Weiterempfehlen Drucken

Tarifverhandlungen für die Druckindustrie ergebnislos vertagt

Arbeitgeber wollen "mehr Flexibilität" und Anpassung der Maschinenbesetzungs-Regelungen
Tarifverhandlungen für die Druckindustrie

Die Tarifverhandlungen für die Druckindustrie wurden nach dreistündiger Dauer ergebnislos auf den 28. April vertagt.

Nach einer ersten, dreistündigen Gesprächsrunde wurden am 13. April 2011 die Tarifverhandlungen für die Druckindustrie in Frankfurt am Main ergebnislos vertagt. Sowohl der Mantel- wie auch der Lohntarifvertrag für die knapp 160.000 Beschäftigten der Branche stehen zur Neufestlegung an. Die Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen sich am 28. April in Berlin wieder zusammensetzen.

Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke wies nach Angaben der Gewerkschaft die Forderung der Arbeitgeber nach Verschlechterung des Manteltarifvertrages zurück. Bei einer, wie er sagte, "einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragenen Kostensenkungspolitik, insbesondere durch Arbeitszeitverlängerung", drohe aufgrund des in Teilen der Branche herrschenden Preis- und Verdrängungswettbewerbs sogar beschleunigter Personalabbau.

Werneke begründete die Verdi-Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent damit, dass zwischenzeitlich der konjunkturelle Aufschwung auch in der Druckindustrie angekommen sei und deshalb die Beschäftigten an der allgemeinen Lohnentwicklung teilhaben sollten. 

BVDM: "Völlig überzogen"

Bei den Arbeitgebern stößt die Forderung der Gewerkschaft "auf Unverständnis". BVDM-Verhandlungsführer Dr. Wolfgang Pütz hält sie für "völlig überzogen". Während andere boomende Branchen zum Teil zweistellige Wachstumsraten verzeichnen würden, kämpfe die Druckindustrie mit Umsatzeinbrüchen, Insolvenzen und Personalabbau.

Kernprobleme der Druckindustrie sind laut Dr. Pütz das Abwandern von Marktanteilen von Print zu elektronischen Medien, der international harte Wettbewerb und viel zu starre manteltarifliche Regelungen wie zum Beispiel zur Maschinenbesetzung.

Die Arbeitgeber fordern deshalb "dringend mehr Flexibilität in den Betrieben, um die strukturelle Krise überwinden zu können und die Arbeitsplätze in der Druckindustrie zu sichern". Notwendig sei dazu laut BVDM eine Reform des Manteltarifvertrages in der Druckindustrie.

Der BVDM will "eine Anpassung der Maschinenbesetzungsregelungen an die aktuellen technologischen und betrieblichen Anforderungen" sowie eine Öffnung des Arbeitszeitkorridors auf eine durchschnittliche Arbeitszeitdauer von bis zu 40 Wochenstunden. Außerdem sollen neben Druckern auch Fachkräfte, die mit der neu eingesetzten Vernetzungs- und Steuerungselektronik und -mechatronik der Maschinen vertraut sind, eingesetzt werden können.

Dr. Wolfgang Pütz: „Über Lohn-und Gehaltsregelungen muss im Zusammenhang mit der Reform des Manteltarifvertrages gesprochen werden. Nur durch diese Reform können wir gemeinsam den Flächentarif in der Druckindustrie bewahren."

Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Weitere News

Verhandlungen auf Augenhöhe

Elbe Leasing finanziert wiederholt bei Heimert Print in Northeim und Einbeck

Der Startschuss für die heutige Heimert Print GmbH wurde 2005 in Northeim gegeben. Mit fünf Mitarbeitern hatte man die Firma Rotte Druck übernommen. Es folgten der Aufbau des Unternehmens, der neben dem Offset- und Digitaldruck auch die Medien- und Gestaltungsabteilung sowie ab 2012 die Werbetechnik betraf. Mit der Übernahme der Firma Bornemann aus Göttingen in 2015 konnte Geschäftsführer Dennis Heimert die Mailingabteilung umfangreich erweitern.
Einen großen Schritt vorwärts ging Heimert nochmals 2016 mit dem Erwerb der Firma Garrido Druck in Einbeck, deren Räumlichkeiten man zum zweiten Standort machte und zehn weitere Druckwerke übernahm sowie acht neue Mitarbeiter.

» mehr

print.de-News jetzt auch per Whatsapp

Druck&Medien Awards 2017 - die Gewinner

Die besten Events von print.de – Jetzt Tickets ordern!

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Druck&Medien Awards 2017 – Get-together und Dinner

Druck&Medien Awards 2017 – Die Verleihung

Umfrage

Aus Zweifel an den tarif- und arbeitsrechtlichen Bedingungen bei der Herstellung wurden in Dänemark 1.200 Wahlplakate eingestampft. Zurecht?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...