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Echtes menschliches Aortengewebe aus dem „3D-Drucker“

Gehören Abstoßungsreaktionen bei Organ- und Gewebs-Transplantationen bald der Vergangenheit an?
 

Die Abbildung zeigt ein erstes Stück „gedruckten“ Aortengewebes, das aus dem 3D-Drucker am Sunum-Institut der Sabanci-Uni in Istanbul stammen soll.

Forschern am 3D Tissue and Organ Printing Lab, Nanotechnology Research and Application Center (Sunum) der Sabanci Universität Istanbul soll es gelungen sein, mit Hilfe einer 3D-Drucker-ähnlichen Apparatur makrovaskuläres menschliches Aortengewebe zu „drucken“. Verwendet wurden dazu lebende Zellen und MRT-Daten. Das meldet jetzt die türkische Universitäts-Zeitung „Gazete SU“.

Diese Entwicklung sei Bestandteil des Forschungsprogramms an der Fakultät für Technische und Naturwissenschaftliche Fertigungsverfahren unter der Leitung von Prof. Bahattin Koç und seinem Team, wie es weiter heißt. Oberstes Ziel der 3D-Gewebe- und -Organ-Forschungsgruppe sei es, 3D-Bio-Drucker zu nutzen, um anatomisch korrekte Teile menschlichen Gewebes bzw. vollständige Organe „drucken“, also reproduzieren zu können. Dabei sollen patienteneigene lebende Zellen bzw. Stammzellen Verwendung finden, was das Risiko von Abstoßungsreaktionen bei etwaigen Gewebs- oder Organ-Verpflanzungen eliminiere, wie Gazete SU weiter ausführt. 

Das Team sei in der Türkei und weltweit das erste, so die Uni-Zeitung, das Daten vom Magnetresonanz-Tomographen (MRT) verwendet habe, um ein anatomisch korrektes Aortengewebe aus lebenden Zellkulturen zu generieren. Verwendet wurden Fibroblastzellen als eine Art Bio-Tinte, um einen Teil des Gefäßgewebes zu „drucken“. Fibroblasten sind bewegliche, im Bindegewebe vorkommende Zellen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Synthese der Interzellularsubstanz, der extrazellulären Matrix.

Wie weiter berichtet wird, wollen die türkischen Forscher im nächsten Schritt neben Fibroblasten auch Endothel- und muskuläre Zellformen im 3D-Bioprinter erzeugen, die anderen zwei Hauptzellformen menschlichen Blutgefäßgewebes. Dabei komme auch ein Bioreaktor zum Einsatz.

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