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Digital gedruckte Tapeten: Wachstumsmarkt für Druckdienstleister?

Karsten Brandt vom VDT gibt Hinweise zu Qualitätsstandards und europäische Anforderungen
 

Die aktuelle Ausgabe von Deutscher Drucker kommt mit einem Umschlag auf Vliestapete daher.

Der Digitaldruck von Tapeten gehört zu den Marktsegmenten, die Wachstum versprechen. Zumindest lassen das die Zahlen der vergangenen Jahre vermuten, wie eine Untersuchung der IGI, der International Wall Coverings Association, herausgefunden hat. Demnach sei der weltweite Anteil digital gedruckter Tapeten von 2012 bis 2017 um 18 Prozent gestiegen. Konkrete Zahlen über den Markt digital gedruckter Tapeten in Deutschland gibt es leider nicht – doch über den allgemeinen Tapetenmarkt hierzulande konnte  Karsten Brandt vom Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) Auskunft geben – mit wertvollen Hinweisen für Druckdienstleister, die am digitalen Tapetendruck interessiert sind.

Karsten Brandt, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Tapetenindustrie, VDT.

Der Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) vertritt als Branchenverband bereits seit seiner Gründung 1889 die Interessen der deutschen Tapetenhersteller. Neben der juristischen und technologischen Beratung seiner Mitglieder, erhebt der VDT, wie Geschäftsführer Karsten Brandt gegenüber Deutscher Drucker erklärt hat, regelmäßig die Umsatzzahlen seiner Mitglieder.

Nicht erfasst werden laut Brandt Importe, die mit fünf bis zehn Prozent relativ gering ausfielen, sowie die vielen kleinen Firmen, die entweder neuerdings oder schon länger Drucker sind und seit kurzem digital gedruckte Tapeten anbieten. Auch die VDT-Mitglieder bieten digital gedruckte Tapeten an, überwiegend auf eigenen Maschinen selbst produziert oder zum Teil auch zugekauft. „Diese Zahlen sind in unserer Statistik enthalten, werden aber nicht gesondert ausgewiesen. Ich schätze sie auf maximal fünf Prozent des Umsatzes“, so Karsten Brandt weiter. Der Rest seien herkömmlich im Sieb- oder Tiefdruck produzierte Tapeten.
Im Jahr 2016 sind nach Aussage des Geschäftsführers von den VDT-Mitgliedern im Inland ca. 120 Mio. Euro umgesetzt worden (dabei handele es sich um Fabrikabgabepreise an Handel und Großhandel); das entspreche circa 135 Mio. Quadratmetern.

VDT informiert über bindene Qualitätsstandards von Tapeten

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Druckdienstleistern, die zwar aus den verschiedensten Bereichen kommen (Broschüren, Plakate, usw.), mit Hilfe des Digitaldrucks aber auch Tapeten anbieten, ergänzt Brandt. Der VDT halte engen Kontakt mit dieser Branche und habe bereits mehrere gemeinsame Workshops organisiert. Dabei war es dem VDT wichtig, die Druckereien über bindende Qualitätsstandards aufzuklären. „Es gibt nämlich einige Besonderheiten, die für den Endkunden große Bedeutung haben, z.B. die Lichtechtheit – eine Tapete muss auch nach fünf Jahren Sonneneinstrahlung noch die gleiche Farbe haben – oder die Wasch-/Scheuerbeständigkeit. Hierfür existieren DIN-Prüfnormen. Auch gibt es europaweit gültige Anforderungen, wie zum Beispiel den Brandschutz.“ Sorgen bereite Brandt jedoch die Tatsache, dass einige Billigangebote im Markt eben nicht diesen Mindestanforderungen entsprechen und damit das Image der ganzen Produktgattung gefährden.

Weitere Informationen zum VDT, dem angeschlossenen Deutschen Tapeten Institut (DTI) sowie Informationen rund um Trends der Branche erhalten Interessierte auf der Website des Verbandes.

Deutscher Drucker im Tapetengewand

Passend zum Thema ist die Jahresendausgabe von Deutscher Drucker mit einem Tapetenumschlag erschienen. Das Cover wurde einem Vliestapeten-Substrat digital auf einer Produktionslinie von Xeikon, der Wall Decoration Suite mit ihren Kernstück, der Xeikon 3500, gedruckt. Wie der Umschlag genau entstand, ist im Heft DD25-26/2017 genau beschrieben. Es kann im print.de-Shop in einer digitalen Version oder als gedrucktes Heft bestellt oder heruntergeladen werden. Wer darüber hinaus keinen Deutschen Drucker mehr verpassen will, dem sei eines der Abonnements ans Herz gelegt. [1831]

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