Weiterempfehlen Drucken

Neuer „Blauer Engel“ für das Druckhaus Berlin-Mitte

Als erste Druckerei mit dem Umweltzeichen RAL-UZ 195 für Druckerzeugnisse ausgezeichnet
 

Als erstes Unternehmen mit dem Umweltzeichen RAL-UZ 195 („Blauer Engel“ für Druckerzeugnisse) ausgezeichnet: die Druckerei Berlin-Mitte (DBM).

Seit Anfang April 2015 ist die Grundlage für die Vergabe des neuen Umweltzeichens RAL-UZ 195, „Blauer Engel“ für Druckerzeugnisse, in Kraft. Die erste Druckerei, die alle Anforderungen an eine emissionsarme und ressourcenschonende Druckproduktion erfüllt und ihre Fertigung nun mit dem „Blauen Engel“ UZ 195 kennzeichnen darf, ist nach eigenen Angaben das Druckhaus Berlin-Mitte.

Mit der Prüfung für dieses Umweltzeichen wird erstmals nicht nur der Einsatz von Recyclingpapier berücksichtigt, sondern auch der gesamte Druckprozess auf den Einsatz der bestmöglichen umweltschonenden Verfahren bewertet. Der „Blaue Engel“ gehört im deutschsprachigen Raum zu den anerkanntesten und bekanntesten Umweltlabels.

Mit dem UZ 195 umfasst die Prüfung einen größeren Umfang als bisher, wie das Druckhaus Berlin-Mitte berichtet. Zugleich ergebe sich aber für Druckereikunden der Vorteil, dass alle Prüfungen bereits vorab durchgeführt und die Genehmigung für bestimmte Produktgruppen  erteilt wird. Voraussetzung sei, dass die bei der Prüfung angegeben Verfahren und Materialien verwendet werden. Dadurch könne der Kunde sehr kurzfristig die Kennzeichnung seines Druckproduktes mit dem „Blauen Engel“ sicherstellen.

Grundsätzlich umfasst das neue RAL-UZ 195 „Druckerzeugnisse“ die Druckverfahren (selbstredend kommen nicht alle davon in Berlin-Mitte zum Einsatz): 

  • Bogenoffsetdruck
  • Coldset-Rollenoffsetdruck 
  • Heatset-Rollenoffsetdruck 
  • Illustrationstiefdruck 
  • Flexodruck 
  • Digitaldruck

Für die einzelnen Verfahren sind jeweils eigene zu erreichende Höchstwerte bei Emissionen, Abfall, Energieverbrauch usw. festgelegt worden. Diese Werte gewährleisten, dass jeweils die bestmöglichen Umweltstandards umgesetzt werden. Nähere Hinweise zu den Vergabegrundlagen von RAL-UZ 195 lesen Sie hier.

Hintergrundinformationen zu RAL-UZ 195 durch die Druckerei Berlin-Mitte:

Ein Druckerzeugnis, das mit dem Blauen Engel gekennzeichnet ist, belastet Umwelt und Gesundheit im Vergleich mit konventionellen Produkten weniger, weil 

  • Lösemittel-Emissionen minimiert werden, die zur Ozonbildung („Sommersmog“) beitragen.
  • gefährliche Stoffe in Farben, Klebstoffen, Reinigern und in anderen Hilfsmitteln vermieden werden. 
  • Ressourcen gespart werden, Papierabfall verringert wird, vor dem Druck keine Filmbelichtung stattfindet und der Druckplattenentwickler regeneriert wird. 
  • Energieverbräuche gesenkt werden, weil die Betriebe Abwärme und Druckluft effizient nutzen und zur Einführung eines Energiemanagementsystems verpflichtet sind.

Druckereien, die Druckerzeugnisse mit dem RAL-UZ 195 herstellen, müssen die folgenden Elemente eines Umweltmanagementsystems dokumentieren: 

  • Aktuelle Umweltpolitik des Unternehmens, nicht älter als drei Jahre.
  • Aktuelles Umweltprogramm für einen maximal dreijährigen Zeitraum.
  • Quantifizierte Umweltziele, die sich aus dem Umweltprogramm ergeben, mit Definition von zeitlichen Zielen und Verantwortlichkeiten.
  • Bedeutende Umweltaspekte des Unternehmens.

Das Umweltzeichen RAL-UZ 195

  • gilt nur für Produkte aus Papier, nicht aber für Verpackungen.
  • erfordert die Verwendung von Recyclingpapieren mit den RAL-UZ 14, RAL-UZ 56 oder RAL-UZ 72.
  • erfordert die nachweisliche Begrenzung der VOC-Emissionen der Druckerei.
  • schreibt die Verwendung von mineralölfreien, schadstoffarmen Druckfarben vor.
  • fordert eine hochwertige Rezyklierbarkeit der gebrauchten Druckerzeugnisse.
  • schreibt ein Umwelt, Energie- und Abfallmanagement vor.
  • strebt an, dass Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen nachweislich nicht aus genetisch veränderten Pflanzen oder Regenwaldabholzung stammen.
Anzeige

Leserkommentare (4)

Axel Fischer (INGEDE) | Montag, 19. Oktober 2015 14:16:03

Indigo-Drucken nicht ins grafische Altpapier

Sehr geehrter Herr Lind,

ich bedaure die Verwechslung, die auf einen länger zurückliegenden Besuch/eine Führung in Ihrem Haus zurückgeht. Damals wurden offenbar beide Firmen besichtigt; dass es sich um zwei verschiedene Unternehmen in einem Haus handelt, war mir nicht in Erinnerung. Ich hatte sicherheitshalber auf Ihrer Webseite nachgesehen und das dortige Angebot ["HP Indigo 5500 bis A3+ (Magentur)"] nicht als Kooperation mit einem Fremdanbieter verstanden. Ich bitte um Entschuldigung.

