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Kommt LED-UV bis 2016 auf 30 Prozent Marktanteil?

LED-UV-Technologie im Zentrum eines „Tech Talks“ beim UV-Anlagen-Spezialisten IST Metz
 

Bei einer Druckvorführung bei IST Metz kam LED-UV-Technik zum Einsatz.

Die neue energiesparende Härtungsvariante für die Verarbeitung von UV-Farben ist quasi zu einem Dauerbrenner geworden. Wie funktioniert denn eigentlich die Aushärtung von Druckfarben und -lacken mit LED-Technologie? Wo liegen die Unterschiede zu Systemen mit konventioneller UV-Technik? Wann lohnt ein Umstieg? Der erste „LED Tech Talk“ am 12. und 13. November bei der IST Metz GmbH in Nürtingen – IST Metz bietet sowohl konventionelle UV-Systeme mit Quecksilber-Mitteldruckdampflampen als auch LED-Systeme an ­– ging genau diesen Fragen nach. Dabei trug die Veranstaltung der steigenden Bedeutung der LED-Technologie Rechnung, die seit einigen Jahren verstärkt Verwendung in der Druckindustrie findet.

UV-Lichtquellen kommen aktuell hauptsächlich im Bereich Desinfektion, Medizin, Messgeräte, Sicherheit und Härtung von zum Beispiel Farben und Lacken zum Einsatz. Stefan Feil, Leiter des Technischen Marketings bei IST Metz, der die technischen Grundlagen der LED-UV-Technologie vermittelte, konnte mit interessanten Zahlen und Fakten aufwarten: Für das Jahr 2016 wird laut dem Marktforschungsinstitut Yole ein Marktanteil von rund 30 Prozent für LED-Technologie erwartet, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Momentan mache die Technologie den größten Anteil im Bereich der Kleberhärtung und des Inkjetdrucks aus. Die Partnerfirma Integration Technology Ltd., mit der IST Metz eine strategische Allianz verbindet, habe dieses Jahr zum ersten Mal genauso viele Systeme mit UV-Lampen wie mit LEDs verkauft, so Feil. Auch führte Feil zur oft gestellten Frage nach den Energieeinsparmöglichkeiten mit LED-UV aus, dass durch die höher reaktive Farbe grundsätzlich eine Energieeinsparung möglich sei. Eine vergleichende Betrachtung eines konventionellen UV-Systems gegenüber einem LED-System müsse berücksichtigen, dass mit dem System auch die Chemie der Farben geändert wird. „Ein effektiver Vergleich muss auf Basis eines definierten Trocknungsergebnisses erfolgen. Daraus lässt sich die notwendige Trocknungsleistung ableiten. Standby- bzw. Produktionszeiten und das durchschnittliche Druckformat müssen außerdem berücksichtigt werden, damit das Ergebnis aussagekräftig ist“, so Feil.

Druckfarbenspezialist Dr. Erich Frank, Mitglied der Technischen Kommission Druckfarben des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V., beschrieb den wesentlichen Unterschied zu herkömmlichen UV-Farben mit der Anpassung der Fotoinitiatoren, die bei Wellenlängen von >350 nm absorbieren, und damit eher in Richtung Emissionen der LED-Strahler gehen. „Andere Farbkomponenten wie Bindemittel, Reaktivverdünner, Pigmente und Additive sind weitgehend vergleichbar mit anderen UV-Farben“, so Dr. Frank.

Anschließende Kurzvorträge von IST-Metz-Vertriebsmitarbeitern und Integration-Technology-Anwendungen sollten die Charakteristika der LED-UV-Technologie für die Druckverfahren Bogenoffset, Rollenoffset, Flexo und Inkjet deutlich machen. Später wurde auf einer Flexodruckmaschine sowie auf einer Bogenoffsetmaschine der Einsatz von LED-Technik demonstriert. Auf der schmalbahnigen Flexomaschine kam das MBS-6-LED-prepared-Konzept zum Einsatz. Je nach Anforderungen an den Druckjob kann ein konventionelles UV-System gegen ein LED-System ausgetauscht werden.

Fazit des Seminars: IST Metz vertritt als Anbieter beider Arten von Systemen die Position, dass je nach Anwendung abgewägt und geprüft werden muss, welche individuelle Lösung passend ist. Auch wenn LEDs heute noch Entwicklungspotenzial aufweisen, fest steht: Beide Technologien bieten abhängig von der jeweiligen Anwendung individuelle Vorteile, die es bei der Wahl des UV-Systems zu berücksichtigen gilt.

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