verlag Hermann Schmidt und bietet die Jahrgänge vor 2011 zum Sonderpreis von 10 Euro an. Die aktuelle Publikation besticht durch ihren reduzierten Einband: rot geprägte Schrift auf eisengrau glänzendem Baumwollstoff (Chromo, Bamberger Kaliko). Innen bieten Kartierungen Überblicke zur Plakatlandschaft; Statistiken zu Einreichern, Formaten, Druckverfahren, Druckereien etc. sind ebenfalls kreativ visualisiert, und wer Listen mag, wird seine helle Freude haben. Viel Information also, hinzu kommt noch der lesenswerte Text von Anita Kühnel. Richtig lesefreundlich aufbereitet ist dies alles aber leider nicht.

Die nächste Station der Ausstellung „100 beste Plakate 15“ ist nach Essen das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg (21.7. bis 4.9.). Weitere Informationen auf: www.100-beste-plakate.de.

Bildergalerie (25 Bilder)

  • Silence of the dance
  • Yvonne
  • Trial & Error
  • Stripped Hills
  • Zwickl – Schwandorfer Dokumentarfilmtage 2015
  • Lampedusa
  • Radfahrer
  • Musée Libidinal – Serie von fünf Plakaten
  • Nochmal – Manifest
  • Griechenlands neuer Eigentümer
  • Design x Taipei
  • Pilatus
  • Furor Floralis
  • Spiel mit dem Feuer
  • Schauspiel Stuttgart, Spielzeit 2015/2016 – Serie von zwei Plakaten
  • King Arthur
  • Dreierpack Vorträge
  • Die Teile des Ganzen
  • Frische Tourismusplakate
  • Kunst für alle
  • Sculptumes et costures
  • Cartells, Poster, Plakate!
  • ANSCHLAG BERLIN – Serie von unikaten Plakaten
  • Kafkas Verwandlung
  • Ei klaut Daten
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