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Trendbarometer Kreativwirtschaft 2012: Kooperationen gewinnen an Bedeutung

Steigender Aufwand zur Kundengewinnung wird als größte Herausforderung gesehen

Die größte Herausforderung für Unternehmen der Kreativbranche wird künftig die Kundengewinnung sein, der Ausbau von Kooperationen wird zur Schlüsselstrategie. Dies sind zentrale Aussagen des Trendbarometers Kreativwirtschaft 2012 für Baden-Württemberg, das jüngst von der Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart und der MFG Innovations-
agentur für IT und Medien veröffentlicht wurde.

Die Studie, die das Feedback von rund 300 Betrieben aus allen Teilbereichen der Kreativwirtschaft berücksichtigt, zeigt auf, wie Kreativunternehmen in Baden-Württemberg die Entwicklung ihrer Branche einschätzen. Neben dem hohen Wettbewerbsdruck bei der Kundenakquise (60 %) nehmen die Kreativschaffenden besonders den sich zuspitzenden Preiswettbewerb (43 %) und den durch eine veränderte Mediennutzung bedingten Innovationsdruck (30 %) wahr. Hinzu kommt die Gratwanderung, mit zu wenigen qualifizierten Fachkräften (23 %) den gestiegenen Kundenerwartungen hinsichtlich der Leistungsqualität gerecht zu werden (21 %). Skeptische Geldgeber, denen häufig das Verständnis für die Leistungen der Kreativwirtschaft fehlt, etwa aufgrund des hohen Innovationsgrads der Produkte, sehen 21 % der befragten Firmen ebenfalls Herausforderung an, die es zu meistern gilt.

Als Schlüsselstrategie für zukünftigen Erfolg sehen Kreativschaffende das Netzwerken. Kooperationen ausbauen, neue Wege der Zusammenarbeit entwickeln und sich anderen Märkten öffnen, wird für den geeigneten Weg gehalten, um zukünftige Projekte und Leistungen gut zu bewältigen. Fast die Hälfte der Befragten sieht dies so. Partnerschaftliche Projektarbeiten werden zudem als sinnvolle Ergänzung des eigenen Leistungsprofils gesehen, was wiederum die Chance auf die Erschließung neuer Zielgruppen ermögliche und das eigene Unternehmen durch den Leistungszukauf flexibler mache. Konkret will ungefähr die Hälfte der Kreativunternehmen in ihren Netzwerken weitere Kooperationen eingehen oder bestehende ausbauen (zum Netzwerk gehört die Kommunikation im zunehmend mobilen Beziehungsgeflecht. E-Commerce ist auf dem Vormarsch, auch mobile Anwendungen wie Smartphone-Apps gewinnen an Bedeutung).

Dieser zunehmend netzwerkartige Charakte der Kreativwirtschaft hat auch Auswirkungen auf den spezifischen Arbeitsmarkt: 90 % der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass in den Kreativbranchen künftig vor allem flexible oder zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse vorherrschen werden.

In die Zukunft blicken die Studienteilnehmer überwiegend positiv: Die Hälfte sieht sich gut vorbereitet, für die zu erwartenden Veränderungen.

Hintergrundinfo:
Das online verfügbare Trendbarometer Kreativwirtschaft 2012 wurde im Rahmen des Netzwerks Kreativwirtschaft zusammen mit der MFG Innovationsagentur Baden-Württemberg durchgeführt und vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im Rahmen des EFRE-Programms gefördert. Autoren der Studie sind Professor Martin Engstler, Johannes Lämmerhirt und Professor Holger Nohr, alle vom Institut für Kreativwirtschaft der Hochschule der Medien. Für die Trendstudie wurden von Oktober bis Dezember 2011 rund 1.000 Kreativunternehmen in Baden-Württemberg direkt online befragt, rund 300 antworteten zurück.
Die Studie soll einmal pro Jahr erscheinen. In den Folgeausgaben sind wechselnde thematische Vertiefungen geplant.

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