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Geschichte wird erlebbar: Museum Plantin-Moretus öffnet wieder

Historisches Druckmuseum im belgischen Antwerpen wird vollständig umgebaut und öffnet am 30. September wieder seine Pforten
 

Hier wird Geschichte „zum Leben erweckt“: Das Museum Plantin-Moretus in Antwerpen (B) öffnet nach Komplettumbau am 30. September wieder.

Am 30. September ist es so weit: Das Druckerei-Museum Plantin-Moretus öffnet wieder seine Pforten. Was Steve Jobs und Mark Zuckerberg für uns heute bedeuten, waren Christoffel Plantin und Jan Moretus vor 400 Jahren. Die beiden stellten eine damals revolutionäre industrielle Druckproduktion auf die Beine. Ihr Haus und ihre Druckerei im belgischen Antwerpen sehen noch genauso aus wie vor 400 Jahren. Kein Wunder, dass das Museum Plantin-Moretus sogar zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Die heutige, noch aus den 1950er-Jahren stammende Ausstellung wird vollständig erneuert. Sie wird durch eine Ausstellung ersetzt, in der man auf erzählerische Weise mehr über die Verbreitung des Wissens, die technischen Innovationen, den Unternehmergeist und das Familienleben der Familien Plantin und Moretus erfahren kann.

Das Haus, der Verlag und die Familie werden mehr als je zuvor wieder zum Leben erweckt. Das können die Besucher erleben, ob am Geruch des Holzes, des Leders, der Farbe und der Weisheit oder durch die Stille des Innengartens, das Knacken der Holzböden, dem geschäftigen Treiben der ältesten Druckpressen der Welt. Vom 30. Mai bis 29. September 2016 ist das Museum ganz geschlossen.

Im Jahre 2005 hat die Unesco das Haus von Plantin als einziges Museum der Welt zum Weltkulturerbe erklärt. Aus diesem Anlass wurde 2008 ein Architekturwettbewerb für den Entwurf eines neuen Museumsdepots und eines neuen Lesesaals veranstaltet. Noaarchitecten hat mit dem Entwurf eines Depots, das allen modernen Qualitätsanforderungen samt vollständiger Klimatisierung entspricht, den Wettbewerb gewonnen und auch einen Lesesaal an der Heilige Geeststraat entworfen.

Wissenschaftliche und religiöse Werke, sowie die Kartografie stehen natürlich auch weiterhin im Fokus. Wechselnde Ausstellungen werden jeweils andere Teilaspekte dieser Themen näher beleuchten. Kostbare Werke werden auf diese Weise regelmäßig ausgetauscht, sodass die Besucher immer wieder andere Stücke aus der reichen Sammlung des Museums kennenlernen können.

Durch das neue Depot und die neue Ausstellung wird mehr Raum geschaffen. Die Ausstellungen erhalten mehr Platz, wodurch auch für Gruppen und Schulen bessere Möglichkeiten geschaffen werden. Das Museum strebt langfristig nach einen völlig staub- und luftdichten Gebäude mit einem besseren Innenklima.

Die Gesamtkosten für den Neubau einschließlich der Einrichtung des Depots und des Lesesaals betragen 3,3 Mio. Euro. Die Stadt investiert außerdem 435 000 Euro in die Neugestaltung der permanenten Ausstellungen.

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