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Heidelberg nimmt Blockheizkraftwerk am Standort Wiesloch-Walldorf in Betrieb

Gesamtenergiekosten sollen künftig um rund zehn Prozent sinken
 

Das neue Blockheizkraftwerk am Standort Wiesloch-Walldorf der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Der Umweltminister von Baden-Württemberg, Franz Untersteller, und der Vorstandvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg), Gerold Linzbach, haben gestern ein Blockheizkraftwerk am Standort Wiesloch-Walldorf in Betrieb genommen. Rund 300 Gäste, darunter Vertreter aus Politik und Medien, nahmen an der Einweihungsfeier teil und konnten die Anlage dabei auch besichtigen. Mit der Strom- und Wärmeerzeugung des neuen Kraftwerks will Heidelberg die Gesamtenergiekosten am Standort künftig um rund zehn Prozent senken.

Die Druckmaschinenfabrik in Wiesloch-Walldorf mit ihren rund 860.000 m² mit 36 Hallen und Bürogebäuden hat einen Energiebedarf von etwa 60 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Die gesamten Energiekosten am Standort machen pro Jahr, so erklärt es Heidelberg, einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. Jeder fünfte Euro, der zum Betrieb des Standorts aufgewendet werden muss, fließe in die Strom- und Wärmeversorgung. Um den Standort Wiesloch-Walldorf mit einer möglichst hohen Energie- und Ressourceneffizienz sicher zu versorgen, entwickelte das Unternehmen zusammen mit einem externen Sachverständigenbüro ein neues Energiekonzept. In dessen Mittelpunkt steht der Bau und Betrieb eines Blockheizkraftwerks mit einer elektrischen Leistung von 2 Megawatt und einer Stromproduktion von 12 Gigawattstunden pro Jahr. Mit seiner Inbetriebnahme können nun, so Heidelberg, rund 20 Prozent des derzeitigen Strombedarfs gedeckt werden – mit Erdgas als Primärenergie. Gemessen am deutschen Energiemix für die Stromerzeugung entlaste dies die Atmosphäre jährlich um 3.700 Tonnen CO2 . Die Energiekosten am Standort Wiesloch-Walldorf sollen künftig um rund zehn Prozent niedriger ausfallen.

Nahwärmebedarf zu über 40 Prozent gedeckt

Parallel zum elektrischen Strom entstehen in den beiden Aggregaten des Blockheizkraftwerks jährlich 15 Gigawattstunden Wärme. Mit der Abwärme der Motoren und Generatoren können nach Angaben des Druckmaschinenherstellers über einen Pufferspeicher künftig über 40 Prozent des gesamten Nahwärmebedarfs am Standort gedeckt werden – für die Heizung der Hallen, für Prozesswärme, aber auch für Warmwasser in den Sanitärbereichen.
Rund 2,4 Millionen Euro hat die Anlage gekostet. Sie werde sich aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades bereits nach zwei Jahren amortisiert haben, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Das Prinzip Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) basiert auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und dient der gleichzeitigen Gewinnung elektrischer Energie und Wärme. Da so bis zu 40 Prozent Brennstoff/Primärressource gegenüber der herkömmlichen separaten Erzeugung von Energie und Wärme eingespart werden können, sind BHKWs besonders energieeffizient. Die (Ab-)Wärme wird üblicherweise direkt am Ort der Erzeugung genutzt beziehungsweise dort in ein Nahwärmenetz eingespeist. Die Vor-Ort-Erzeugung und -Nutzung des Stroms entlastet zudem die öffentlichen Stromnetze.

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