Plakatforscher Prof. Klaus Grözinger gestorben

Er war einer der Gründungsväter der HBK Braunschweig

Der Plakatforscher Prof. Klaus Grözinger ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Klaus Grözinger, der Plakatforscher und ehemalige Professor für Grafikdesign an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig (HBK) ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Grözinger gehört zu den Gründungsvätern der HBK Braunschweig – mit ihm als Verantwortlichen für den Gestaltungsbereich gelang die Umwandlung der damaligen Werkkunstschule Braunschweig in die heutige Hochschule.

Klaus Grözinger wurde am 18. Februar 1923 in Friemersheim am Niederrhein geboren. Nach einer Schriftlithografenlehre und Kriegsdienst schloss er im Jahre 1950 ein Studium der Gebrauchsgrafik an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart bei Ernst Schneidler und Walter Brudi ab. Bis 1953 arbeitete er als Grafiker im Atelier Bentele, Stuttgart; danach auch als freier Mitarbeiter beim Atelier S+H Lämmle, Stuttgart. Im Februar 1955 gründete er – ebenfalls in Stuttgart – sein eigenes grafisches Atelier.

Im November 1955 begann Klaus Grözinger in der Nachfolge von Hermann Eidenbenz als Leiter der Abteilung für Gebrauchsgrafik eine zunächst nebenberufliche Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Braunschweig, die im April 1956 zu einer hauptberuflichen Anstellung als Studienrat führte. Mit Gründung der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig am 1. März 1963 wurden ihm Amt und Aufgaben eines Professors für Gebrauchsgrafik an dieser Hochschule übertragen.

Im April 1988 trat Professor Grözinger seinen Ruhestand an, der zunächst darin bestand, weitere Studierendengenerationen auf deren Wunsch hin zum Diplom zu führen. Ab Mitte der 90er Jahre konzentrierte er sich auf die Aufarbeitung seines Werkes und seiner grafischen Sammmlung, blieb aber der Hochschule auch danach verbunden. Er führte weiterhin Auftragsarbeiten durch und war immer wieder als Berater gefragt.

Neben der Suche nach künstlerischen Ausdrucksformen hatte Klaus Grözinger auch die technische Realisierung im Blickfeld. Er pflegte Kontakte zur grafischen Industrie, warb für schulische Belange Papier und Farben ein, organisierte Praktikumsplätze in renommierten Designagenturen und arbeitete mit Druckereien und Schriftgießereien zusammen, um die Entwürfe seiner Studierenden auch als reale Produkte umzusetzen. Er schuf ein Netzwerk von der Plakatidee bis zur Anschlagsäule – sein Schwerpunkt über viele Jahre waren Plakatgestaltungen für die Braunschweiger Museen. Zudem untersuchte er als Plakatforscher Methoden der Entwicklung und Wirkungsanalyse von Plakaten.

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