Was "Paul" anonym schreibt ist dennoch nicht richtig -- Indigo-Makulatur ist und bleibt ungeeignet für ein Recycling zu grafischen Papieren und darf nur so entsorgt werden, dass eine Vermischung mit grafischem Altpapier ausgeschlossen ist (vgl. EN 643).

Beste Grüße
Axel Fischer.

Martin Lind | Donnerstag, 13. August 2015 11:56:02

Isch abe gar keine Indigo - auch nicht im Keller

Sehr geehrter Herr Fischer (INGEDE),

es ist schön, dass Sie sich die Mühe machen den Artikeln über unsere Auszeichnung mit dem RAL UZ-195 zu lesen und zu kommentieren. Weniger schön ist, dass Sie dabei die Tatsachen nicht berücksichtigen und anscheinend auch den ausführlichen Artikel des DD nicht vollständig gelesen haben.

1. Gibt es weder im Keller (dort würden wir aus gesundheits- und arbeitsrechtlichen Aspekten ohnehin nicht produzieren) des Druckhaus Berlin-Mitte, noch in anderen Bereichen der Firma eine Indigo. Die an gleicher Adresse installierten Digitaldruckmaschinen gehören zur eigenständigen Firma magentur GmbH.

Gerne lade ich Sie ein, sich von den Bedingungen vor Ort (dies gilt auch für das EMAS-validierte Abfallmanagement) einen Eindruck zu verschaffen.

2. Die Vergabegrundlagen des Blauen Engel sagen klar aus was mit dem UZ-195 ausgezeichnet werden kann und wie dies produziert sein muss. Dies steht sowohl in dem Artikel, ist Ihnen aber sicher durch die Arbeit an den Vergabegrundlagen bekannt. Dort steht u. a., dass nur Artikel ausgezeichnet werden können, deren Rezyklierbarkeit mittels der Ingede-Methode nachgewiesen ist. Für die von uns beantragten und mit dem Blauen Engel ausgezeichneten Produkte gilt dies.

Nicht alle im Druckhaus Berlin-Mitte hergestellten Drucksachen sind vor diesem Hintergrund mit dem Blauen Engel auszuzeichnen. Gründe können z. B. sein: es ist eine Verpackungsproduktion, es wurde kein Recyclingpapier verwendet, es wird eine Folienkaschierung eingesetzt oder es werden Farben eingesetzt (z. B. Metallic) die nicht den Kriterien des Blauen Engel entsprechen. Zwar werben wir bei unseren Kunden für die Blauer Engel-Produkte aber nicht immer kann oder will der Kunde dies in Anspruch nehmen. Als Wirtschaftsunternehmen müssen wir die Bedürfnisse unserer Kunden natürlich berücksichtigen.

Ich hoffe damit habe ich zur Klarheit beigetragen ansonsten steht mein Angebot uns zu besuchen.

Paul | Mittwoch, 05. August 2015 12:26:04

Indigo

... auch immer wieder penetriert wird eine Falschaussage nicht richtiger. Das, was Sie zu Recycling von INDIGO Drucken hier erzählen ist schlichter Unsinn. Und was hat des Ganze überdies mit dem Druckhaus Berlin Mitte zu tun? Dort steht keine Indigo "im Keller".

Axel Fischer (INGEDE) | Montag, 03. August 2015 15:36:02

Aber für die Indigo im Keller gilt der Blaue Engel nicht ...

... denn Indigo-Drucke erfüllen das Kriterium der Rezyklierbarkeit nicht und qualifizieren sich daher für keinerlei Umweltzeichen.

Im Gegenteil, die Indigo-Makulatur muss sorgfältig getrennt vom übrigen Altpapier erfasst werden; daraus kann man allenfalls Wellpappe machen. Im grafischen Altpapier ist Indigo auch nach EN643 nicht erlaubt! Denn Indigo-Drucke können schon in kleinen Mengen beim Papierrecycling großen Schaden anrichten.

Wer wirklich nachhaltig Druckerzeugnisse produzieren möchte, der sollte am besten keine Indigo im Keller haben.

Weitere News

Labelprint24 baut Kapazitäten mit einer Truepress L350UV von Screen aus

Digitales Drucksystem soll für die Produktion von Sandwich- und Multilayer-Etiketten eingesetzt werden

Neun Monate nach der Inbetriebnahme einer HP Indigo WS6800 hat die Etikettendruckerei Labelprint24 mit Sitz im sächsischen Großenhain ihren Maschinenpark erneut ausgebaut. Mit der Investition in eine Truepress Jet L350UV von Screen reagiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auf das gestiegene Auftragsvolumen. Das neue Etikettendrucksystem ist inline an ein speziell für die Herstellung von Sandwich- und anderen Multilayer-Etiketten entwickeltes Finishingsystem angebunden.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Deutliche Passerprobleme und Streifenbildungen bei den Druckmustern von Landa.

Landa: viel Show um Nichts?

Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
mehr

Zukunft des Digitalen ist Print

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Und trotzdem liegt die Zukunft des Digitalen im gedruckten Produkt, ist sich Andrew Davis sicher.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die zehn schönsten Malbücher für Erwachsene

Malbücher für Erwachsene erobern derzeit weltweit die Bestseller-Listen. Spätestens nach dem Erfolg des Malbuchs "Mein verzauberter Garten"der Schottin Johanna Basford war der Trend bei Erwachsenen angekommen, die auf der Suche nach Entspannung nach dem Buntstift greifen. In unserem Ranking haben wir die zehn für uns schönsten Malbücher zusammengestellt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Veranstaltet Ihr Unternehmen eine Mitarbeiter-Weihnachtsfeier?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...